Arlberg Straßentunnel

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Arlberg Straßentunnel
Arlberg Straßentunnel
Galerie am Ostportal (Blick auf Fahrspur Richtung Vorarlberg)
Nutzung Straßentunnel
Verkehrsverbindung Vorarlberg - Tirol
Ort Arlberg
Länge 13.972 m (15.537 m inkl. Galerien)dep1
Fahrzeuge pro Tag 8.185 (2013)[1]
Anzahl der Röhren 1
Querschnitt 90–103 m²
Größte Überdeckung 850 m
Bau
Bauherr ASTAG (Arlberg Straßentunnel Aktiengesellschaft)
Baukosten 4 Mrd. ATS (1978; inflationsbereinigt 717 Mio. EUR)[2]
Baubeginn 5. Juli 1974
Betrieb
Betreiber ASFINAG
Maut 9,00 Euro (Mautstelle am Ostportal)
Freigabe 1. Dezember 1978
Lage
Arlberg Straßentunnel (Österreich)
Red pog.svg
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Koordinaten
Westportal 47° 7′ 47,3″ N, 10° 7′ 12″ O47.12980610.1200061188
Ostportal 47° 8′ 28,2″ N, 10° 18′ 47,8″ O47.14117210.3132691223
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Der Arlberg Straßentunnel verbindet die österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg unter dem Arlberg hinweg. Er ist mit 13.972 m Länge der längste Straßentunnel Österreichs und der längste einröhrige Straßentunnel Europas, bei einer Gebirgsüberlagerung von maximal 850 Metern. Durch den Tunnel, der von der ASFINAG betrieben wird, führt die Arlberg Schnellstraße (S16).

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der Zunahme des Fahrzeugverkehrs im 20. Jahrhundert war die Arlberg-Passstraße unzureichend geworden. So entschied man sich für den Bau eines Straßentunnels zwischen Langen und St. Anton, der eine wintersichere Alternative zur Passstraße bietet. Zur Finanzierung wurde 1973 die Arlberg Straßentunnel Aktiengesellschaft (ASTAG) gegründet, deren Anteile zu 60 % dem Bund, zu 26 % dem Land Tirol und zu 14 % dem Land Vorarlberg gehörten. Die Gesellschaft ist heute in der ASFINAG aufgegangen. Der Bau kostete 4,8 Milliarden Schilling (rund 350 Mio. Euro), die reinen Baukosten betrugen 3,88 Milliarden Schilling.

Österreichische 100-Schilling-Silbermünze von 1978 zur Eröffnung des Arlbergtunnels

Die Arbeiten begannen am 1. Juni 1974, am 5. Juli 1974 fand der Tunnelanschlag in St. Anton und Langen statt. Der Durchstich erfolgte am 9. Oktober 1977, woraufhin am 1. Dezember 1978 der Verkehr freigegeben werden konnte. Beim Bau wurde die Neue Österreichische Tunnelbauweise angewandt. Obwohl das Gebirgsverhalten nicht den Erwartungen entsprach und insbesondere übermäßige Gesteinsbewegungen abgefangen werden mussten, konnten die Baufristen eingehalten werden.

Ursprünglich waren zwei Röhren im Abstand von 70 m vorgesehen, beim fertiggestellten Tunnel handelt es sich um die geplante Südröhre.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Tunnel besteht eigentlich aus zwei Tunneln und auf beiden Seiten anschließenden Galerien. Am Ostportal in St. Jakob befindet sich eine Einfahrtsgalerie, gefolgt von der Lüftungszentrale St. Jakob und dem 3951 m langen Vortunnel. Anschließend wird die Rosanna auf einer eingehausten Brücke überquert, bevor das eigentliche Arlbergmassiv im 10.311 m langen Haupttunnel durchquert wird. Am Westportal südlich von Langen befindet sich wiederum eine Einfahrtsgalerie sowie die Lüftungszentrale Langen. Vom Ostportal (1223 m ü. A.) steigt der Tunnel über 3940 m mit 1,67 % bis zum Scheitel bei der Rosannaquerung (1318 m ü. A.) an. Danach fällt er auf 10.032 m Länge mit 1,3 % bis zum Westportal auf 1188 m ü. A. ab. Mit den Einfahrtsbauwerken beträgt die Länge 15.537 m. Die Breite des Tunnels beträgt 9,40 m, davon entfallen 7,50 m auf die Fahrbahn und je 0,95 m auf die Gehsteige an beiden Seiten.

