Arkadi und Boris Strugazki
Arkadi Natanowitsch Strugazki (auch Strugatzki; russisch Аркадий Натанович Стругацкий, wiss. Transliteration Arkadij Natanovič Strugackij; * 28. August 1925 in Batumi, Georgien; † 12. Oktober 1991 in Leningrad) und Boris Natanowitsch Strugazki (russisch Борис Натанович Стругацкий, wiss. Transliteration Boris Natanovič Strugackij; * 15. April 1933 in Leningrad; † 19. November 2012 in Sankt Petersburg) waren zwei sowjetische Schriftstellerbrüder. Sie schrieben gemeinsam eine Vielzahl von Romanen und gelten als die bedeutendsten Autoren der sowjetischen Phantastik. Ihre Bücher haben eine Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren erreicht und sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Leben[Bearbeiten]
Herkunft und Kindheit[Bearbeiten]
Beide Brüder wuchsen im damaligen Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg auf. Ihr Vater war noch vor der Oktoberrevolution der Partei der Bolschewiki beigetreten und wurde – obwohl im Zivilberuf eigentlich Kunstwissenschaftler – General im russischen Bürgerkrieg und später Funktionär der Partei. Während der „Stalinschen Säuberungen“ der 30er Jahre wurde er jedoch aus der Partei ausgeschlossen.[2]
Arkadi[Bearbeiten]
Arkadi floh mit seinem Vater 1942 während der Leningrader Blockade über den vereisten Ladogasee aus der von den deutschen und finnischen Truppen belagerten und ausgehungerten Stadt, wobei sein Vater ums Leben kam. Während seiner Armeezeit wurde Arkadi zum Japanisch-Dolmetscher ausgebildet und verbrachte den Krieg und die Jahre bis 1955 in dieser Funktion im Osten Russlands. Die Berufung zum Dolmetscher hat ihm mit großer Wahrscheinlichkeit das Leben gerettet: Eine Einberufung zur sowjetischen Sommeroffensive von 1943 hätte für ihn wohl Einsatz und Tod am Kursker Bogen bedeutet. Später arbeitete er als Verlagslektor und Übersetzer englischer Science Fiction in Moskau. In dieser Eigenschaft hat er sich für die Veröffentlichung der Werke von sowohl sowjetischen als auch ausländischen Science-Fiction-Autoren eingesetzt.[3] Arkadis Berufsbezeichnung war Anglist und Japanologe.
Boris[Bearbeiten]
Boris, der jüngere der beiden Brüder, befand sich ebenfalls während der Hungerblockade in Leningrad, war jedoch nicht mit dem Vater über den Ladoga-See geflohen, sondern mit seiner Mutter, Alexandra Litwinschewa, in der Stadt geblieben. Erst als die Nachricht sie erreichte, dass Arkadi überlebt hatte, verließen auch sie Leningrad.[4] Nach dem Krieg studierte er an der Leningrader Universität (der heutigen Staatlichen Universität Sankt Petersburg). Er wollte promovieren, musste aber kurz vor der Fertigstellung seiner Dissertation feststellen, dass der spätere Nobelpreisträger Subrahmanyan Chandrasekhar die in dieser Dissertation ausgearbeitete Theorie in einer in der Sowjetunion nicht erhältlichen Zeitschrift bereits 1943 veröffentlicht hatte. Später arbeitete er als Programmierer im Pulkowo-Observatorium bei Leningrad.[3][5]
Werk[Bearbeiten]
Arkadi schrieb auch unter dem Pseudonym S. Jaroslawzew. Boris veröffentlichte einige Essays unter dem Pseudonym S. Witizki. 1964 gaben die Strugazkis ihre Berufe auf, um als freischaffende Schriftsteller zu arbeiten.[3]
Mehrere Werke der beiden Autoren wurden verfilmt, darunter 1989 Es ist nicht leicht ein Gott zu sein durch Regisseur Peter Fleischmann in einer westdeutsch-sowjetisch-französischen Produktion. Die bekannteste Leinwandadaption eines Strugazki-Romans ist jedoch Stalker, eine Verfilmung nach Motiven aus Picknick am Wegesrand und dem von den Strugazkis verfassten Filmszenarium Die Wunschmaschine durch den sowjetischen Regisseur Andrei Tarkowski.
1977 wurde der am 11. September des Jahres von N. S. Tschernych neu entdeckte Asteroid 3054 zu Ehren des Brüderpaares mit dem Namen Strugatskia versehen.
