Archive von unten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Archive von unten sind Archive, die zunächst die Geschichte der Arbeiter- und der Frauenbewegung seit dem 19. Jahrhundert und seit Mitte der 1980er Jahre infolge der Neuen Sozialen Bewegungen entstanden und diese Bewegungen dokumentieren.

Geschichte der Archive von unten[Bearbeiten]

Die ersten Bewegungsarchive entstanden in Hamburg, Freiburg im Breisgau, Duisburg, Münster, Berlin und München Mitte bis Ende der 80er Jahre. Eine zweite Gründungswelle folgte Mitte der 90er Jahre. Die Archive sind großteils aus Privatinitiativen entstanden, wobei einzelne Personen den Archiven - zumeist Bibliotheken in Infoläden und Autonome Zentren - ihre Materialien überlassen haben. Zentrale Themen waren die Anti-AKW-Bewegung, die Frauenbewegung, die Ökologie-Bewegung, und die Friedensbewegung. Ebenfalls sind viele linksradikale Zeitschriften mit geringer Auflage in den Archiven zu finden.

Seit einigen Jahren vernetzen Archive von unten ihre Bestände in einem elektrischen Datennetz namens Dataspace.[1]

Archive von unten im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

In Deutschland existieren zur Zeit knapp über 270 Archive von unten. Hiervon befinden sich die meisten in Berlin.

Bernd Hüttner schreibt zu den Archiven:

Diese Archive verfügen alle, da diese am einfachsten zu archivieren sind, über einen großen Bestand an Zeitschriften sowie einen umfangreichen an Broschüren. Den Großteil macht graue Literatur aus und auch etliche "illegale" Literatur ist zu finden. Meist verfügen sie auch über Bücher, Flugblätter und Plakate.[2]

Gerade wegen des Bestandes von "illegaler" Literatur sind einige Archive immer wieder von Hausdurchsuchungen betroffen gewesen.

Liste einiger größerer Archive von unten[Bearbeiten]

  • Archiv der sozialen Bewegungen, Schulterblatt 71, 20357 Hamburg[3]
  • Archiv Aktiv, Sternschanze 1, 20357 Hamburg[4]
  • Archiv der sozialen Bewegungen, St.Pauli-Str. 10/12, 28203 Bremen[5]
  • Archiv für Alternativkultur, Mohrenstr. 41, 10117 Berlin[6]
  • Alhambra-Archiv, Hermannstr. 83, 26135 Oldenburg
  • Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Wien (Schwerpunkt autobiografisches Material ländlicher Unterschichten)
  • Frauenforschungs-, -bildungs und -informationszentrum e.V. (FFBIZ), Eldenaerstraße 35 III, 10247 Berlin[7]
  • Archiv für alternatives Schrifttum (afas), Schwarzbergerstraße 147, 47266 Duisburg[8]
  • Projekt Archiv, c/o Druckluft, Am Förderturm 27, 46049 Oberhausen[9]
  • TTE-Bücherei, Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3, 50670 Köln[10]
  • Papiertiger, Cuvrystr. 25, 10997 Berlin[11]
  • Archiv im Exzess, Leipzigerstr. 91, 60487 Frankfurt
  • Metropoletan-Archiv, Eberhardshofstr. 11 HH, 90429 Nürnberg
  • Gruppe 2, Fasanenstraße 142, 82008 Unterhaching (bei München) (dieses Archiv wurde 2000 als Staatsschutzprojekt enttarnt)[12]
  • Archiv Soziale Bewegungen, Adlerstraße 12, 79098 Freiburg[13]
  • Infoladen, Koburgerstr. 3, 04277 Leipzig[14]
  • Umweltbibliothek, Bernhard-Göringstr. 152, 04277 Leipzig
  • Umweltzentrum-Archiv, c/o Don Quijote (ehemals Umweltzentrum), Scharnhorststraße 57, 48151 Münster[15]
  • Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk", Jena[16]
  • Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Quellenstr. 25, CH-8005 Zürich[17]
  • Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg[18]
  • ID-Archiv im IISG, Cruquiusweg 31, NL-1019 AT Amsterdam[19]

Literatur[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Dataspace
  2. Quelle des Zitates
  3. Archiv der sozialen Bewegungen, Hamburg
  4. Archiv Aktiv
  5. Archiv der sozialen Bewegungen, Bremen
  6. Archiv für Alternativkultur
  7. FFBIZ
  8. afas
  9. Projekt Archiv im Drucklufthaus
  10. TTE-Bücherei
  11. Papiertiger
  12. Gruppe 2
  13. Archiv Soziale Bewegungen, Freiburg/Br.
  14. Infoladen, Leipzig
  15. UWZ-Archiv
  16. Thüringer Archiv für Zeitgeschichte
  17. Studienbibliothek
  18. HIS
  19. ID-Archiv
  20. Buchanzeige

Weblinks[Bearbeiten]