Arcturus

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Dieser Artikel beschreibt die Musikgruppe. Angaben zum Stern mit diesem lat. Namen siehe unter Arktur.
Arcturus
Arcturus 2005 - ICS Vortex, Hellhammer & Valle.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) Black Metal, Dark Metal, Progressive Metal
Gründung 1987
Auflösung 2007
Neugründung 2011
Aktuelle Besetzung
Simen „ICS Vortex“ Hestnæs
Knut Magne Valle
Gitarre
Tore Moren
Hugh Mingay
Steinar „Sverd“ Johnsen
Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Kristoffer Rygg
Gesang
Øyvind Hægeland
Gitarre
Carl August Tidemann
Gitarre
Thomas Thormodsæter „Samoth“ Haugen
Bass
Dag F. Gravem
Bass, Gesang
Marius Vold

Arcturus ist eine norwegische Metal-Band, die 1987 unter dem Namen Mortem gegründet wurde. 1990 änderte die Band den Namen in Arcturus (den lateinischen Namen eines Sterns im Sternbild Bärenhüter, siehe Arktur). An der Band beteiligt waren im Laufe der Jahre unter anderem Mitglieder von Mayhem, Emperor, Ulver und Dimmu Borgir.

Am 17. April 2007 erklärte die Band offiziell ihre Auflösung[1], kam jedoch im Jahr 2011 wieder zusammen[2].

Geschichte[Bearbeiten]

Marius Vold, Steinar „Sverd“ Johnsen und Jan Axel „Hellhammer“ Blomberg gründeten 1987 die Band Mortem.[3] Die einzige Veröffentlichung dieser Band war eine vom Mayhem-Gitarristen Øystein „Euronymous“ Aarseth produzierte[4] Demoaufnahme mit dem Titel Slow Death, welche zuerst als Kassette und 1989 vom französischen Label Putrefication Records als 7”-EP veröffentlicht wurde[3].

Im Jahr 1990 benannte sich die Band in Arcturus um.[3] Noch in der Mortem-Originalbesetzung wurde die erste EP My Angel aufgenommen und 1991 ebenfalls über Putrefaction Records veröffentlicht. Sverd spielte für diese EP zusätzlich zur Gitarre auch Keyboard ein. Danach ruhten die Bandaktivitäten zunächst[3], da Vold ausstieg[3][5] und mit Snorre Ruch die Band Stigma Diabolicum gründete[5][6], und Johnsen kein Interesse mehr hatte, Gitarre zu spielen, und sich lieber auf die Keyboards konzentrieren wollte[3].

Im Jahr 1993 rekrutierte die Band Tomas „Samoth“ Haugen von Emperor als neuen Gitarristen und Kristoffer „Garm“ Rygg von Ulver als neuen Sänger.[3] Die Band nahm ihre zweite EP Constellation auf und veröffentlichte sie über Samoths Plattenfirma Nocturnal Art; die EP sollte nur der Promotion des geplanten Albums dienen und wurde deshalb auf 500 Exemplare limitiert. 1994 verließ Samoth die Band wegen einer Haftstrafe und seiner bei seinen anderen musikalischen Aktivitäten liegenden Prioritäten. Samoth wurde durch Carl August Tidemann ersetzt und zusammen mit Ulver-Bassist Hugh Steven James „Skoll“ Mingay das Debütalbum Aspera hiems symfonia aufgenommen, nach den Aufnahmen stieg Tidemann wieder aus, ersetzt wurde er durch Knut Magne Valle. Das Album bestand aus überarbeitetem Material der Constellation-EP und aus neuen, englischsprachigen Liedern. Veröffentlicht wurde es über Ancient Lore Creations und in den USA als Lizenzpressung über Century Media. Im Herbst 1995 gab die Band ein Konzert zur Veröffentlichung des Albums.[3]

Ende 1996 wurde mit den Aufnahmen für das Konzeptalbum La Masquerade Infernale begonnen, sie dauerten beinahe sechs Monate. Es wirkten ein Streichquartett und als Gastsänger Simen „ICS Vortex“ Hestnæs mit. Sechs der Stücke wurden neu gemischt und zusammen mit einer Neuaufnahme und einem neuen Lied 1999 auf dem Tonträger Disguised Masters veröffentlicht.[3]

Erst 2000 wurde Arcturus wieder aktiv und begann mit den Aufnahmen zum nächsten Album The Sham Mirrors, das im April 2002 über Ad Astra Enterprises erschien.[3] Für den deutschsprachigen Raum wurde das Album an Prophecy Productions, für die USA an The End Records lizenziert. Aufgenommen wurde erneut in einer anderen Besetzung, nun mit Dag F. Gravem als Bassisten. Diese Besetzung wurde durch Hugh Mingay, Vegard „Ihsahn“ Tveitan (Emperor) und den Hornisten Mathias Eick als Gastmusiker ergänzt. Auch das neue Album war wieder modern und eigenwillig, zeigte aber durchaus Anleihen beim ersten Album und gängigeren Progressive- und Black-Metal-Strömungen. Arcturus erreichte damit sogar eine Platzierung in den finnischen Charts[7].