Literarische Einordnung[Bearbeiten]
Die Literatur der Brüder Strugazki verbindet Elemente der russischen Erzähl- und Märchentradition mit Motiven der Science-Fiction, einer menschlich-psychologischen, im Gegensatz zu einer rein technischen. Obwohl meist in der dritten Person geschrieben, sind ihre besten Bücher konsequent und überzeugend subjektiv und hermetisch, und die Kamera oder Stimme des Erzählers sitzt über weite Strecken im Kopf der Hauptfigur. Nicht unterschätzt werden sollte der Unterhaltungswert der oft auch amüsanten Bücher.
Von literaturkritischem Interesse ist die Vielfalt der Erzählstrukturen, derer sich die Brüder Strugazki bedienen. Die Wellen ersticken den Wind etwa ist als Briefroman ausgeführt, andere Werke kommen gänzlich ohne Zeitsprünge und Perspektivwechsel aus. Bei einem Autorenduo liegt die Vermutung nahe, dass sich die Stoffe von Kapitel zu Kapitel in mitunter unvorhergesehene Richtungen entwickelt haben, und beispielsweise in Das lahme Schicksal finden die Handlungsstränge auch nicht zusammen, in Die Last des Bösen bleiben sie lange unversöhnt, um sich auf der letzten Seite kunstvoll zu kreuzen oder ineinander zu spiegeln.
Die in ihren Büchern beschriebenen fiktiven Gesellschafts- und Herrschaftssysteme sind häufig als Allegorien auf den realen Sozialismus oder die Prinzipien des Kommunismus zu lesen. Besonders in ihren späteren Werken wird die Rolle des Individuums in bürokratischen oder totalitären Systemen zum zentralen Motiv – so etwa in den Romanen Das lahme Schicksal und Das Experiment, die aufgrund ihres gesellschaftskritischen Inhalts erst nach dem Zerfall der Sowjetunion veröffentlicht wurden. Auch Bücher wie Montag beginnt am Samstag und Troika, die ganz offensichtlich in der Sowjetunion spielen, lassen sich als Kritik an starren Verwaltungsstrukturen lesen. Ersteres hat auch Züge eines ulkigen, rasanten Metamärchens.
Einige Geschichten oder Erzählstränge kommentieren das Autorenschicksal selbst oder den simplen Alltag. Grundton ist dennoch ein verhaltener Optimismus. Selbst die Bürokraten bleiben überwiegend menschlich oder zumindest harmlos. Schurken oder Gegenspieler treten nur in wenigen Werken auf.
Ein mehrfach auftauchendes Konzept ist das eines erhofften oder thesenhaft in den Raum gestellten sprunghaften Aufstiegs des Homo sapiens zu einem Hypermenschen („vertikaler Progress“). Es werden sowohl Vor- als auch Nachteile einer „neuen“ Supermenschenrasse erörtert (am Ende der Maxim-Kammerer-Trilogie).
Wanderer im Mittags-Universum[Bearbeiten]
Eine Reihe der Strugazkibücher sind im Mittags-Universum (nach dem Buch Mittag, 22. Jahrhundert) angesiedelt, und enthalten Bezüge zu den Wanderern, (russisch: странники), Mitgliedern einer überlegenen Zivilisation, die in die Geschicke der Menschheit einzugreifen scheinen. Die Menschen selbst haben in diesem Universum einen hohen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und technischen Standard erreicht. Geld hat seine Bedeutung verloren, da jeder einer Beschäftigung nachgeht, die ihn interessiert und dadurch zum Gemeingut beiträgt. Die Erde wird von einer Technokratie regiert.
Verwendet wird als wiederkehrendes Thema die Beeinflussung mittelalterlicher (außerirdischer) Gesellschaften durch menschliche Agenten („Progressoren“). Analog wird von einigen Menschen eine Einflussnahme auf die Menschheit durch eine übergeordnete Zivilisation der Wanderer vermutet.
Sehr spezielle Werke[Bearbeiten]
Die Brüder Strugazki haben auch eine Reihe Powesti veröffentlicht, die nicht in ihren eindeutigen Universen spielen und sich meist durch eine gesellschaftskritische Stoßrichtung auszeichnen.
Die zweite Invasion der Marsianer – Aufzeichnungen eines Vernünftigdenkenden wurde in der ersten (west-)deutschen Übersetzung 1973 herausgegeben, und wendet sich eindeutig gegen Opportunismus (und gegen das Abzapfen von Magensaft).
