Arenas de San Pedro

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Gemeinde Arenas de San Pedro
Arenas de San Pedro – Ortsansicht
Arenas de San Pedro – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Arenas de San Pedro
Arenas de San Pedro (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Ávila
Comarca: Valle del Tiétar
Koordinaten 40° 13′ N, 5° 5′ W40.210555555556-5.085510Koordinaten: 40° 13′ N, 5° 5′ W
Höhe: 510 msnm
Fläche: 194,85 km²
Einwohner: 6.795 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 34,87 Einw./km²
Postleitzahl: 05400
Gemeindenummer (INE): 05014 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Amtssprache: Kastilisch
Ayuntamiento de Arenas de San Pedro Webpräsenz der Gemeinde

Arenas de San Pedro ist eine zentralspanische Kleinstadt und Gemeinde (municipio) in der Provinz Ávila in der Autonomen Region Kastilien-León. Der alte Ortskern wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft. Die Gemeinde hat 6933 Einwohner (INE 2011), so dass Arenas de San Pedro nach Ávila und Arévalo die drittgrößte Einwohnerzahl der Provinz hat. Es ist der Hauptort der Comarca Valle del Tiétar und gehört zu den alten Tierras de Talavera.

Lage[Bearbeiten]

Arenas de San Pedro liegt auf der Südseite der Sierra de Gredos am südlichen Rand der Provinz Ávila; der höchste Gipfel auf dem Gemeindegebiet ist La Mira (2343 m). Die Entfernung nach Ávila beträgt knapp 85 Fahrtkilometer in nordöstlicher Richtung; bis nach Salamanca sind es gut 150 Kilometer in nordwestlicher Richtung. Außer Arenas de San Pedro hat die Gemeinde noch drei andere Ortsteile: Ramacastañas, La Parra und Hontanares. Ein Großteil des Gemeindegebietes gehört zum Regionalpark Sierra de Gredos (Parque Regional de Sierra de Gredos).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2012
Einwohner 6.593 6.295 6.604 6.413 6.395 6.841

Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl von etwa 1.500 im Jahre 1830 auf über 3.300 im Jahre 1897.

Klima[Bearbeiten]

Trotz größerer Regenfälle, die denen der ozeanischen Klimazone vergleichbar sind, wird die Gemeinde Arenas de San Pedro der mediterranen Klimazone zugerechnet; es ist als Csa-Typ (mild mit trockenen, heißen Sommern) nach der Köppen Klimaklassifikation bestimmt.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Arenas de San Pedro
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 5,3 6,9 9,1 12,3 16,2 20,5 24,1 23,3 19,9 14,5 8,3 5,30 Ø 13,8
Niederschlag (mm) 201,7 190,1 110,1 129,4 97,4 53,6 12,2 13,7 47,1 159,8 204,0 212,9 Σ 1.432
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Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft, vor allem die Viehzucht, spielt traditionell die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Berggemeinde, die in früheren Zeiten für die Weiler und Einzelgehöfte in der Umgebung auch ein regionales Zentrum für Handwerk und Handel war. Einnahmen aus dem Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (casas rurales) sind in den letzten Jahrzehnten hinzugekommen.

Ortsname und Wappen[Bearbeiten]

Der Ursprung des Namens Arenas stammt aus der Zeit der Gründung der Stadt im Mittelalter. Ursprünglich hieß die Stadt Arenas de las Ferrerías de Ávila, aufgrund der Nähe zur alten Eisenerzmine La Tablada, die der Comarca de las Ferrerías de Ávila einst ihren Namen gab.[2][3] Die Zugabe de San Pedro erfolgte nach der Heiligsprechung von San Pedro de Alcantára, der im 17. Jahrhundert in der Stadt lebte. Es gibt einige ähnliche Ortsnamen in der Umgebung: den Arenal-Fluss, der durch die Stadt läuft,[4] und die Gemeinde El Arenal.

