Argentinisches Quechua

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Argentinisches Quechua (Arhintina Runasimi)

Gesprochen in

Argentinien
Sprecher 60.000  
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von  
Sprachcodes
ISO 639-1:

qu

ISO 639-2:

que

ISO 639-3:

qus, que (Makrosprache)

Santiago del Estero.png

Argentinisches Quechua, spanisch Quichua argentino oder genauer Quichua Santiagueño ist eine Varietät des Südlichen Quechua, die in der argentinischen Provinz Santiago del Estero sowie angrenzenden Gebieten der Provinz Salta gesprochen wird. Früher wurde Quechua auch in der Provinz Tucumán (insbesondere in den Valles Calchaquíes) gesprochen, doch ist es dort heute ausgestorben.

In der argentinischen Provinz Jujuy wird von einigen tausend Menschen ebenfalls Quechua gesprochen, welches jedoch zum südbolivianischen Quechua und somit zur Variante Qusqu-Qullaw gehört. Lediglich in Siénega (Cusi-Cusi) nahe der bolivianischen und chilenischen Grenze wird es an einer Schule von einem einzigen Lehrer unterrichtet.

Das Quichua Santiagueño hat etwa laut SIL International 60.000 Sprecher. Andere Quellen sprechen von bis zu 150.000 Quechua-Sprechern in Santiago del Estero, Salta und Jujuy. In den meisten Gegenden lernen es die Kinder nicht mehr als Muttersprache, so dass es zu den bedrohten Quechua-Varianten gehört. Viele Santiagueños benutzen aber einzelne Quechua-Wörter in ansonsten spanischen Sätzen. Das Quichua Santiagueño wird nur in einer einzigen Schule (Escuela de Bandera Bajada) in Santiago del Estero als Fremdsprache auf freiwilliger Basis von einem einzigen Lehrer ohne jegliche staatliche Unterstützung unterrichtet. Es gibt noch nicht einmal eine allgemein anerkannte Rechtschreibung, für welche sich das in Peru und Bolivien angewandte Südliche Quechua anbieten würde.

Kennzeichnend für das Quechua in Santiago del Estero ist die Kontraktion, insbesondere der Lautfolgen awa zu aa und nchik zu ysh, z.B. qaay "schauen" oder nuqaysh "wir (auch du)". Anlautendes [h] ist verstummt.

Weblinks[Bearbeiten]