In den neunziger Jahren wurde eine Buchreihe publiziert, in der Erzählungen und Kurzromane anderer Autoren gesammelt wurden, die Stoffe der Strugazkis fortsetzen bzw. ihre Figuren weiterentwickeln, Время учеников (drei Bände, 1996, 1998, 2000). Boris Strugazki gab die Erlaubnis dazu und schrieb ein Vorwort zu dem mehrfach wiederaufgelegten Projekt, an dem alle bedeutenden russischen SF-Autoren mitwirkten (u.a. Sergei Lukjanenko).
Zensur und konkurrierende Übersetzungen: Titel- und Textvarianten[Bearbeiten]
Insbesondere einige der in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts auf Deutsch erschienenen Fassungen einzelner Werke der Strugazkis unterscheiden sich von neueren Ausgaben deutlich sowohl im Titel, als auch durch das Fehlen ganzer Abschnitte und Kapitel von neueren Ausgaben. Daneben existieren konkurrierende Übersetzungen für dasselbe Werk von unterschiedlicher Qualität. Zusätzlich wird die Lage für deutsche Leser dadurch unübersichtlich, dass in einigen Fällen ursprünglich als eigenständig erschienene Bücher später in andere Werke integriert wurden. In der ab 2010 erscheinenden Gesamtausgabe in sechs Bänden wurden die Werke anhand der ungekürzten und unzensierten Originale überarbeitet und ergänzt.
Titelvarianten[Bearbeiten]
Einige Titelvarianten sind unschwer als unterschiedliche Übersetzungen des Originaltitels zu erkennen, das trifft etwa auf Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein und Ein Gott zu sein ist schwer zu oder auch auf Montag beginnt am Samstag gegenüber Der Montag fängt am Samstag an. In anderen Fällen jedoch lässt der Titel allein nicht vermuten, dass es sich um dasselbe Werk handelt. So ist beispielsweise der im russischen Original Малыш (Malish, deutsch „Kind“) genannte Roman in Deutschland sowohl unter dem Titel Der Knirps als auch unter dem Titel Die dritte Zivilisation erschienen. Das Experiment erschien außerdem unter dem Titel Stadt der Verdammten und Verdammte Stadt. Die direkte Übersetzung des russischen Originaltitels lautet dagegen: „Die verurteilte Stadt“.[6] In der unten folgenden tabellarischen Übersicht sind verschiedene Titel für dasselbe Werk durch Semikola getrennt.
Kurz- und Langfassungen, Neukombinationen[Bearbeiten]
Während es bei den obigen Titelvarianten nur um unterschiedliche Übersetzungen beziehungsweise kommerzielle Verwertungen einzelner Werke geht, existieren infolge der Probleme der Strugazkis mit der sowjetischen Zensur auch unterschiedlich gekürzte bzw. miteinander kombinierten Fassungen einzelner Werke, die teilweise unter demselben Titel veröffentlicht wurden.
Von dem Roman Die bewohnte Insel existieren zwei deutsche Ausgaben unter demselben Titel, von denen die ältere auf einem um mehrere Kapitel gekürzten Zeitungsvorabdruck beruht, bei der z.B. der Name des Haupthelden noch nicht wie in der jüngeren Ausgabe und auch in späteren Romanen Maxim Kammerer lautet, sondern „Maxim Rostislawski“.[7]
Die Schnecke am Hang besteht aus zwei ganz verschiedenen Handlungssträngen, deren einzelne Kapitel („Waldkapitel“ und „Verwaltungskapitel“) jeweils abwechselnd den Roman bilden. In der Sowjetunion durften diese Handlungsstränge ursprünglich nur getrennt erscheinen, da die Satire auf sowjetische Wirklichkeit in der Kombination noch deutlicher wurde. Daher tauchen in der folgenden Tabelle auch Waldkapitel und Verwaltungskapitel als einzelne Romane auf. Unter dem Namen Unruhe wurde zudem eine erste und von der späteren inhaltlich wie stilistisch deutlich abweichende, eigenständige Fassung des „Verwaltungskapitels“ veröffentlicht, die noch heute unter diesem Titel zu erhalten ist – und von der die Autoren einzelne Motive später in Die Wellen ersticken den Wind einarbeiteten.[8]
Umgekehrt integrierten die Autoren den Anfang des 1970er Jahre veröffentlichten Romans Die hässlichen Schwäne sehr viel später leicht abgewandelt nachträglich als Binnenhandlung in den späten Roman Das lahme Schicksal.