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Stadt mehrfach geplündert, zum Beispiel während des Spanischen Unabhängigkeitskriegs und des ersten Karlistenkriegs. Das ist möglicherweise der Grund dafür, warum das Wappen der Gemeinde eine in Flammen stehende Burg zeigt mit dem Sinnspruch Siempre incendiada y siempre fiel („Immer verbrannt und immer treu“).[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Gerichtssäule (rollo oder picota)

Wenngleich hier bereits in römischer Zeit eine Brücke errichtet wurde, sind Siedlungsfunde aus iberischer, römischer, westgotischer oder islamischer Zeit nicht bekannt und so können die Ursprünge der Stadt lediglich bis ins Mittelalter verfolgt werden, als eine Gruppe von Siedlern im Rahmen der Repoblación den heutigen Standort wählte. Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort im Spätmittelalter als Eigentum eines Don Rodrigo Alonso Pimentel, Graf von Benavente. Danach ging es in den Besitz von Don Álvaro de Luna über. Aus dieser Zeit ist jedoch lediglich noch die mittelalterlichen Zollbrücke über den Río Arenal erhalten. Der Ort erhielt die Stadtrechte im Jahre 1393 unter der Herrschaft von Heinrichs III. von Kastilien. Danach war die Stadt der Hauptort einer Grundherrschaft (señorio), welche neben Arenas de San Pedro auch die Dörfer El Arenal, Guisando, Hontanares, La Parra, Ramacastañas und Poyales del Hoyo umfasste.

Im ausgehenden 18. Jahrhundert erlebte die Stadt noch einmal eine kurze Blütezeit durch den Infanten Luis de Borbón y Farnesio, den Bruder des Königs Karl III., der in seinem Palast Künstler aller Art empfing – darunter auch Francisco de Goya, Luigi Boccherini und Ventura Rodríguez.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg (Castillo de la Triste Condesa)
Aquelcabos-Brücke
  • Das Castillo de la Triste Condesa („Burg der traurigen Gräfin“) wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts errichtet. Es ist eine quadratische Burganlage mit runden Wehrtürmen in den Ecken und einem Bergfried (torre de homenaje). Die quadratischen Flankentürme sind möglicherweise später hinzugefügt worden.
  • Kirche Nuestra Señora de la Asunción wurde von Ruy López Dávalos, dem ersten Grundherren (señor) von Arenas im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut.
  • Eine Gerichtssäule oder Pranger (rollo de justicia oder picota) stammt aus der Barockzeit. Die kegelförmige Spitze und zwei der ehemals vier Arme der Kapitellzone sind abgebrochen.
  • Der Palast des Infanten Luis de Borbón (Palacio de la Mosquera), ein klassizistisches Gebäude, das sich in seiner Architektur deutlich am 200 Jahre älteren Vorbild des Escorial orientiert, wurde in den Jahren nach 1776 vom Infanten Don Luis, einem Bruder Karls III. erbaut. Dieser hatte sich nach seiner Liebesheirat mit einer Bürgerlichen hierher zurückgezogen und der Kultur zugewandt – so waren hier u. a. Goya und der Musiker und Komponist Boccherini zu Gast. Als planender und überwachender Architekt wird Ventura Rodríguez genannt.
  • Die Aquelcabos-Brücke wird auch als Römerbrücke (puente romano) bezeichnet, da sie bereits in römischer Zeit erbaut worden sein soll. Ihr heutiger Anblick ist eher mittelalterlich, obwohl auch in späterer Zeit immer wieder Restaurierungen stattfanden.
Santuario de San Pedro de Alcántara
Umgebung
  • Drei Kilometer nördlich der Stadt befindet sich das Franziskanerkloster San Pedro de Alcántara. Es entstand im 16. Jahrhundert an der Stelle der verlassenen Einsiedelei San Andrés del Monte und wurde im 18. Jahrhundert unter der Leitung der Architekten Ventura Rodríguez und Francisco Sabatini umgebaut. Ein Museum zeigt sakrale Kunstwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Festtag[Bearbeiten]

Die Feierlichkeiten der Stadt werden zu Ehren der Madonna del Pilar (8. September) und des Heiligen Petrus von Alcantara (19. Oktober) gefeiert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arenas de San Pedro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. José Serrano Cabo: Historia y geografía de Arenas de San Pedro y las villas y pueblos de su partido. Salamanca 1989, Caja Salamanca, ISBN 84-87132-06-5, S. 14-15f.
  3. Miguel Troitiño Vinuesa: Gredos: territorio, sociedad y cultura. Ávila 1995, Diputacion Provincial de Ávila, Institución Gran Duque de Alba, ISBN 84-86930-15-4, S. 68f.
  4. Instituto Geológico y Minero de España: Mapa Geológico de España E. 1:50.000. Hoja 578 (Arenas de San Pedro)
  5. Real Academia de Historia: Boletín de la Real Academia de la Historia, Tomo CLXXI. Madrid 1974, S. 205 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).