Ariane Friedrich

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Medaillenspiegel
Ariane Friedrich bei der Weltmeisterschaft 2010
Ariane Friedrich bei der Weltmeisterschaft 2010
Hochsprung
DeutschlandDeutschland Deutschland
Weltmeisterschaften
Bronze 2009 Berlin Hochsprung
Europameisterschaften
Bronze 2010 Barcelona Hochsprung
Halleneuropameisterschaften
Gold 2009 Turin Hochsprung
Sommer-Universiade
Gold 2009 Belgrad Hochsprung
Silber 2007 Bangkok Hochsprung
Bronze 2005 Izmir Hochsprung

Ariane Friedrich (* 10. Januar 1984 in Nordhausen) ist eine deutsche Hochspringerin.

Ihre größten sportlichen Erfolge sind der Gewinn der Halleneuropameisterschaften 2009 in Turin (2,01  m) und die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. Des Weiteren siegte sie bei den U20-Junioreneuropameisterschaften 2003, bei der Universiade 2009 in Belgrad,[1] den Deutschen Meisterschaften in den Jahren 2004, 2007, 2008 und 2009, den Deutschen Hallenmeistertitel in den Jahren 2004, 2006, 2007 und 2012, gewann die Silbermedaille bei der Universiade 2007 in Bangkok und belegte jeweils den dritten Platz bei der Universiade in Izmir und den U23-Junioreneuropameisterschaften in Erfurt im Jahr 2005.

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Ariane Friedrich war bis 2007 nicht über 1,93 m hinausgekommen und eine Springerin von überwiegend nationaler Bedeutung. In der Hallensaison steigerte sie sich auf 2,02 m, wurde aber bei den Hallenweltmeisterschaften in Valencia nur Achte. In der Freiluftsaison stellte sie beim Leichtathletik-Europacup in Annecy am 22. Juni 2008 mit 2,03 m eine persönliche Bestleistung auf und startete bei den Olympischen Spielen 2008 als Medaillenkandidatin. Obwohl ihr zunächst die Sprünge über 1,85 m, 1,93 m und 1,96 m im ersten Versuch gelangen, schied sie mit dreimal gerissenen 1,99 m vorzeitig aus und wurde Siebte.

Im nächsten Jahr verbesserte sie in der Halle am 15. Februar 2009 in Karlsruhe ihre Bestleistung auf 2,05 m und triumphierte bei den Halleneuropameisterschaften 2009, als sie ihre große Rivalin Blanka Vlašić deutlich besiegte. Beim Internationalen Stadionfest Berlin steigerte sie im Duell mit Vlašić am 14. Juni 2009 den Deutschen Freiluftrekord von Heike Henkel auf 2,06 m.[2] Sie liegt damit auf dem geteilten vierten Rang der ewigen Weltbestenliste.[3]

Friedrich blieb 2009 lange ungeschlagen, um dann von Blanka Vlašić in Monaco besiegt zu werden. Das große Duell bei den Weltmeisterschaften in Berlin erweiterte sich zu einem Dreikampf mit der Russin Anna Tschitscherowa. Friedrich konnte zwar 2,02 m überspringen, ihr blieb aber nur die Bronzemedaille. Nach zwei Wettkämpfen weit unter ihrem Niveau brach sie die Saison ab.

2010 errang Friedrich die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften in Barcelona mit einer Höhe von 2,01 m. Am 22. Dezember 2010 zog sie sich im Training einen Achillessehnenriss zu.[4] Damit konnte sie in der Hallensaison 2010/2011 keine Wettkämpfe bestreiten, auch auf die Teilnahme an den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu musste sie verzichten. Im Oktober 2011 wurde bekannt, dass sie einen geplanten Trainingsaufenthalt in Katar absagen musste, da sie als weibliche Athletin in der Aspire Academy for Sports Excellence „unerwünscht“ sei.[5]

2012 wurde sie aufgrund erfüllter B-Norm vom DOSB für die Olympischen Spiele in London nominiert, verpasste dort allerdings mit 1,93 m das Finale.

An der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2013 konnte sie wegen einer Knieverletzung nicht teilnehmen.[6][7]

Ariane Friedrich gehört der Sportfördergruppe der hessischen Polizei an, in der sie ihr Studium zur Polizeikommissarin an der Verwaltungsfachhochschule Hessen abgeschlossen hat.[8] In der Jugend trainierte sie bei der LG Kaufungen, danach trat sie für den TV Hessisch Lichtenau an. Seit 2003 startet sie für die LG Eintracht Frankfurt und wird von Günter Eisinger trainiert.

Bei einer Körpergröße von 1,79 m gibt sie ein Wettkampfgewicht von 57 kg an.[9]

Friedrich lebt in der Nähe von Erfurt in Thüringen.[10]

Kontroverse um sexuelle Belästigung[Bearbeiten]

Im April 2012 veröffentlichte Ariane Friedrich auf ihrer Facebookseite den vollen Namen und den Wohnort des Mannes, der ihr eine anzügliche E-Mail mit angehängtem Foto seines Geschlechtsteils geschickt hatte. Nach ihren Angaben habe sie sich das Bild aber nicht angesehen. Die Veröffentlichung sowie die daraufhin vorgenommene Hausdurchsuchung beim E-Mail-Versender lösten ein großes Medienecho aus.[11][12][13] Besonders die Tatsache, dass sie als Polizistin eine Form der Selbstjustiz ausübte, wurde kritisiert.[14] Im Juli 2012 gestand der Mann die sexuelle Belästigung. Er muss eine Strafe von 1050 Euro zahlen.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ariane Friedrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ariane Friedrich Studentenweltmeisterin auf leichtathletik.de vom 12. Juli 2009.
  2. Leichtathletik: Istaf in Berlin - Deutscher Rekord für Ariane Friedrich in Süddeutsche Zeitung vom 14. Juni 2009.
  3. High Jump All Time, ewige Weltbestenliste der IAAF auf iaaf.org.
  4. Ariane Friedrich erlitt Achillessehnenriss auf leichtathletik.de vom 27. Dezember 2010.
  5. Friedrich in Katar unerwünscht auf Spiegel Online abgerufen am 13. Oktober 2011.
  6. Leichtathletik: Ariane Friedrich: Der Liebe wegen nach Thüringen, dpa vom 18. August 2013
  7. [1]
  8. Verwaltungsfachhochschule in Wiesbaden von DOSB ausgezeichnet, Deutscher Olympischer Sportbund, 5. Dezember 2009.
  9. Ariane Friedrich: Persönliches - Wissenswerstes auf arianefriedrich.com.
  10. Hochsprungstar Ariane Friedrich: Der Liebe wegen in Erfurt, hr3
  11. Internet-Pranger Sportlerin Friedrich verteidigt Outing eines Stalkers. In: Spiegel Online. 22. April 2012.
  12. Hochspringerin Ariane Friedrich: Stalker-Outing entfacht Facebook-Debatte. In: Stern. 22. April 2012.
  13. Anwälte werfen Ariane Friedrich unrechtmäßiges Verhalten vor. In: Zeit.de 24. April 2012
  14. Hans Werner Kilz und Martin Kotynek: Nach dem Sturm. [Interview mit Ariane Friedrich] In: Zeit. 27. Januar 2013
  15. Ariane Friedrich – der Stalker gesteht. In: welt.de, 19. Juli 2012, abgerufen am 8. August 2012.