Die bewegteste Fassungsgeschichte hat aber wohl die Erzählung Das Märchen von der Troika bzw. der Roman Troika. Hierbei sind die Unterschiede so groß, dass es sich eher um zwei eigenständige Werke als um zwei Fassungen handelt. Die ältere Fassung wurde erst 1987 in den Roman Der Montag fängt am Samstag an integriert in der DDR veröffentlicht. Die zweite wurde bereits 1968 in einer sowjetischen Provinzzeitschrift publiziert und hat einen stark abweichenden Handlungsverlauf, in dem die Helden in ihrem Kampf gegen die Bürokratie scheitern (was geradezu demonstrativ durch ein unglaubhaft angehängtes Happy End kaschiert wird) – weshalb diese Fassung auch sehr bald verboten wurde.[9]
Daher ist es nicht möglich, exakt anzugeben, wie viele Romane die Strugazkis genau geschrieben haben.
Preise[Bearbeiten]
- 1981 Aelita-Preis für Der Käfer im Ameisenhaufen, UdSSR
- 1986 "Welikoje-Kolzo-Preis" für Die Wellen ersticken den Wind, UdSSR
- 1987 "Welikoje-Kolzo-Preis" für Die hässlichen Schwäne
- 1988 "Welikoje-Kolzo-Preis" für Die Schnecke am Hang
- 1989 "Welikoje-Kolzo-Preis" für Stadt der Verdammten (Grad Obrechenny; Doomed City)
- 1990 Alexander-Beljajew-Gedenkpreis für Stadt der Verdammten, Russland
Werke[Bearbeiten]
Gemeinsame Werke[Bearbeiten]
| Veröff. | Originaltitel | Form | Deutsche(r) Titel |
|---|---|---|---|
| 1958 | Извне | Erzählung | Aus anderen Sphären |
| 1958 | Спонтанный Рефлекс | Erzählung | Spontaner Reflex; Das mechanische Gespenst; Ein Roboter bricht aus |
| 1959 | Страна багровых туч | Roman | Atomvulkan Golkonda |
| 1959 | Шесть Спичек | Erzählung | Sechs Streichhölzer; Neutrino-Strahlen |
| 1959 | Испытание „СКР“; Испытание „СКИБР“ | Erzählung | |
| 1959 | Поражение; Белый конус Алаида | Erzählung | Die Niederlage; Das Ei; Der weiße Konus Alaids |
| 1959 | Забытый Эксперимент | Erzählung | Das vergessene Experiment |
| 1959 | Частные Предположения | Erzählung | Spezielle Voraussetzungen |
| 1960 | Путь на Амальтею | Erzählung | Der Weg zur Amalthea |
| 1960 | Почти такие же | Erzählung | |
| 1960 | Ночь в пустыне; Ночью на Марсе; Ночь на Марсе | Erzählung | Die Nacht in der Wüste; Nacht auf dem Mars |
| 1960 | Чрезвычайное происшествие | Erzählung | |
| 1960 | Глубокий поиск | Erzählung | Tiefsee-Erkundung |
| 1961 | Благоустроенная планета | Erzählung | Ein gut eingerichteter Planet |
| 1961 | Великий КРИ | Erzählung | |
| 1961 | Свечи перед пультом | Erzählung | Kerzen vor dem Pult |
| 1961 | Перестарок | Erzählung | |
| 1961 | Хроника | Erzählung | Chronik |
| 1961 | Двое с „Таймыра“ | Erzählung | |
| 1961 | Самодвижущиеся дороги | Erzählung | |
| 1961 | Скатерть-Самобранка | Erzählung | |
| 1961 | Известные люди (Возвращение) | Erzählung | |
| 1961 | Десантники | Erzählung | Planetenerkunder |
| 1961 | Свидание | Erzählung | Der Jäger |
| 1961 | Какими вы будете | Erzählung | |
| 1962 | Возвращение (Полдень, 22-й век) | Episodenroman | Rückkehr, (Mittag, 22. Jahrhundert) (nur einige selbständige Erzählungen auf deutsch erschienen) |
| 1962 | Злоумышленники | Erzählung | |
| 1962 | Пациенты доктора Протоса | Erzählung | |
| 1962 | Томление духа | Erzählung | |
| 1962 | Люди, люди… | Erzählung | |
| 1962 | Моби Дик | Erzählung | |
| 1962 | Загадка задней ноги | Erzählung | |
| 1962 | Естествознание в мире духов | Erzählung | |
| 1962 | Стажеры | Episodenroman | Praktikanten |
| 1962 | Должен жить | Erzählung | Der Mensch muss leben |
| 1962 | Попытка к бегству | Roman | Fluchtversuch |
| 1962 | Генеральный инспектор | Erzählung | Der Generalinspektor |
| 1962 | Человек из пасифиды | Erzählung | |
| 1963 | Далёкая Радуга | Roman | Der ferne Regenbogen |
| 1963 | О странствующих и путешествующих | Erzählung | Von Wanderern und Reisenden |
| 1964 | Трудно быть богом | Roman | Ein Gott zu sein ist schwer; Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein |
