Arisaka Nariakira

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Arisaka Nariakira
Arisaka-Gewehre (von oben nach unten):
  • Typ-30-Infanteriegewehr
  • Typ-38-Infanteriegewehr
  • Typ-38-Karabiner
  • Typ-44-Karabiner
  • Typ-I-Gewehr
  • Typ-99-Gewehr, kurz (frühes Modell)
  • Typ-99-Gewehr, kurz (spätes Model)

Baron Arisaka Nariakira (jap. 有坂 成章; * 5. April 1852 in Iwakuni; † 12. Januar 1915 in Tokio) war ein Generalleutnant der Kaiserlich Japanischen Armee und Erfinder des Arisaka-Gewehrs. Er gilt als einer der führenden Waffenkonstrukteure der japanischen Geschichte.

Leben[Bearbeiten]

Arisaka wurde als vierter Sohn einer Samurai-Familie die zum Chōshū-han gehörte geboren. Im Alter von elf Jahren wurde er vom Feuerwaffenschmied Arisaka Nagayoshi adoptiert, dessen Familiennamen er übernahm. Nach der Meiji-Restauration schrieb er sich in die neu gegründete Kaiserlich Japanische Armee ein. 1891 erregte er die Aufmerksamkeit von General Murata Tsuneyoshis, dem Konstrukteur des Murata-Gewehr, des japanischen Standardgewehrs dieser Zeit. Dieser verschaffte ihm einen Posten im Tokio-Arsenal, wo Arisaka sich erstmals der Weiterentwicklung bereits vorhandener Waffen widmen konnte.

1897 präsentierte er das Typ 30-Gewehr, eine Weiterentwicklung des Murata-Gewehrs, welches bald das neue japanische Standardgewehr wurde.[1] 1898 stellte er das Typ 31 75-mm-Gebirgsgeschütz bzw. Typ 31 75-mm-Feldgeschütz vor, welches vor allem während des späteren Russisch-Japanischen Krieges eingesetzt wurde. Mit dieser Leistung erwarb Arisaka sich einen Ruf als Konstrukteur hervorragender Artilleriegeschütze. Beide Waffen waren bald überholt. Das Typ 30-Gewehr hatte bald den Ruf, nicht genug Durchschlagskraft zu besitzen, während das Typ 31-Geschütz unter mangelnder Präzision und einem zu starken Rückstoß litt.

1903 wurde Arisaka Chef der technischen Abteilung des Heeres. Dort überwachte er die Weiterentwicklung älterer Waffenmodelle, darunter auch seines Typ 30-Gewehrs. Chefdesigner seiner Abteilung war Hauptmann Nambu Kijirō. Das Ergebnis der Forschungen war das Typ 38-Gewehr, auch als Arisaka-Gewehr bekannt, welches noch während des Russisch-Japanischen Kriegs von 1904–1905 zum Einsatz kam.[2] Obwohl sein Kaliber bald als zu klein galt, war das Arisaka-Gewehr aufgrund seiner Unempfindlichkeit bei der Truppe sehr beliebt.[3] Das Typ 38-Gewehr und seine diversen Weiterentwicklungen blieben in der japanischen Armee bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Einsatz.

Während des Russisch-Japanischen Krieges arbeitete Arisaka weiter an verschiedenen Varianten und Weiterentwicklungen seiner Gewehre und auf Anfrage des Oberbefehlshabers des Kaiserlichen Generalstabs, Yamagata Aritomo, widmete er sich auch großkalibrigen Belagerungswaffen und Festungsgeschützen. 1906 wurde Arisaka für seine Verdienste zum Generalleutnant befördert und er erhielt den Orden vom Goldenen Weih 2. Klasse. 1907 wurde er geadelt und erhielt den Titel eines Danshaku (Baron). 1910 erhielt er den Orden des Heiligen Schatzes 1. Klasse.

Arisaka Nariakira starb am 12. Januar 1915 und wurde auf dem Yanaka-Friedhof in Tokio beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Bishop (Hrsg.): The Encyclopedia of Weapons of World War II. Barnes & Nobel, 1998, ISBN 0760710228
  • Duncan O. McCollum: Japanese Rifles of World War II. Excalibur Publications, 1996, ISBN 1880677113
  • Fred. L. Honeycutt: Military Rifles of Japan. Julin Books, 1996, ISBN 0962320870
  • S.L. Mayer: The Rise and Fall of Imperial Japan. The Military Press, 1984, ISBN 0517423138

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bishop, The Encyclopedia of Weapons of World War II
  2.  Holt Bodinson: Japan's intriguing Arisakas. In: Guns Magazine. Mai 2004 (findarticles.com).
  3. Mayer. The Rise and Fall of Imperial Japan. S.44-45
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Arisaka der Familienname, Nariakira der Vorname.