Archivkunde

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Alte Archivkunde: Jacob von Rammingen, Von der Registratur (1571), Baldassare Bonifacio, De Archivis (1632)

Die Archivkunde ist die Lehre von allen in Registraturen entstandenen Unterlagen, also Schriftstücken und allen weiteren Datenträgern (Schrift-, Bild-, Tongut und elektronische Datenträger), die von historischem oder rechtlichem Wert ("archivwürdig") sind und in Archiven aufbewahrt werden.

Die Archivkunde wird zu den Historischen Hilfswissenschaften gezählt. Ob man anstelle einer Archivkunde von einer Archivwissenschaft sprechen könne, ist in der Fachdiskussion umstritten.

Man kann hier die zwei frühesten historisch bekannten Archivhandbücher nennen. Diese ersten Vorläufer der Archivwissenschaft sind im Jahr 1571 gedruckt worden und wurden vermutlich in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts komponiert. Ihr Verfasser, der deutsche Edelmann Jakob von Rammingen (1510-1582)[1], dürfte als der „Vater” dieses Studienfachs betrachtet werden.[2] Er gründete eine Archivtradition, die in Deutschland für mindestens ein paar Jahrhunderte anhielt. Die Archivtheorie wurde zum ersten Mal von ihm formuliert.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beat Rudolf Jenny: Vom Schreiber zum Ritter. Jakob von Ramingen 1510- nach 1582. In: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und der angrenzenden Landesteile in Donaueschingen Bd. 26 (1966) S. 1-66
  2. JBLD Strömberg: The earliest predecessors of archival science - Jacob von Rammingen's two manuals of registry and archival management, printed in 1571, translated by JBLD Strömberg, Lundaboken, Lund 2010 (Jakob von Ramingen in moderner englische Übersetzung).
  3. Digitalisat Von der Registratur