| 1965 | Понедельник начинается в субботу | Roman | Montag beginnt am Samstag; Der Montag fängt am Samstag an |
| 1965 | Хищные вещи века | Roman | Die gierigen Dinge des Jahrhunderts |
| 1966 | Улитка на склоне | Roman | Der Wald („Kandid“-Kapitel aus „Die Schnecke am Hang“) |
| 1967 | Пришельцы: Рассказ участника археологической группы „Апиды“ К. Н. Сергеева | Erzählung | |
| 1967 | Второе нашествие марсиан: Записки здравомыслящего | Roman | Die zweite Invasion der Marsianer; Die zweite Invasion der Marsmenschen |
| 1968 | Улитка на склоне | Roman | Die Schnecke am Hang |
| 1968 | Летающие кочевники | Fragment | |
| 1968 | Сказка о тройке | Roman | Troika; Das Märchen von der Troika |
| 1969 | Обитаемый остров | Roman | Die bewohnte Insel |
| 1970 | Отель „У погибшего Альпиниста“ | Roman | Hotel „Zum verunglückten Alpinisten“; Hotel „Zum verunglückten Bergsteiger“ |
| 1971 | Малыш | Roman | Die dritte Zivilisation; Der Kleine; Der Knirps |
| 1972 | Пикник на обочине | Roman | Picknick am Wegesrand |
| 1974 | Парень из преисподней | Roman | Der Junge aus der Hölle |
| 1976 | За миллиард лет до конца света: Рукопись, обнаруженная при странных обстоятельствах | Roman | Milliarden Jahre vor dem Weltuntergang, Eine Milliarde Jahre vor dem Weltuntergang |
| 1979 | Жук в муравейнике | Roman | Ein Käfer im Ameisenhaufen |
| 1980 | Повесть о дружбе и недружбе | Erzählung | Von wahrer und falscher Freundschaft |
| 1981 | Машина желаний | Filmszenarium | Die Wunschmaschine (mehrere Fassungen, Ausgangspunkt für den Film „Stalker“) |
| 1985 | Волны гасят ветер | Roman | Die Wellen ersticken den Wind; Die Wanderer |
| 1985 | Пять ложек эликсира | Filmszenarium | Fünf Löffel Elixier |
| 1986 | Хромая судьба | Roman | Das lahme Schicksal |
| 1987 | Время дождя; Гадкие лебеди | Roman | Die hässlichen Schwäne (die „Banev“-Kapitel aus „Das lahme Schicksal“) |
| 1987 | День затмения | Filmszenarium | in Deutsch nur als Film: Tage der Finsternis; Tage der Sonnenfinsternis |
| 1987 | Туча | Filmszenarium | |
| 1987 | Град обреченный | Roman | Stadt der Verdammten; Das Experiment; Verdammte Stadt |
| 1988 | Отягощенные злом, или сорок лет спустя | Roman | Die Last des Bösen |
| 1988 | Викинги | ||
| 1989 | Без оружия | Filmszenarium | |
| 1989 | Человек с далекой звезды | Schauspiel in zwei Akten | |
| 1990 | Беспокойство | ||
| 1990 | Жиды города Питера, или невеселые беседы при свечах | Komödie in zwei Aufzügen | |
| 1990 | Песчаная горячка | Erzählung | Sandfieber; |
| 1990 | Бедные злые люди | ||
| 1993 (posthum) | Дьявол среди людей | Novelle | Ein Teufel unter den Menschen |
| 2008 | Ведьма | Filmszenarium (ursprüngliche Grundlage für Tarkowskis Film „Das Opfer“) |
Arkadi Strugazki[Bearbeiten]
| Veröff. | Originaltitel | Form | Deutscher Titel | Pseudonym |
|---|---|---|---|---|
| 1956 | Пепел Бикини | Roman (zus. mit Leo Petrow) | Die Asche von Bikini | |
| 1974 | Экспедиция в преисподнюю | Erzählung für Kinder | Expedition in die Hölle | S. Jaroslawzew |
| 1974 | Семейные дела Гаюровых | Filmszenarium | ||
| 1984 | Подробности жизни Никиты Воронцова | Erzählung | Aus dem Leben des Nikita Woronzow | S. Jaroslawzew |
| 1992 | Дьявол среди людей | Fragment | Ein Teufel unter den Menschen | S. Jaroslawzew |
Boris Strugazki[Bearbeiten]
| Veröff. | Originaltitel | Form | Deutsche(r) Titel |
|---|---|---|---|
| 1985 | На исходе ночи | Filmszenarium | |
| 1989 | Дети тумана | ||
| 1994 | Поиск предназначения, или Двадцать седьмая теорема этики | Roman | Die Suche nach der Vorherbestimmung oder Der siebenundzwanzigste Lehrsatz der Ethik |
| 2007 | Бессильные мира сего | Roman | Die Ohnmächtigen |
Werkausgabe[Bearbeiten]
Gesammelte Werke:
Bereits erschienen:
- Band 1: Die bewohnte Insel / Ein Käfer im Ameisenhaufen / Die Wellen ersticken den Wind. Heyne, München 2010, ISBN 978-3-453-52630-3.