Ebenfalls im Jahr 2002 veröffentlichte Candlelight Records auf einer Doppel-CD neu gemasterte Versionen von My Angel, Constellation und Aspera hiems symfonia sowie die bislang unveröffentlichten Lieder The Deep Is the Skies und Cosmojam.

Kristoffer Rygg verließ die Band im Jahr 2003 und wurde durch Øyvind Hægeland von Spiral Architect ersetzt. Mit ihm trat die Band im selben Jahr auf dem Southern Discomfort Festival in Kristiansand und dem Hole in the Sky in Bergen auf. 2004 spielte die Band auf einer kurzen Tournee in Ungarn, Deutschland, Italien und Griechenland.[3] Hægeland verließ die Band wegen beruflicher Verpflichtungen. Zu seinem Ersatz wurde Simen Hestnæs. Im Dezember 2004 ging die Band erneut ins Studio, um ihr folgendes Album zu produzieren. Im Januar 2005 trat sie erstmals mit Hestnæs live auf, im September folgte das vierte Studioalbum Sideshow Symphonies, gefolgt von einer Europatournee im Oktober.[3] Das erste Konzert vor Beginn dieser Tournee fand am 24. September im Rockefeller in Oslo statt und wurde für eine im Mai 2006 erschienene Live-DVD mitgeschnitten. Diese trägt den Titel Shipwrecked in Oslo, der auf das Lied Shipwrecked Frontier Pioneer vom Album Sideshow Symphonies anspielt.

Wie am 17. April 2007 vermeldet wurde, hatte Sänger Simen Hestnæs bei einem Auftritt in Melbourne mit den Worten „Welcome to the last show ever of Arcturus!“ das Ende der Band angekündigt. Die Band veröffentlichte auf ihrer Homepage eine Stellungnahme, der zufolge die Band diese Entscheidung einige Zeit zuvor getroffen hatte und ihre Mitglieder aufgrund weiterer Verpflichtungen in ihrer Karriere und ihrem Leben nicht die Zeit zur Fortführung der Band hätten.[1]

Nach seiner Trennung von Dimmu Borgir kündigte Hestnæs im September 2009 an, mit den anderen ehemaligen Arcturus-Mitgliedern über eine Wiedervereinigung der Band zu sprechen.[8] Diese bestätigte Hestnæs im September 2010 und kündigte an, die Reunion-Show beim ProgPower USA Festival 2011 zu spielen[9], sagte den Auftritt jedoch später ab[10]. Im Jahr 2012 trat die Band u. a. beim Inferno Metal Festival Norway und beim Hellfest-Festival auf.[11] Im Januar 2013 gaben Arcturus bekannt, dass ein neues Album geplant sei.[12]

Stil[Bearbeiten]

Mortems Musikstil orientierte sich am Death Metal, auch auf der nach der Umbenennung aufgenommenen EP My Angel spielte die Band einen langsamen, repetitiven Death-Metal-Stil. Die Musik auf Constellation war symphonisch und die Texte in norwegischer Sprache.

La Masquerade Infernale stellte ein Konzeptwerk über Faust und insbesondere die Rolle des Mephisto dar. Durch den Einsatz eines Streichquartetts und anderer klassischer Instrumente (Querflöte, Französischhorn) entstand ein eigenständiger und stark vom Black Metal wegführender theatralischer Stil. Insgesamt gilt das Album als Klassiker des avantgardistischen Metals; sowohl die Band selbst als auch Archaon von 1349 bezeichneten es als „wahnsinnig innovativ“[3][13]. Disguised Masters enthielt klassische, progressive, elektronische und experimentelle Remixe von La Masquerade Infernale; auch The Sham Mirrors war wieder modern und eigenwillig, zeigte aber durchaus Anleihen beim ersten Album und gängigeren Progressive- und Black-Metal-Strömungen. Das vierte Studioalbum Sideshow Symphonies kann stilistisch als Amalgamat der drei Vorgänger betrachtet werden.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Kompilationen[Bearbeiten]

Live-Alben[Bearbeiten]

EPs und Demos[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Home
  2. ICS Vortex im Interview mit lordsofmetal.nl, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  3. a b c d e f g h i j k l m History.
  4. The True Mayhem. In: Jon Kristiansen: Metalion: The Slayer Mag Diaries. Brooklyn, NY: Bazillion Points Books 2011, S. 211.
  5. a b Norse Force. In: Jon Kristiansen: Metalion: The Slayer Mag Diaries. Brooklyn, NY: Bazillion Points Books 2011, S. 196.
  6. Thorns: Stigma Diabolicum (A5 Leatherbook version), Kyrck Productions 2007.
  7. The Sham Mirrors (Album) in den finnischen Charts.
  8. David Nagel: Dimmu Borgir: Vortex meldet sich zu Wort.
  9. Alexander van Stein: Arcturus: bestätigen Reunion für 2011, abgerufen am 18. September 2010
  10. Zhao: Arcturus – ProgPower USA Show Cancelled, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  11. Mitschnitt auf Arte
  12. New album in 2013…, facebook.com, abgerufen am 28. April 2013.
  13.  Anja Müller-Lochner: Schwarze Avantgarde. In: Metal Hammer. Axel Springer Mediahouse GmbH, Berlin Mai 2010, S. 66.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arcturus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien