Archibald Kerr, 1. Baron Inverchapel

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Archibald John Kerr Clark Kerr, 1. Baron Inverchapel, GCMG, PC (* 17. März 1882 in Australien; † 5. Juli 1951 in Greenock) war ein britischer Diplomat.

Der schottischstämmige Kerr ging 1906 in den diplomatischen Dienst. Er diente als britischer Botschafter in China während der japanischen Besatzung in den späten 1930ern. Im Februar 1942 wurde er als Nachfolger von Sir Richard Stafford Cripps als britischer Botschafter nach Moskau versetzt, wo er eine hervorragende Beziehung zu Josef Stalin aufbaute. In den Jahren 1943 nahm er als Diplomat an den Konferenzen der Großen Drei (Stalin, Churchill, Roosevelt) in Teheran, Kairo und Jalta teil.

Nach dem Krieg ging er als britischer Botschafter in die Vereinigten Staaten. Dort koordinierte in der Anfangsphase des Kalten Krieges, die in Washington anfallenden Aufgaben im Zuge des britischen Engagements in der NATO und des Marshallplans. 1946 wurde er zum Baron ernannt. Während seiner Amtszeit in Washington liefen die britischen USA-Diplomaten Guy Burgess und Donald Maclean in die UdSSR über.

Seine politische Haltung war im Wesentlichen linksgerichtet, antiimperialistisch und im zwischenmenschlichen Umgang ein wenig unkonventionell, weswegen er von einigen Zeitgenossen verdächtigt wurde, ein kommunistischer Agent zu sein.

Darüber hinaus war Kerr für sein schillerndes Privatleben bekannt: in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg war er ein enger Vertrauter von Viktoria von Preußen, einer Schwester des deutschen Kaisers Wilhelm II., er war ein enttäuschter Werber um die Hand von Elizabeth Bowes-Lyon, der späteren Gemahlin von König Georg VI. und Mutter von Königin Elisabeth II. Verheiratet war er zweimal mit einer Chilenin, die 29 Jahre jünger als er war.