- Band 2: Picknick am Wegesrand / Eine Milliarde Jahre vor dem Weltuntergang / Das Experiment. Heyne, München 2010, ISBN 978-3-453-52631-0.
- Band 3: Die Schnecke am Hang / Die zweite Invasion der Marsmenschen / Die Last des Bösen / Aus dem Leben des Nikita Woronzow / Ein Teufel unter den Menschen. Heyne, München 2011, ISBN 978-3-453-52685-3.
- Band 4: Fluchtversuch / Es ist schwer, ein Gott zu sein / Unruhe / Die dritte Zivilisation / Der Junge aus der Hölle. Heyne, München 2012, ISBN 978-3-453-52686-0.
- Band 5: Der Weg zur Amalthea / Die Erprobung des SKYBEG / Das vergessene Experiment / Spezielle Voraussetzungen / Die gierigen Dinge des Jahrhunderts / Mittag, 22. Jahrhundert / Der ferne Regenbogen. Heyne, München 2013, ISBN 978-3-453-31028-5.
Veröffentlichung angekündigt:
- Band 6: Der Montag fängt am Samstag an / Das Märchen von der Troika / Das lahme Schicksal. Heyne, München 2013, ISBN 978-3-453-31214-2. Geplanter Erscheinungstermin: 9. September 2013
Verfilmungen (Auswahl)[Bearbeiten]
Deutsche Fassungen vorhanden:
- 1979 Stalker Regie Andrej Tarkowski, Drehbuch: A. u. B.Strugazki nach Motiven von "Picknick am Wegesrand"
- 1980 Hotel „Zum verunglückten Alpinisten“ UdSSR, 1979. Regie: Grigori Kromanov; Drehbuch: A. u. B.Strugazki nach Motiven ihres Romans
- 1989 Es ist nicht leicht ein Gott zu sein von Peter Fleischmann
- 1988 „Дни затмения“ (Dni zatmeniya) („Tage der Finsternis“, Fernsehtitel „Tage der Sonnenfinsternis“, nach „Milliarden Jahre vor dem Weltuntergang“), Regie: Alexander Sokurow; Drehbuch: Juri Arabow, Arkadi und Boris Strugazki und Pjotr Kadotschnikow
- 2009 „Обитаемый остров“ (Obitaemyy ostrov), 2 Teile (nach „Die bewohnte Insel“)
Bisher noch nicht in Deutsch erschienen:
- 1982 „Чародеи“ (Charodei) („Zauberer“), TV, (nach „Der Montag beginnt am Samstag“)
- 1990 „Искушение Б“ (Iskushenie B.) „Die Versuchung des B.“ (nach „Fünf Löffel Elixier“)
- 1996 „ΠΡΙΝ ΤΟ ΤΕΛΟΣ ΤΟΥ ΚΟΣΜΟΥ“ (Prin to telos tou kosmou, Bedeutung: Vor dem Weltende) (griechischer Film nach „Milliarden Jahre vor dem Weltuntergang“)
- 2006 „Гадкие лебеди“ (Gadkie lebedi, in der RUSCICO-Fassung u.a. mit deutschen Untertiteln) („Die hässlichen Schwäne“)
- 2008 „История арканарской резни“ (Istorija arkanarskoj resni), in Produktion (nach „Ein Gott zu sein ist schwer“)
Die Strugazkis arbeiteten selbst an den Drehbüchern zu Stalker, Hotel „Zum Verunglückten Alpinisten“ und Tage der Finsternis mit, Boris Strugazki außerdem am Drehbuch zu dem Film Briefe eines Toten (nach der Erzählung Die Zeit ist gekommen von Wjatscheslav Rybakow).