Sicherheit[Bearbeiten]

Der 736 m tiefe Lüftungsschacht ist der tiefste Europas
Mit Fluchtstollen, die in Sammelräume münden, wurden die beiden Arlbergtunnel verbunden
Infotafel zur Selbstrettung in den Arlbergtunnels

Der Tunnel ist für 1800 Kraftfahrzeuge pro Stunde ausgelegt und mit vier Lüftungszentralen, einem Schacht mit 736 m (der tiefste dieser Art Europas), zwölf Ventilatoren, einem durchgehenden schaltbaren Lichtband, 43 TV-Kameras zur Verkehrsüberwachung, Notruftelefonen im Abstand von 212 m und 16 Abstellnischen ausgestattet. Zur Erhöhung der Sicherheit in dem Tunnel wurden bis 2008 in der ersten Ausbaustufe acht Verbindungsstollen mit 150 m bis 300 m Länge zu dem parallel führenden Arlberg Eisenbahntunnel gebaut. Damit beträgt die maximale Fluchtweglänge 1700 m. Die durch Schleusen vom Fahrraum abgetrennten Verbindungsstollen weisen außerdem noch Sammelräume auf, die 800 Personen Platz bieten.

Ursprünglich war geplant, in der zweiten Ausbaustufe ab 2014 den Fluchtwegabstand mit acht weiteren Verbindungstunneln zum Eisenbahntunnel auf 850 m zu verkürzen. In der dritten und endgültigen Ausbaustufe ab 2016 sollte ein paralleler Fluchtstollen gebaut werden mit Zugängen alle 425 m. Diese Fluchtwegplanung wurde indes überarbeitet, ab 2014 wird der Zuluftkanal der Querlüftung des Tunnels zu einem Fluchttunnel adaptiert, Zugänge zu diesem Luftkanal werden im Abstand von maximal 500 m errichtet. Alle 1700 m werden die im Ereignisfall Flüchtenden dann aus dem Zuluftkanal/Fluchttunnel in die bestehenden Flucht- und Rettungswege, die den Straßentunnel mit dem Eisenbahntunnel verbinden, geleitet.[3]

Eine notwendige Sanierung des 1978 eröffneten Arlberg-Straßentunnels ist von der ASFINAG für den Zeitraum 2015-2017 geplant; dabei wird es nach derzeitigem Stand (Juli 2014) jeweils Vollsperren in den Jahren 2015 sowie 2017 geben, die 6,5 und 5,5 Monate andauern sollen.[4]

Maut[Bearbeiten]

Mautstelle

Die Benutzung des Tunnels ist sondermautpflichtig. Eine Einzelfahrt mit dem PKW kostet derzeit 9,00 Euro (Stand Juli 2014)[5]. Da es sich um eine Sondermautstrecke handelt, unterliegt der Tunnel nicht der Vignettenpflicht. Die Mautstelle befindet sich vor dem Ostportal bei St. Jakob auf der Tiroler Seite.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Fink: Arlberg Straßentunnel. In: Das Autobahnnetz in Österreich. 30 Jahre ASFINAG. Wien 2012, S. 147–150. (PDF; 7,6 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arlberg Straßentunnel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dauerzählstellen Gesamtjahr 2013. ASFINAG, abgerufen am 3. Juli 2014 (MS Excel).
  2. 2. Röhre beim Arlberg-Straßentunnel: Eine Schnapsidee! Die Grünen Tirol, abgerufen am 3. Juli 2014 (pdf).
  3. 136 Millionen Euro für mehr Sicherheit im Arlbergtunnel. ASFINAG, 22. Februar 2013, abgerufen am 11. Juli 2014.
  4. S 16 Sanierung und Errichtung Flucht- und Rettungswege Arlberg Straßentunnel. ASFINAG, abgerufen am 11. Juli 2014.
  5. Sonder- und Videomaut. ASFINAG, abgerufen am 11. Juli 2014.