Arduin von Ivrea

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Arduin von Ivrea (* um 955; † 1015 in Fruttuaria) war von 1001 bis 1015 Markgraf von Ivrea und von 1002 bis 1004 König von Italien.

Leben[Bearbeiten]

Arduin war der Sohn des Markgrafen Dado. Aufgrund ungeklärter Anrechte geriet er um 990 an die Macht als Markgraf der oberitalienischen Markgrafschaft Ivrea.

Durch seine Politik, sich auf die teilweise unrechtmäßigen Besitzer von Kirchengut zu stützen, geriet er in Konflikt mit den lokalen Bischöfen, besonders in der Stadt Vercelli, deren Bischof Petrus von Vercelli er 997 ermorden ließ. Nachdem Arduin 999 durch eine Synode in Rom verurteilt und exkommuniziert worden war, verlor er auf Betreiben des Bischofs Leo von Vercelli einen Großteil seiner Besitzungen.

Nach dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Otto III. ließ sich Arduin 1002 zum König von Italien wählen. Seine Gegner, insbesondere Leo von Vercelli, standen jedoch auf Seiten des römisch-deutschen Königs Heinrich II. Heinrich entsandte Otto von Kärnten, der von Arduin 1003 militärisch geschlagen wurde. 1004 zog Heinrich selbst gegen Arduin, konnte militärische Erfolge erzielen und wurde zum König von Italien gekrönt.

Zu Verhandlungen mit Heinrich erklärte sich Arduin erst 1013 bereit, was dieser jedoch ablehnte. 1014/15 versuchte Arduin gemeinsam mit einer großen Adelsopposition einen letzten Aufstand, der aber am Widerstand des Markgrafen von Canossa und des Bischofs von Vercelli scheiterte. Arduin zog sich ins Kloster Fruttuaria zurück, wo er 1015 starb. Nach seinem Tod löste sich die Markgrafschaft Ivrea auf.

„Einheimische“ italienische Könige gab es erst wieder in der Neuzeit (ab 1861).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursula Brunhofer: Arduin von Ivrea und seine Anhänger. Untersuchungen zum letzten italienischen Königtum des Mittelalters. Arethousa-Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-934207-00-6, (Zugleich: München, Univ., Diss., 1997).
  • Giuseppe Sergi: Il declino del potere marchionale anscarico e il riassetto circoscrizionale del Piemonte settentrionale. In: Bollettino storico bibliografico subalpino 73, 1975, S. 441-492.
  • L. Fasola: Arduin von Ivrea. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 915–916.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Konrad Markgraf von Ivrea
1001–1015
Wibert
Otto III. König von Italien
1002–1004
Heinrich II.