Hörspiele (deutsche Fassungen)[Bearbeiten]
- Die sechs Streichhölzer, Süddeutscher Rundfunk, 1972
- Die hässlichen Schwäne, Bayerischer Rundfunk, 1979
- Der ferne Regenbogen, Radio DDR II, 1984
- Ein Käfer im Ameisenhaufen, Bayerischer Rundfunk, 1986
- Die Dritte Zivilisation (Bearbeitung/Regie: Irene Schuck), Bayerischer Rundfunk 1999 (auch auf CD bei DAV – Der Audio Verlag, 2005)
Computerspiele[Bearbeiten]
- Hard to be a God, erschienen am 15. Februar 2008 in Anlehnung an das Werk Es ist nicht leicht ein Gott zu sein.
- Das Geheimnis des Berghotels, Adaption des Werkes Hotel 'Zum Verunglückten Bergsteiger'. Produziert 2009 von Deep Silver.
- eine Computerspiel- und Romanreihe von GSC Gameworld, inspiriert von dem Werk Picknick am Wegesrand.
Essays, autobiographische Schriften[Bearbeiten]
- Arkadi Strugazki: Mein Jules Verne in der Anthologie „Lichtjahr 2“ (Verlag Das Neue Berlin, 1981)
- Arkadi und Boris Strugazki: Hundert Zeilen über Phantastik in der Anthologie „Lichtjahr 3“ (Verlag Das Neue Berlin, 1984)
- Arkadi und Boris Strugazki: Unsere Biographie, in: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2001, Jahrbuch für den Science Fiction Leser, 16, Wilhelm Heyne Verlag, München, S. 460–477.
- Boris Strugazki: Wie die richtigen Schwierigkeiten begannen. Über zwei unserer Romane aus den sechziger Jahren, in: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 2001, Jahrbuch für den Science Fiction Leser, 16, Wilhelm Heyne Verlag, München, S. 478–512.
Kritik[Bearbeiten]
„All die geschändeten Ideale und verratenen Träume der Menschen rächen sich grausam, indem eine unverständliche und nicht verstehbare Macht – die unerbittliche Evolution – ihnen das einzige nimmt, was ihrem Leben einen selbstsüchtigen Sinn geben konnte: Ihre Kinder. Die Strugazkis liefern hier eine Art ultimativen Kommentar zu all den Überrassen-Geschichten, die SF-Hirne ersannen. Mussten Keith Roberts in 'Homo Gestalt' und Theodore Sturgeon in 'Baby ist drei' noch behaupten, die Überrasse sei für Normalmenschen unverständlich und jenseits wirklicher Kommunikation, und blieb für Olaf Stapledon in 'Odd John' nur die geplante Selbstvernichtung der Übermenschen als Ausweg, Konsequenz und letztlich Appell, so bewegt sich die Schöpfungsgeschichte der Strugazkis konsequent auf den logisch vorgezeichneten Bahnen ihres in diesem Buch sehr misanthropischen Konzepts … Die Vertreter des homo sapiens, die diesen Planeten und sich selbst so gründlich zuschanden gemacht haben, kommen nicht einmal mehr als Zöglinge oder Gegner des 'homo superior' in Betracht; sie werden von den höheren Wesen wie unschädliche und unwichtige Insekten ihrem unwichtigen und hoffnungslosen Schicksal überlassen. Der Mensch kann diesen Geschöpfen nicht einmal mehr lästig fallen..“
– Karsten Kruschel über Das lahme Schicksal: Der Druck der Realität. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1994, Heyne, München, ISBN 3-453-07245-6, S.767 f.
„… ein Roman, wie er nur von russischen Schriftstellern verfasst werden kann: Voller warmherziger Melancholie, mit einer ausgesprochenen Neigung zur eher verhaltenen Aktion und einem tiefen Sinn für die Gegenwärtigkeit des Absurden … Und so wird dem Leser vorgeführt, was es außer in der russischen Literatur in der Form nur noch in finnischen Filmen gibt, nämlich Charaktere, die selbst die absurdesten Situationen mit stoischer Ruhe als etwas hinnehmen, mit dem man sich arrangieren muss, oder das als Bestätigung einer der großen Theorien um die Wahrscheinlichkeit oder das Chaos verwertet werden kann, die aber niemals Spuren der Deformation in der zutiefst menschlichen Seele hinterlassen.“
– Susanne Walter über Praktikanten: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1997, Heyne, München, ISBN 3-453-11896-0, S. 813.
