Arethusa (Mythologie)

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Arethusa, von Delphinen umgeben (Dekadrachme aus Syrakus, ca. 400 v. Chr.)

Arethusa (griechisch Ἀρέθουσα) ist der Name einer der Najaden. Sie ist die Nymphe der Arethusaquelle auf der Insel Ortygia bei Syrakus in Sizilien, von der im Altertum vermutet wurde, dass sie eine unterirdische Verbindung zum Fluss Alpheios besitze.

Mythos[Bearbeiten]

Alpheios verfolgt Arethusa (Stich von Bernard Picart)
Arethusa berichtet Ceres vom Verbleib ihrer Tochter (Vincenz Grüner, 1791).

Der Mythos ist schon Pindar bekannt, am ausführlichsten und mit der größten Nachwirkung erzählt wird er in den Metamorphosen des Ovid:

Der Flussgott Alpheios verliebt sich in die Nymphe Arethusa, trifft bei ihr aber nicht auf Gegenliebe. Denn ihr ist ihre Schönheit eine Last, sie will von Männern nichts wissen und zieht es vor, allein in den Wäldern zu jagen. Als sie ein Bad im Alpheios nimmt, verliebt sich der Flussgott in die nackte Schönheit. Diese flieht, und er nimmt die Verfolgung auf. Kurz bevor er sie einholen kann, ruft die Nymphe ihre Herrin Diana um Hilfe an. Arethusa wird darauf zum Schutze von Diana in eine Quelle verwandelt und nach Sizilien versetzt. Die Wasser des Alpheios aber suchen im Meer noch immer nach der Nymphe.

In einige Versionen findet er Arethusa und mischt seine Wasser mit ihren. Manchmal ist es auch nicht Flussgott und Nymphe, sondern Jäger und Jägerin, die dann in Fluss auf der Peloponnes bzw. Quelle bei Syrakus verwandelt werden.

Prägnant zusammengefasst in Des Eros Macht, einer Idylle des Moschos:

Pisa vorbei stürzt nieder zum salzigen Meer der Alfeios,
Lenkt dann zur Arethusa die ölbaumtragenden Wasser,
Festliches Laub und Blumen zur Gab' ihr bringend, und Siegsstaub,
Und tief steigt er hinab in die Brandungen; dann in des Meeres
Abgrund rollet er unter, und mischt nicht Wasser den Wassern;
Nicht auch erkennet das Meer, wie der mächtige Strom es durchwandelt.
Unheilbrütender Knab', arglistiger, Lehrer des Gräuels!
Selber den Strom lehrt' Eros vor Lüsternheit unterzutauchen!
Übersetzung von Johann Heinrich Voss

Man habe auf dem Peloponnes eine Schale in den Alpheios geworfen, die in Syrakus wieder aufgetaucht sei. Dass dergleichen nicht nur Mythos, sondern dass derartige Flussverläufe real sein könnten, wurde von Strabon immerhin ernsthaft erörtert, Pausanias glaubte daran, da das Orakel von Delphi die Geschichte bestätigt hätte, Polybios dagegen zeigt sich sehr skeptisch. Sogar noch in der Suda, dem byzantinischen Lexikon, wird der seltsame Verlauf des Alpheios als Realität dargestellt.

In den Metamorphosen erscheint die Sage eingebettet in die Erzählung vom Raub der Proserpina. Dort ist es Arethusa, die vor der auf das äußerste erzürnten Ceres, der Mutter der Proserpina, die vom Unterweltsgott Pluto entführt worden war, aus ihrer Quelle steigt. In ihrer Wut ist Ceres dabei, die ganze Welt zu vernichten. Arethusa bittet nun als Schutzgottheit Siziliens für die an dem an Proserpina verübten Verbrechen unschuldige Erde und eröffnet der Ceres, wer der Entführer ist und wo Proserpina sich befindet. Sie weiß davon, da sie ja durch ihren unterirdischen Verlauf in der Unterwelt weit reichende Verbindungen hat.

Stadtgottheit von Syrakus[Bearbeiten]

Arethusaquelle in Syrakus

Arethusa wurde im antiken Syrakus als göttlich verehrt. Sie galt gewissermaßen als Stadtgottheit. Schon ab dem frühen fünften Jahrhundert v. Chr. findet sich ihr Bild, meist umgeben von vier Delphinen, durchgängig auf den Münzen von Syrakus. Am bekanntesten ist die Darstellung der Nymphe, das Haar mit Schilfhalmen geschmückt, auf den großformatigen, von dem hochgerühmten Stempelschneider Euainetos signierten Silbermünzen (Dekadrachmen), die für viele Prägungen der griechischen Welt als Vorbild dienten und sogar vom Feind, den Karthagern, nachgeahmt wurden.

Später wurde Arethusa auch als Muse des Hirtengedichts angesehen.

Nach Claudius Aelianus hat es in der Quelle heilige Aale gegeben.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]