Armen-Brüder des hl. Franziskus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Armen-Brüder des hl. Franziskus (lat.: Congregatio Fratrum Pauperum Sancti Francisci, Ordenskürzel: CFP) sind eine Brüdergemeinschaft, die international noch etwa 70 Mitglieder zählt. Sie sind in den USA, Brasilien, Niederlanden und Deutschland (2003 mit 6 Brüdern in Aachen und Düsseldorf) vertreten. Umgangssprachlich werden sie auch nach ihrem Gründer Johannes Philipp Höver (Bruder Johannes) aus Wahlscheid Höver-Brüder oder nach ihrem Mutterhaus Aachener Franziskanerbrüder benannt.

Die Gründung der Genossenschaft erfolgte Weihnachten 1857 durch vier Brüder des Dritten Ordens des hl. Franziskus. Zunächst widmeten sich die ersten Brüder der nächtlichen Krankenpflege bei armen Leuten, während sie am Tag für die Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus (Schervier-Schwestern) in Aachen arbeiteten, wofür diese ihnen den Unterhalt gewährten. Die Genossenschaft verdankt der Schwesterngemeinschaft wesentliche Impulse. Im Mai 1858 bezogen die Brüder ein neues Heim, das den Armen-Schwestern gehörige Haus neben deren Klosterkirche.

Anfang 1860 war die Zahl der Brüder auf 12 gewachsen. Der Aachener Regierungspräsident Friedrich von Kühlwetter unterstützte Hövers Pläne. Anfang 1860 erhielt die Genossenschaft aus Spenden ihr erstes eigenes Mutterhaus in der Alexanderstraße, in dem eine Wirtschaft und Bierbrauerei betrieben wurden.

Johannes Höver nahm im April 1860 seinen Lehrerberuf bei der Freischule von St. Peter wieder auf; die Schülerzahl wurde im August 1861 mit 140 angegeben. Hier konnte sich die Genossenschaft der zugedachten Hauptaufgabe, der Sorge um verwahrloste männliche Jugendliche, zuwenden. Das erste Kind wurde am 31. Mai 1860 aufgenommen, bis zum Herbst 1861 stieg die Zahl auf über 50, so dass das Haus bald überfüllt war.

Am 5. Januar 1861 erteilte der Kölner Erzbischof Kardinal Johannes von Geissel der Satzung der Genossenschaft seine Genehmigung für fünf Jahre. Somit war die Genossenschaft als »kirchliche Körperschaft« mit dem Status einer Diözesankongregation anerkannt. Die endgültige bischöfliche Anerkennung erfolgte am 1. Juli 1872. Am 8. Februar 1863 übernahm die Genossenschaft als Filiale eine Anstalt für arme und verlassene Knaben in Köln. Wegen eines schweren Kopfleidens übergab Johannes Höver 1863 die Leitung der Kongregation an Bruder Bonaventura Schaeben; Höver starb am 13. Juli 1864.

Im Kulturkampf wurden die Brüder aus Preußen ausgewiesen und übersiedelten in die Niederlande. 1888 durften sie zurückkehren. Die Satzung wurde am 19. Juli 1910 päpstlich bestätigt. Die Kongregation wurde 1938 in eine deutsche, holländisch-belgische, nordamerikanische und brasilianische Provinz eingeteilt. Das Generalat und Mutterhaus sowie das Provinzialat der deutschen Provinz befindet sich in Aachen. Die Brüder sind tätig in Schulen und Erziehung, Sozialarbeit, Altenpflege und Seelsorge.

Weblinks[Bearbeiten]