Sekundärliteratur[Bearbeiten]
- Erik Simon: Die gut eingerichtete Welt des Mittags (Nachwort in Mittag 22. Jahrhundert. Utopische Erzählungen, Ausgabe Verlag Das Neue Berlin, 1977, S. 329–341)
- Erik Simon: Porträt eines Gottes als Ameise (Nachwort und Lesarten zu Ein Käfer im Ameisenhaufen, Ausgabe Verlag Das Neue Berlin, 1984, S. 221–240)
- Wsewolod Rewitsch: Phantastik ist kein Thema, sondern eine Denkweise. Versuch eines literarischen Porträts: Arkadi und Boris Strugazki in der Anthologie Lichtjahr 3 (Verlag Das Neue Berlin, 1984, S. 157–175)
- Polaris [Nr.] 10, Ein Science Fiction Almanach, Arkadi und Boris Strugatzki gewidmet, Franz Rottensteiner (Hrsg.), Suhrkamp, Frankfurt, 1986 (= Phantastische Bibliothek 171/= Suhrkamp Taschenbuch 1248). Vorwort des Herhausgebers, Interview mit Arkadi Strugatzki, Texte der Brüder, Aufsätze von Erik Simon, Istvan Csicsery-Ronay jr., Diana Greene, Dagmar Barnouw, Halina Stephan und Florian F. Marzin.
- Wl. Gakow: Der Mittag der Menschheit. Die Welt der Zukunft in der Maxim-Kammerer-Trilogie der Strugazkis (Nachwort in Die Wellen ersticken den Wind, Ausgabe Verlag Das Neue Berlin, 1988, S. 189–205)
- Terminator Extra 5 zu Arkadi & Boris Strugazki (SF-Fandom, erschienen 1992) unter anderem mit Texten von Hans-Peter Neumann, Ivo Gloss, J. Fleischmann, Boris Strugazki und Erik Simon
- Quarber Merkur Nr. 93/94 (SF-Fandom, erschienen 2001), Strugazki-Teil unter anderem mit Texten von Erik Simon, Mark Amusin, Oleg Schestopalow sowie einer (damals) aktuellen Strugazki-Bibliographie
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Gesamtausgabe in russischer Sprache
- ebenda, alles auf Deutsch, sehr detailliert, z. T. mit Illustratoren und Übersetzern
- Umfangreicher Werkführer von Erik Simon
- Bibliographie der deutschsprachigen Ausgaben von Hans-Peter Neumann
- „die bibliothek strugatzki“
- Aufsatz „Das letzte Märchen“
- Die unbekannten Strugazkis
Weblinks Arkadi Strugazki[Bearbeiten]
- Literatur von und über Arkadi Strugazki im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Arkadi Strugazki in der Internet Movie Database (englisch)
- Biografie Arkadi Strugazkis
Weblinks Boris Strugazki[Bearbeiten]
- Literatur von und über Boris Strugazki im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Boris Strugazki in der Internet Movie Database (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Klappentext der Werkausgabe Arkadi und Boris Strugatzki, Band 1, Heyne Verlag 2010, ISBN 978-3-453-52630-3
- ↑ Erik Simon, Arkadi & Boris Strugatzki: Leben und Werk, in: http://golkonda-verlag.de/cms/upload/bilder/Golkonda_Gazette_01.pdf S. 8
- ↑ a b c Erik Simon, Arkadi & Boris Strugatzki: Leben und Werk, in: Golkonda Gazette (PDF; 1,4 MB) golkonda-verlag.de. Abgerufen am 10. September 2011., S. 8
- ↑ http://www.ottosell.de/strug/material.htm
- ↑ Der Doppelgänger aus dem Spiegel in FAZ vom 21. November 2012, Seite 29
- ↑ Erik Simon, Arkadi & Boris Strugatzki: Leben und Werk, in: Golkonda Gazette (PDF; 1,4 MB) golkonda-verlag.de. Abgerufen am 10. September 2011. S.10, S. 14
- ↑ Erik Simon, Arkadi & Boris Strugatzki: Leben und Werk, in: Golkonda Gazette (PDF; 1,4 MB) golkonda-verlag.de. Abgerufen am 10. September 2011. S. 11
- ↑ http://www.epilog.de/person/Strugazki_Arkadi_Boris.htm
- ↑ Erik Simon, Arkadi & Boris Strugatzki: Leben und Werk, in: Golkonda Gazette (PDF; 1,4 MB) golkonda-verlag.de. Abgerufen am 10. September 2011. S. 15
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