Aretin (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Freiherren von Aretin

Aretin ist der Name eines bayerischen Adelsgeschlechts, das mit Johann Baptist Kristof von Aretin seine Stammreihe beginnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Gemäß einem Taufschein vom 8. Mai 1710 wurde Johann von Aretin als Sohn des armenischen Kleinkönigs Bagdasar von Siounik und dessen Ehefrau Gogza aus dem Haus der Fürsten von Charabagh am 24. Juni 1706 in Konstantinopel geboren. Am 11. April 1769 wurde Johann, der zuvor kurbayerischer Wirklicher Hofkammerrat und Hauptmauthner in Ingolstadt geworden war, in München durch Kurfürst Maximilian III. Joseph in den bayerischen Freiherrenstand erhoben und am 1. Oktober 1812 bei der Freiherrenklasse im Königreich Bayern immatrikuliert. Hierbei erfolgte die Erneuerung des Wappens von Aretin.

Johann Adam Freiherr von Aretin (1769–1822), seit 1798 bayerischer Vizekanzler, war ab 1802 als Generalkommissär für die Säkularisation in Bayern des bisher unabhängigen Hochstifts Freising zuständig. Er erwarb 1812 Schloss Haidenburg in Aldersbach (Landkreis Passau) und im selben Jahr das säkularisierte Kloster Aldersbach mit der Brauerei Aldersbach, die sich bis heute im Familienbesitz befindet. Sein Bruder war der Historiker und Bibliothekar Johann Christoph von Aretin, der als Oberbibliothekar an der Hof- und Staatsbibliothek in München maßgeblich an der Säkularisation mitwirkte und ein Pionier des modernen Bibliothekswesens wurde. Er erwarb die Güter Wischenhofen, Rinnenthal und das Schloss Münchshofen in der Oberpfalz (bis 1911 im Besitz der Familie). Ein weiterer Bruder war Johann Georg (1770–1845), der als bayerischer Staatsbeamter und Publizist die Reformen Montgelas' unterstützte.

In der Folgezeit gelang es den Freiherren von Aretin, bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Herrschaft mit zahlreichen Hofmarken zwischen Vils und Rott mit Haidenburg als Zentrum zu errichten[1], darunter Münchsdorf, ferner Neuburg an der Kammel in Schwaben. Das nach einem Brand 1871 im neugotischen Stil wieder aufgebaute Schloss Haidenburg blieb bis 1972 im Besitz der Familie.

Die Familie stellte noch mehrere weitere bayerische Politiker und Historiker.

Das Wappen seit 1769[Bearbeiten]

Geviert mit silbernem Herzschild belegt, darin auf natürlichen Wellen ein dreimastiges Kriegsschiff, begleitet rechts oben von einem goldenen Kometen. 1 und 4 in Blau drei (2, 1) goldene Sterne, 2 und 3 in Rot auf silbernem Ross ein Schwert schwingender Geharnischter mit silbernem Schild an der linken Seite, darauf ein St. Georgs-Kreuz. Königliche Bügelkrone und zwei Helme; auf dem rechten mit rot-silbernen Decken der Geharnischte zwischen zwei von Gold und Blau übereck geteilten Büffelhörnern, auf dem linken mit blau-goldenen Decken der Komet mit abwärts gerichtetem Schweif zwischen offenem, von Silber und Rot übereck geteiltem Flug.

Namensträger[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aretin family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzer Abriss der Geschichte Haidenburgs auf der Webseite von Aldersbach