Archibald Douglas († 1333)

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Archibald Douglas (* vor 1298; † 19. Juli 1333 bei Berwick-upon-Tweed) war ein schottischer Adeliger, militärischer Führer und Guardian of Scotland zur Zeit der Schottischen Unabhängigkeitskriege.

Leben[Bearbeiten]

Archibald Douglas war der jüngere Sohn von William "le Hardi" Douglas, dem Gouverneur von Berwick-upon-Tweed und dessen Frau Eleanor de Lovaine. Er war zudem der jüngere Halbbruder von James Douglas, der als militärischer Anführer und enger Vertrauter des schottischen Königs Robert I. große Bekanntheit erlangte.

Archibald Douglas wird 1320 erstmals urkundlich erwähnt. Er erhielt damals von König Robert Ländereien in Morebattle in Roxburghshire, sowie in Kirkandrews in Dumfriesshire. Nach einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 1324 bekam er weitere Ländereien in Aberdeenshire, Buchan und Kincardineshire zugesprochen. 1327 scheint er unter seinem Bruder am erfolgreichen Feldzug gegen England und der Schlacht von Stanhope Park beteiligt gewesen zu sein.

Nach dem Tod von Robert I. und nachdem sein Bruder einem Gelöbnis dem verstorbenen König gegenüber folgend auf einen Kreuzzug gegangen war, gewann Archibald Douglas zunehmend an Einfluss in Schottland. Beim Ausbruch des Zweiten Schottischen Unabhängigkeitskriegs im Jahre 1332 gehörte er der schottischen Armee unter dem Befehl von Patrick V., Earl of Dunbar an, der sich, nachdem er von der vollständigen Vernichtung der zweiten schottischen Armee unter Domhnal II. in der Schlacht von Dupplin Moor erfahren hatte, kampflos zurückzog. Im Winter des gleichen Jahres führte Douglas die Truppen an, die in der Schlacht von Annan Edward Balliol vernichtend schlugen und diesen vorübergehend ins englische Exil zwangen.

Nachdem 1332 bis 1333 drei aufeinander folgende Guardians of Scotland verstorben (Thomas Randolph, 1. Earl of Moray), gefallen (Domhnall II.) oder in englische Gefangenschaft geraten (Andrew Murray) waren, wurde Archibald Douglas im Frühjahr 1333 zum vierten Regenten seit 1329 ernannt. Da die Engländer unter Edward III. Berwick-upon-Tweed belagerten, ließ Douglas unverzüglich eine Armee zum Entsatz der Stadt aufstellen. Er versuchte zunächst eine direkte Konfrontation zu vermeiden und fiel mit seinen Truppen in die englische Provinz Northumberland ein, in der Hoffnung, die englische Armee zu einem Angriff zu verleiten. Dieses Kalkül ging aber nicht auf und Douglas musste seine Truppen schließlich im Juli auf Berwick marschieren lassen, wollte er den Fall der Stadt verhindern. Die Engländer waren frühzeitig gewarnt und Edward ließ seine Truppen auf einem Hügel vor der Stadt eine gut geschützte Verteidigungsposition einnehmen. Die folgende Schlacht bei Halidon Hill war eine der schwersten Niederlagen in der schottischen Geschichte. Bei dem erfolglosen Versuch, den unwegsamen Hügel zu erstürmen, fand ein Großteil der schottischen Armee ihr Ende. Zu den schätzungsweise mindestens 4.000 Gefallenen gehörte auch Archibald Douglas.

Familie[Bearbeiten]

Archibald Douglas heiratete Beatrice Lindsay, Tochter von Alexander Lindsay of Crawford, mit der er drei Kinder zeugte.[1]

  • John Douglas, starb um 1342 als Mitglied des Gefolges von David II. in Frankreich
  • William Douglas, folgte seinem Vater nach und wurde später zum 1. Earl of Douglas ernannt
  • Eleanor Douglas, heiratete in erster Ehe Alexander de Brus, Earl of Carrick; in zweiter Ehe James de Sandilands; in dritter Ehe William Tours of Dalry; in vierter Ehe Duncan Wallace of Coylton; in fünfter Ehe Patrick Hepburn of Hailes

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Maxwell, S.75

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Maxwell: A History of the House of Douglas Vol. I. Bibliographical Center for Research: o.O. 2010 ISBN 978-1-103-73121-3
  • Michael Brown: The Black Douglases, War and Lordship in Late Medieval Scotland. Tuckwell Press: East Linton 1998. ISBN 186232025X
Vorgänger Amt Nachfolger
Andrew Murray Guardian of Scotland
1333
John Randolph