Archiv der Jugendkulturen

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Das Berliner Archiv der Jugendkulturen ist ein 1997 gegründeter Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Zeugnisse aus und über Jugendkulturen (Bücher, Zeitschriften, Fanzines, Flyer, Magister- und Diplomarbeiten, Medienberichte, Musik etc.) zu sammeln, auszuwerten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Logo des Archivs der Jugendkulturen

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1997 wurde das Archiv der Jugendkulturen unter anderem von Klaus Farin, Gabriele Rohmann, Dr. Ansgar Klein und Eberhard Seidel als gemeinnütziger Verein gegründet. Die Gründungsmitglieder kamen hauptsächlich aus den Bereichen der Jugendszenen, Medien und Wissenschaft[1].

Vereinszweck[Bearbeiten]

Das Archiv der Jugendkulturen e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, differenziert über Jugendkulturen zu informieren und auf Formen politischen Handelns in Jugendkulturen aufmerksam zu machen. Zu diesem Zweck verfügt es über eine Bibliothek in Berlin-Kreuzberg, die mehr als 6000 Bücher umfasst sowie 400 wissenschaftliche Arbeiten, 40.000 Zeitschriften, darunter die größte Fanzinesammlung Europas (12.000 Exemplare) und 4000 CDs, LPs, DVDs, Videos sowie Tausende von Presseausschnitten und ungezählte Flyer. Das Archiv der Jugendkulturen organisiert Fachtagungen und Diskussionsveranstaltungen in Schulen, Unternehmen, Jugendklubs oder Universitäten. Täglich werden 20 deutschsprachige Zeitungen und 8 Wochenmagazine sowie 60 Monats- und Fachzeitschriften ausgewertet, von RockHard bis Erziehung und Wissenschaft. Das Archiv gibt eine eigene Zeitschrift, das Journal der Jugendkulturen heraus sowie eine eigene Buchreihe, in der sowohl sachkundige Wissenschaftler, Journalisten u.a. als auch Szene-Angehörige zu Wort kommen. Inhalt der Fachzeitschrift sind Rezensionen über Entwicklungen und Themen in der Jugendforschung; außerdem Veröffentlichungen über den aktuellen Stand, Publikationshinweise und Mitteilungen über Veranstaltungen. Das Archiv sammelt Materialien über sämtliche Jugendkulturen, zum Beispiel Punk, Hip-Hop, Skinheads, Goths oder Rockabillies. Das ebenfalls in Berlin bestehende Archiv für Alternativkultur sammelt im Gegensatz zum Archiv der Jugendkulturen Materialien der Jugendbewegungen der 1960er bis 1980er Jahre.

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Im Archiv arbeiten sechs Festangestellte und durchschnittlich 15 freie Mitarbeiter; die Bibliothek wird zu einem großen Teil mit Hilfe von Freiwilligen betrieben.

Bestandsgefährdung 2013[Bearbeiten]

Der Deutsche Kulturrat führt das Archiv der Jugendkulturen auf seiner aktuellen Liste bedrohter Kultureinrichtungen in Deutschland Rote Liste Kultur (Kategorie 2: gefährdet).[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2003: Preis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz
  • 2007: Preis des Jugendforums im Abgeordnetenhaus
  • 2009: Ausgewählter Ort im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“
  • 2010: Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft
  • 2012: Berliner Ratschlag für Demokratie „Respekt gewinnt!“

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Farin: Musik und Rebellion. Jugendkulturen zwischen Kommerz und Politik, Verlag Archiv der Jugendkulturen, Berlin 1998, ISBN 3-940213-00-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Gabriele Rohmann im Newsletter des Bündnis für Demokratie und Toleranz
  2. Aktuelle Liste gefährdeter Kultureinrichtungen des Deutschen Kulturrats, Info vom 1. Oktober 2013