Armaturenbrett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Armaturenbrett eines Bentley Continental GTC
Armaturenbrett eines historischen Postbusses, hergestellt von DAAG im Jahr 1925
Armaturenbrett eines historischen MAN-Postbusses
Armaturenbrett eines Škoda 422, ausgestellt im Škoda Muzeum
Die wichtigsten Elemente im Armaturenbrett
Historisch: Armaturenbrett des Mercedes 170 DS
Instrumente in einem LKW (Volvo FH)

Ein Armaturenbrett ist eine Anzeige- oder Instrumententafel mit Messanzeigern und Bedienungshebeln (Armaturen) einer Maschine. Auch wenn bei Autos die Instrumente, bis auf Ausnahmen, längst nicht mehr auf einem Brett montiert sind, spricht man hier von einem Armaturenbrett, früher auch von einer Schalttafel. Bei einem LKW wird es häufig auch als Instrumententafel bezeichnet.

Dieser Artikel beschreibt im Folgenden ein Armaturenbrett bei einem mitteleuropäischen, auf Rechtsverkehr ausgelegten PKW ohne besondere Beschränkungen wie beispielsweise eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit. In Ländern mit Linksverkehr wie etwa Großbritannien und Japan erfolgt die Anordnung zum Teil seitenverkehrt. In Deutschland ist ein Teil der Instrumente und Einrichtungen durch die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung vorgeschrieben.

Instrumente[Bearbeiten]

Grundsätzlich sind die wichtigen Instrumente zentral im Blickfeld des Fahrers angeordnet. Bei den meisten modernen PKW befinden sich diese Instrumente oberhalb des Lenkrads in einem sogenannten Kombiinstrument.

In jedem Fall ist hier ein Tachometer zur Anzeige der Geschwindigkeit mit eingebautem Kilometerzähler (korrekt: Wegstreckenzähler) zu finden (in Deutschland § 57 StVZO). Ebenfalls in diesem Bereich befinden sich die Kontrollleuchten für Fahrtrichtungsanzeiger (häufig nach Richtungen getrennt), Fernlicht, Lichtmaschine, bei den meisten Fahrzeugen außerdem noch Öldruck und weitere Warnleuchten über den Fahrzeugzustand, die Vorratsanzeige für den Kraftstoff, Einrichtungen wie Drehzahlmesser (Anzeige in Umdrehungen pro Minute, U/min. 1/min), Tageskilometerzähler oder zunehmend das Display des Bordcomputers. Bei älteren Modellen kann ein Econometer zur Anzeige des Verbrauchszustands vorgesehen sein. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe findet sich zudem vielfach eine mechanische oder elektronische Anzeige der aktuell eingelegten Schaltstufe. Es können noch zusätzliche Kontrollleuchten, wie für eine angezogene Feststellbremse oder nicht angelegte Sicherheitsgurte, vorhanden sein.

Seit einigen Jahren gibt es einen Trend zu vollständig digitalen Anzeigen. Diese sind häufig in der Mitte des Armaturenbretts montiert. Der Nutzwert derartiger Instrumente ist umstritten, insbesondere sind einige Kritiker der Meinung, dass sich analoge Instrumente intuitiver erfassen lassen und den Fahrer somit nicht so stark ablenken. Bei einigen Herstellern waren volldigitale Geschwindigkeitsanzeigen nicht viel mehr als Modeerscheinungen; die Fahrzeuge von General Motors waren z. B. in den 1990er-Jahren weithin damit ausgestattet, in den letzten Jahren ist man jedoch dort wieder zu analogen Anzeigen zurückgekehrt.

Als Neuentwicklung finden Head-up-Displays immer mehr Verwendung, sie blenden über Linsen- und Spiegelsysteme die Anzeigen direkt in das Blickfeld des Fahrers ein. Diese Anzeige erfolgt in der Regel zusätzlich zu den weiter vorhandenen konventionellen Anzeigen am Armaturenbrett.

Lenkrad[Bearbeiten]

Unmittelbar am Lenkrad befinden sich zumeist die als Hebel montierten Schalter für den Fahrtrichtungsanzeiger, häufig in Kombination mit dem Schalter für das Fernlicht und die Lichthupe, sowie für den Scheibenwischer. Je nach Ausstattung, Alter und Typ des Fahrzeugs werden neben diesen beiden Hebeln noch weitere montiert, zum Beispiel für die Fahrzeugbeleuchtung oder einen Tempomaten. Diese Bedienungselemente können aber auch zu sogenannten Bedienungssatelliten zusammengefasst sein. Das Mittelteil des Lenkrads ist oft mit einem Airbag versehen und dient zugleich als Schalter für das Signalhorn („Hupe“). Bei einigen Herstellern wird die Hupe jedoch über separate Druckknöpfe direkt am Lenkrad gesteuert. Andere rüsten das Lenkrad mit weiteren Bedienungselementen aus; zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Steuerungen für das Autoradio oder Autotelefon.

Bei älteren Fahrzeugen ist der Schalter für den Warnblinker häufig auf der Oberseite der Lenksäule montiert. Das Lenkrad selbst ist bei den meisten Neufahrzeugen höhen- oder weitenverstellbar, um dem Fahrer mehr Komfort zu bieten und der Ermüdung entgegenzuwirken. Ein beliebtes Extra ist zudem eine elektrische Lenkradverstellung.

