Armin Heinen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Armin Heinen (* 19. November 1952 in Krefeld) ist ein deutscher Historiker für Neuere und Neueste Geschichte. Er ist Spezialist für rumänische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.[1] Seine Publikationsschwerpunkte liegen u.a. in kultur- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten sozialen Handelns (physische Gewalt; kulturelle Missverständnisse; Wandel der Formen des Feierns) sowie der Sozialgeschichte des europäischen Faschismus.

Leben[Bearbeiten]

Nach seinem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Mathematik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, arbeitete Heinen von 1981 bis 1984 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften München im Projekt Säkularisation und Nationalgüterveräußerung im linksrheinischen Gebiet 1803–1813 in Trier. 1984 wurde Heinen wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und schloss im gleichen Jahr seine Promotion über die rumänische Legion „Erzengel Michael“ als eine faschistische Bewegung[2] an der Universität Trier ab. 1989 arbeitete Heinen als Hochschulassistent an der Universität des Saarlandes Saarbrücken, 1993–1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsprojekts Wirtschaft, Gesellschaft und Politik an der Saar, 1945–1955. 1995 habilitierte er sich mit einer Studie zur Politik- und Wirtschaftsgeschichte des Saarlandes 1945–1955.[3] 1996–1997 vertrat er die Professur für Neuere und Neueste Geschichte, Landesgeschichte und Didaktik der Geschichte in Würzburg. Seit 1998 ist Heinen Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der RWTH Aachen, seit 1999 hier Leiter des Zusatzstudienganges Europastudien. Seit 2008 leitet Heinen gemeinsam mit Victor Neumann die von ihm initiierte erste Internationale Graduiertenschule für Begriffsgeschichte in Rumänien[4], die den Namen des deutschen Gelehrten Reinhart Koselleck trägt und von der Volkswagen-Stiftung gefördert wurde.[5]

Mitgliedschaften/Ämter[Bearbeiten]

  • 2000–2006: Mitglied des Vorstandes des Deutsch-Französischen Komitees für die Erforschung der deutschen und französischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts e.V.
  • 2002–2005: Prorektor der RWTH Aachen für Lehre und Evaluierung
  • 2007: Prodekan für Forschung, Philosophische Fakultät der RWTH Aachen
  • 2007: Sprecher des Forums Technik und Gesellschaft der RWTH Aachen
  • 2008: Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Zentrums für Europäische Integrationsforschung (ZEI) Bonn

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten]

  • Die Legion „Erzengel Michael“ in Rumänien. Soziale Bewegung und politische Organisation. Ein Beitrag zum Problem des internationalen Faschismus, München 1986. (Rumänischsprachige Ausgabe: Bukarest 1997).[7]
  • Uwe Grund, Armin Heinen: Wie benutze ich eine Bibliothek? Basiswissen – Strategien – Hilfsmittel, München, 2. Aufl. 1996 (Lehrbuch UTB).
  • Saarjahre. Politik und Wirtschaft im Saarland 1945–1955, Stuttgart, 1996.[8]
  • Rumänien, der Holocaust und die Logik der Gewalt, München 2007.

Quelleneditionen[Bearbeiten]

  • „The Netherlands“, in: Documents on the History of European Integration, Bd. 3: The struggle for European Union by Political Parties and Pressure Groups in Western European Countries, 1945–1950, Berlin und New York 1988, S. 347–440. (Die Einleitung ist deutschsprachig erneut abgedruckt in: Wilfried Loth (Hrsg.), Die Anfänge der europäischen Integration, 1945–1950, Bonn 1990).
  • Rainer Hudemann / Armin Heinen (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit Johannes Großmann und Marcus Hahn: Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa, 1945–1957. Ein Quellen- und Arbeitsbuch, Saarbrücken 2007.

Herausgebertätigkeit (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Rainer Hudemann, Armin Heinen (Hrsg.), Universität des Saarlandes 1948–1988, Saarbrücken 1989.
  • Lexikon zur Zeitgeschichte im Internet
  • Christian Bremen, Armin Heinen, Rüdiger Stotz (Hrsg.), Die Europäische Union als Rechts- und Verfassungsraum. Zukünftige Aufgaben und Gegenwart. Vorträge und Diskussionen eines Kolloquiums der Universitäten Aachen, Lüttich und Maastricht, 3.–4. April 2000, Sankt Augustin 2001.
  • Christian Bremen, Armin Heinen (Hrsg.), Europa studieren. Hochschuldidaktische Überlegungen zur Europäistik. Festschrift für Kurt Hammerich, Sankt Augustin 2003.
  • Jac van den Boogard, Luise Clemens, Armin Heinen, Johanna Jantsch, Herbert Ruland, Anika Schleinzer (Hrsg.), Grenz-Controle / Grens-Kontrolle. Aachen, Eupen, Maastricht – Oral Histories, Remscheid 2008.
  • Armin Heinen / Dietmar Hüser (Hrsg.), in Zusammenarbeit mit Anne Günther, Tour de France. Eine historische Rundreise. Festschrift für Rainer Hudemann zum 60. Geburtstag, Stuttgart 2008.
  • Armin Heinen / Vanessa Mai / Thomas Müller (Hrsg.), Szenarien der Zukunft. Technikvisionen und Gesellschaftsentwürfe im Zeitalter globaler Risiken, Berlin 2009.
  • Victor Neumann, Armin Heinen (Hrsg.), Istoria României prin concepte. Perspective alternative asupra limbajelor social-politice, Iaşi 2010.
  • Historizität, Materialität und Narrativität. Zum Zusammenhang von Technikkultur und Historiographiegeschichte ([1] – 12. August 2011).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Balthasar Waitz: Erfolgreiche Zusammenarbeit in der Geschichtsforschung: Ehrendoktor der West-Uni Temeswar für Prof. Dr. Armin Heinen, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 20. Dezember 2011, abgerufen am 17. November 2012.
  2. Armin Heinen: Die Legion „Erzengel Michael“ in Rumänien. Soziale Bewegung und politische Organisation. Ein Beitrag zum Problem des internationalen Faschismus, München 1986. (Rumänischsprachige Ausgabe: Bukarest 1997)
  3. Armin Heinen, Saarjahre. Politik und Wirtschaft im Saarland 1945–1955, Stuttgart, 1996
  4. Internationale Graduiertenschule für Begriffsgeschichte in Rumänien
  5. Valeska Bopp-Filimonov: Deutsch-Rumänisches Graduiertenkolleg in Temesvar eröffnet. (PDF; 1,0 MB) In: Deutsch-Rumänische Hefte Jahrgang XI, Heft 2 (2008), S. 14.
  6. Liste von Ehrendoktoren der Dunărea-de-Jos-Universität Galați (PDF; 56 kB), abgerufen am 17. November 2012.
  7. Brigitte Mihok: Rezension zu: Armin Heinen, Rumänien, der Holocaust und die Logik der Gewalt. München 2007, in: H-Soz-u-Kult, 25. Februar 2008. (Online).
  8. Marcel Boldorf: Rezension zu: Armin Heinen, Saarjahre. Politik und Wirtschaft im Saarland 1945 – 1955. Stuttgart 1996, in: H-Soz-u-Kult, 10. Februar 1998, (Online).