Arlbergtunnel (Eisenbahn)

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Arlbergtunnel
Im Mittelteil des Arlbergtunnels
Im Mittelteil des Arlbergtunnels
Streckenlänge: 10,648 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Baujahr: 1884
Bahnhof, Station
99,360 St. Anton am Arlberg 1303 m ü. A.
Tunnel – Anfang
99,500 Ostportal
   
104,241 Scheitelpunkt 1311 m ü. A.
   
105,062 Selbstblock Ao 1
   
105,762 Landesgrenze Tirol/Vorarlberg
   
107,622 Überleitstelle Ao 2
Tunnel – Ende
110,148 Westportal
Brücke (groß)
110,480 Alfenzbrücke
Bahnhof, Station
110,715 Langen am Arlberg 1217 m ü. A.

Der Arlbergtunnel bildet mit einer Länge von 10.648 m zwischen St. Anton am Arlberg und Langen am Arlberg den zentralen Bestandteil der Arlbergbahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Ostportal um 1898 (Denkmalschutz)
Tunnelportal auf der Langener Seite, 1882

Der Arlbergtunnel entstand zwischen den Jahren 1879 und 1884 nach der sogenannten „Alten Österreichischen Tunnelbauweise“.[1]

Unter den Partieführern beim Bau des Arlbergbahntunnels in den Jahren 1880–1884 war auch Johann Bertolini, der für seine Leistung mit der Durchbruchsmedaille geehrt wurde. Der Durchstich erfolgte am 19. November 1883 anlässlich des Namenstages von Kaiserin Elisabeth.[2]

Am 21. September 1884 wurde der vorerst einspurig ausgebaute Tunnel eröffnet. Der Verkehr entwickelte sich so erfreulich, dass bereits am 15. Juli 1885 das zweite Gleis durch den von Anfang an zweigleisig projektierten Arlbergtunnel eröffnet werden konnte.

Im Scheitelpunkt des Tunnels bildete sich immer wieder ein für das Lokpersonal sehr unangenehmer und sich hartnäckig haltender Dampfpfropfen. Mit der Elektrifizierung des Tunnels mit dem System 15 kV / 16,7 Hz am 20. November 1924 wurde das Problem beseitigt, 1925 folgten noch die Rampenstrecken.

Im Zuge des Streckenausbaues zur alpinen Skiweltmeisterschaft 2001 wurde die bis dahin gerade Bahntrasse im Bereich St. Anton nach Süden und in dem Zusammenhang auch das Ostportal des Tunnels verlegt. Dadurch, bzw. durch Aufweitung wurde der damals 10.249,90 m lange Tunnel um 398 m verlängert, er mündet nun direkt in den Bahnhof von St. Anton.

Sicherheit[Bearbeiten]

Zur Erhöhung der Sicherheit im Tunnel wurden zwischen 2004 und 2007 in der ersten Ausbaustufe sechs Verbindungsstollen mit 150 bis 300 Meter Länge zum parallel führenden Arlberg Straßentunnel gebaut. Der Maximalabstand zwischen diesen Querschlägen beträgt 1.700 Meter. Im 2008 vorgestellten Sicherheitskonzept enthalten sind zwei weitere Fluchttunnel, von denen einer zum Wolfsgrubentunnel und ein anderer direkt ins Freigelände führt. Der Bau eines parallel verlaufenden Fluchtstollens ist nicht erforderlich, da der Arlbergstraßentunnel mit einem Maximalabstand von 400 Metern horizontal und 35 Metern vertikal als Fluchtmöglichkeit genutzt werden kann. Das Sicherheitskonzept, das mit der ASFINAG zusammen ausgearbeitet wurde, schließt auch die umgekehrte Nutzung des Bahntunnels als Fluchttunnel für den Straßentunnel ein. Der Bahntunnel ist in der gesamten Länge und Breite von Einsatzfahrzeugen befahrbar. Das Konzept wurde im Oktober 2010 mit einer Übung getestet, an welcher ca. 200 Übungsfiguranten teilnahmen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Arlbergtunnel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Trisannabrücke, 20 km östlich folgt das andere außerordentliche Bauwerk der Bahnstrecke

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Asmus, Johann Stockklausner, Mag. Albert Ditterich: Eisenbahn Journal Special 1/95 Die Arlbergbahn. Fürstenfeldbruck 1995, 109 S., ISBN 3-922404-68-5
  • Die Arlbergbahn; Denkschrift aus Anlass des zehnjährigen Betriebes 1884-1894; Herausgegeben von der k.k. Staatsbahndirektion in Innsbruck. 1896 im Selbstverlag.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachrüstung Arlbergtunnel (ÖBB)
  2. Hans Thöni: Sie bauten den Arlberg-Bahntunnel, herausgegeben von der Gemeinde St. Anton am Arlberg 2007
  3. FF St. Anton - Katastrophenübung in den Arlbergtunnels