Umgebung[Bearbeiten]

Außerhalb dieses zentralen Bereichs, nämlich in der Mittelkonsole, finden sich weitere Bedienungselemente, die vom Fahrer erreicht werden müssen. Darunter fallen beispielsweise die Schalter für Beleuchtung, Heizung (diese ist in Deutschland im § 35 c der StVZO vorgeschrieben) oder Klimaanlage, Autoradio, elektrische Fensterheber, sofern sie nicht in den Türen untergebracht sind, sowie die Heckscheibenheizung. Bei moderneren Fahrzeugen ist außerdem der Schalter für den Warnblinker häufig in der Mitte des Armaturenbretts angebracht und deutlich hervorgehoben, damit im Notfall auch der Beifahrer den Schalter finden und betätigen kann. Auch für die Zentralverriegelung kann hier ein Schalter vorhanden sein.

Unterhalb des Armaturenbretts, seltener im Motorraum des Fahrzeugs, sind meist die Sicherungen für die Bordelektrik montiert. Im Fußraum sind meistens drei Pedale (Gaspedal, Bremse und Kupplung) eingebaut; bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe entfällt das Kupplungspedal. Bei einigen Herstellern wie beispielsweise Mercedes-Benz wird die Feststellbremse nicht als Handbremse betätigt, sondern über ein Pedal. Ebenfalls in diesem Bereich befindet sich meist die Entriegelung für die Motorhaube; die Fernentriegelung für Tankdeckel und Kofferraum sind meist am Seitenschweller angebracht.

Schaltung/Getriebe[Bearbeiten]

Meist befindet sich der Schalthebel auf dem Kardantunnel unterhalb des Armaturenbretts. Diese Ausführung des Schalthebels wird auch Stock- oder Mittelschaltung genannt. Nachteilig an dieser Anordnung ist, dass der Durchstieg vom Fahrer- zum Beifahrerplatz nicht frei ist.

Um freien Durchstieg und eventuell drei Plätze in der vorderen Sitzreihe zu ermöglichen, wurden Getriebeschaltungen mit Schalthebel an der Lenksäule entwickelt, die Lenkradschaltung, wie sie vornehmlich bei US-amerikanischen Fahrzeugen, aber auch bei europäischen Pkw bis ca. Baujahr 1970 anzutreffen ist. Auch bei einigen aktuellen Modellen wie zum Beispiel dem BMW 7er oder der M-Klasse von Mercedes-Benz befindet sich der Automatikwählhebel am Lenkrad. Eine Besonderheit war der nur wenige Zentimeter große Schalter im Armaturenbrett des Goggomobils für den Gangwechsel des Vorwählgetriebes.

Bei der sogenannten Revolverschaltung einiger Pkw mit Frontantrieb, zum Beispiel Citroën 2CV und Renault R 4, ist der Schalthebel im Armaturenbrett montiert; das trifft auch auf die recht ähnliche Krückstockschaltung zu, mit der beispielsweise die ersten Modelle von DKW und Lloyd und der Trabant ausgestattet sind. Diese Schaltungen erforderten ein weniger kompliziertes Gestänge zum weit vorn liegenden Getriebe als eine Mittelschaltung.

Feststellbremse[Bearbeiten]

Einige Hersteller, wie z. B. Citroën (GSA), Volkswagen (Typ 2 T2) oder Honda (CR-V), haben bei ihren Fahrzeugen auch die Feststellbremse im Armaturenbrett untergebracht. Häufig waren die Fahrzeuge mit Stockhandbremsen ausgerüstet, die unterhalb des Armaturenbretts links oder rechts von der Lenksäule angebracht waren. Moderne Fahrzeuge werden zunehmend mit elektrischen Handbremsen geliefert. Allerdings haben diese den Nachteil gegenüber einer herkömmlichen Handbremse, dass man damit nicht mehr die Bremskraft dosieren kann.

Sonstiges[Bearbeiten]

Vervollständigt wird das Armaturenbrett durch die vielen Dinge, die mit der Bedienung des Fahrzeugs nur sekundär etwas zu tun haben. Grenzen sind hier nur durch die Phantasie des Fahrzeugherstellers oder -halters gesetzt. Allgemein üblich sind Lautsprecher und Luftaustrittsdüsen, ein Aschenbecher, Zigarettenanzünder (der meist auch als Steckdose für 12-Volt-Geräte dient), eine Halterung für ein Mobiltelefon, eine Uhr (analog oder digital), Beifahrerairbag, ein Handschuhfach und weitere Ablagen sowie Getränkedosenhalter. Neuerdings treten auch immer mehr Autoklimaanlagen und Navigationssysteme als zusätzliche Selbstverständlichkeit auf.

Besonderes[Bearbeiten]

  • Bei Fahrzeugen mit Fahrtenschreiber ist der Tachometer mit diesem gekoppelt und häufig in einem Gerät zusammengefasst.
  • Bei Taxis befindet sich der Taxameter ebenfalls am Armaturenbrett (bei neuen Fahrzeugen ist er zum Teil in den Rückspiegel integriert).

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik. 2. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden, 2001, ISBN 3-528-13114-4

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Armaturenbrett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Armaturenbretter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!