Argentit

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Argentit
Acanthite-113670.jpg
Typische, aber seltene, gut entwickelte Pseudomorphose (Paramorphose) von Akanthit nach Argentit aus China
Allgemeines und Klassifikation
Chemische Formel Ag2S
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze – Metall:Schwefel (Selen, Tellur)>1:1[1]
System-Nr. nach Strunz
und nach Dana
2.BA.30a[2] (8. Auflage: nicht vergeben)
02.00.00.00
Ähnliche Minerale Akanthit
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol kubisch-hexakisoktaedrisch; 4/m 3 2/m
Raumgruppe Im3m (Nr. 229)
Gitterparameter a = 4,89 Å[1]
Formeleinheiten Z = 2[1]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2 bis 2,5
Dichte (g/cm3) 7,1
Spaltbarkeit undeutlich nach {001} und {110}
Bruch; Tenazität uneben
Farbe schwarz, grau
Strichfarbe bleigrau
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Argentit (veraltet Silberglanz) ist ein bisher nur hypothetisches aber nicht anerkanntes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“, das als Hochtemperatur-Modifikation des Silbersulfids (Ag2S) nur bis zu einer Temperatur von 173 °C stabil ist.

Argentit kristallisiert zunächst im kubischen Kristallsystem, wandelt sich dann aber bei weiterer Abkühlung in den monoklinen Akanthit um, wobei er meist die äußere Kristallform des Argentits beibehält. Diese Paramorphosen werden aus Unkenntnis des genauen Sachverhaltes oft fälschlich und irreführend als „Argentit“ bezeichnet. Korrekt müssten sie entweder als „Pseudomorphosen von Akanthit nach Argentit“ oder „pseudokubischer Akanthit“ bezeichnet werden.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde Argentit 1845 von Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral nach dem lateinischen Wort argentum für Silber benannte.

Klassifikation[Bearbeiten]

Argentit wird in der Systematik der Minerale nach Strunz zusammen mit Akanthit klassifiziert.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Argentit nicht genauer ein, er hat hier die Systemnummer 2.00.00.00

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Argentit kristallisiert kubisch in der Raumgruppe Im3m (Raumgruppen-Nr. 229) mit dem Gitterparameter a = 4,89 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Argentit bildet sich nur temporär in hochgradigen hydrothermalen Lösungen von über 173 °C in Silbererz-Gängen. Unterhalb dieser Temperatur bildet sich Akanthit als stabile Phase direkt. Paragenesen und Fundorte siehe Akanthit.

Verwendung[Bearbeiten]

Argentit ist neben Akanthit einer der wichtigsten Rohstoffe zur Gewinnung von Silber.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005, ISBN 3-540-23812-3, S. 32 (Argentit und Akanthit).
  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 23.
  •  Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 421-422.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Argentite – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Webmineral – Argentite (englisch)
  2. IMA/CNMNC List of Mineral Names - Argentite (englisch, PDF 1,8 MB; S. 16)