Arch 22

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Arch 22 in westlicher Richtung, also die Hauptstadt verlassend

Der Arch 22 (englisch Arch, deutsch =Bogen) ist ein Triumphbogen in Banjul und stellt das Wahrzeichen Banjuls und des ganzen westafrikanischen Landes Gambia dar. Er wurde im Gedenken an den Militärputsch, der am 22. Juli 1994 von Leutnant Yahya Jammeh, dem heutigen Staatspräsidenten, durchgeführt wurde, am 22. Juli 1996, dem zweiten Jahrestag, eingeweiht.[1][2][3][4][5]

Beschreibung[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Vor dem Arch 22 der Kreisverkehr mit dem Brunnen. In der Mitte das Denkmal, das dem unbekannten Soldaten gewidmet ist. Die goldfarbene Figur trägt auf dem rechten Arm ein Baby und soll an die gefallenen gambischen Soldaten in Burma während des Zweiten Weltkrieges erinnern.

Da sich Banjul im Grunde genommen auf einer Insel, der St. Mary’s Island, befindet, verläuft über den Banjul-Serekunda Highway, der über die Denton Bridge führt, die einzige Zubringerstraße nach Banjul. Kurz nach dem Kreisverkehr, der Kreuzung des Banjul-Serekunda Highway, der Box Bar Road, des Independance Drive und der Marina Parade stehend, bildet er das markante Eingangstor in die Hauptstadt, die rund 35.000 Einwohner zählt.

Konstruktion[Bearbeiten]

Der Arch 22 wurde von dem senegalesischen Architekten Pierre Goudiaby entworfen, der auch für das neue Flughafengebäude des Banjul International Airport verantwortlich war, und Amadou Samba.[6] Die Kosten für die Errichtung durch die Baufirma Gamsen Construction Ltd. betrugen 1,15 Millionen US-Dollar.[6]

Mit 35 Metern ist er das höchste Bauwerk in Gambia; er steht auf acht klassischen Säulen, nach dorischer Ordnung und besitzt drei Geschosse. Das nun beigefarbende Bauwerk wurde vor Oktober 2006 neu gestrichen, zuvor zeigte es sich noch 2003 in cremefarbigem[6] Anstrich.

Es kann über einen Fahrstuhl und Wendeltreppen betreten werden. Der Fahrstuhl war aber kurz nach der Eröffnung nicht mehr betriebsbereit; er soll unbrauchbar geworden sein, verursacht durch das Absacken des weichen Bodens.[6]

Das erste Geschoss stellt eine Zwischenebene in den Säulen dar, wobei das äußere Säulenpaar durch einen Gang verbunden ist. Im Obergeschoss, von der Galerie aus, welche die Straße überbrückt, kann man die Stadt gut überblicken. Der Blick reicht bis zum Tiefseehafen von Banjul und dem unter Naturschutz stehenden Mangrovenwald Tanbi Wetland Complex und weiter bis zur Denton Bridge.

Westlich des Arch 22 beginnt mit dem Independance Drive, der großzügig als Boulevard ausgebaut ist, das Regierungsviertel mit der National Assembly, dem Parlamentsgebäude von Gambia. Die Durchfahrt ist aber durch eine Absperrkette blockiert, allein dem Präsidenten ist es gestattet, das Tor mit einem Fahrzeug, beispielsweise an einem Nationalfeiertag, zu durchfahren.

Museum[Bearbeiten]

Im Obergeschoss ist neben ein Café ein kleines Museum untergebracht. Die ausgestellten Exponate sind landwirtschaftliche Geräte, traditionelle Kleider, Waffen wie Pfeil und Bogen aus Bambus sowie lokal hergestellte Schusswaffen.[6] Auch ist die handschriftliche Fassung der Rede des Präsidenten zur Machtergreifung zu sehen, sowie der Hocker, auf dem er saß, während er den Text verfasste.[6]

Siehe auch: Liste der Museen in Gambia

Kritik[Bearbeiten]

Arch 22 in südöstlicher Richtung

Einerseits ist das Bauwerk ein attraktiver Punkt für Touristen, auf der anderen Seite wird das millionenteure Bauwerk des Entwicklungslandes in der deutschsprachigen Literatur als pompös und monströs-kitschig beschrieben. In der am Bauwerk angebrachten Gedenktafel heißt es: „... takeover of the administration of the Republic of The Gambia ...“; dies betrachten die Kritiker als beschönigende Bezeichnung für einen Militärputsch.

Sonstiges[Bearbeiten]

Mit Herausgabe der neuen 100-Dalasi-Banknoten 2001 ist der Arch 22 auch auf dessen Rückseite zu finden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Craig Emms, Linda Barnett, Richard Human: The Gambia. The Bradt Travel Guide (= Bradt Travel Guide). 2nd edition. Bradt Travel Guides, Chalfont St. Peter 2006, ISBN 1-84162-137-4
  2. Ilona Hupe: Gambia. 2., aktualisierte Auflage. Hupe, München 1999, ISBN 3-932084-19-5
  3. Thomas Baur: Senegal, Gambia. Reise Know-How-Verlag Rump, Bielefeld 2002, ISBN 3-8317-1112-7
  4. Hartmut Buchholz: Senegal, Gambia (= DuMont-Reise-Taschenbücher 2154). DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4189-X
  5. Ulla Ackermann: Senegal, Gambia (= Merian live!). Gräfe und Unzer, München 2000, ISBN 3-7742-0730-5
  6. a b c d e f Arch 22 THE GAMBIA NATIONAL COMMISSION FOR UNESCO, Zugriff Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arch 22 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

13.460294444444-16.582272222222Koordinaten: 13° 27′ 37″ N, 16° 34′ 56″ W