Armutsgrenze

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Die Armutsgrenze bezeichnet ein Einkommen, unterhalb dessen der Erwerb aller lebensnotwendigen Ressourcen nicht mehr möglich ist, also Armut vorliegt.

Variation[Bearbeiten]

Der Zahlenwert für die Armutsgrenze variiert durch unterschiedliche Lebenserhaltungskosten von Ort zu Ort, liegt gewöhnlich innerhalb eines Landes in der Nähe eines festen Wertes, kann aber innerhalb eines Landes in verschiedenen Regionen variieren, beispielsweise zwischen urbanen und ländlichen Gegenden oder Gebieten mit warmem und kaltem Klima.

Begründung[Bearbeiten]

Da in fast allen Gesellschaften Armut vorkommt, ist die Armutsgrenze in der Ökonomie ein Maßstab, um Armut in Zahlen auszudrücken. Die Prozentzahl unter der Armutsgrenze lebender Einwohner wird als Armutsquote bezeichnet.

Feststellung[Bearbeiten]

Die Armutsgrenze wird festgestellt, indem die essentiellen Ressourcen, die ein durchschnittlicher Erwachsener in einem Jahr konsumiert, berücksichtigt und deren Kosten summiert werden. Der größte Kostenfaktor sind meist Miete oder Grundstückspreise. Aus diesem Grund richten Wirtschaftswissenschaftler ihr Augenmerk in besonderem Maße auf den Immobilienmarkt als einem wichtigen Einflussfaktor auf die Höhe der Armutsgrenze.

Die Weltbank legt die Armutsgrenze bei einem US-Dollar pro Tag fest – rund ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt in Armut.

Relative Armutsgrenzen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Relative Armut

Die EU-Statistiker definieren Personen,[1][2][3] die vom Median des Netto-Äquivalenzeinkommens weniger als

  • 70 Prozent zur Verfügung haben, als armutsgefährdet in sozialen Risikosituationen („prekärer Wohlstand“),
  • 60 Prozent zur Verfügung haben, als armutsgefährdet,
  • 50 Prozent zur Verfügung haben, als relativ einkommensarm,
  • 40 Prozent zur Verfügung haben, als arm.

Die WHO und die OECD definieren Personen die vom Median des Netto-Äquivalenzeinkommens weniger als

  • 50 Prozent zur Verfügung haben, als arm.

2012 lag die Armutsgefährdungsgrenze (60% des Medianeinkommens) deutschlandweit bei 980 €[4] pro Monat bzw. 11.757 € pro Jahr.

In der Schweiz gelten Einzelpersonen, die nach Bezahlung der Mietkosten einer zweckmässigen Wohnung und der Krankenversicherungsprämie weniger als etwa 1000 Franken (ca. 822 Euro) pro Monat ausgeben können, als arm.[5]

Absolute Armutsgrenzen[Bearbeiten]

In den USA liegt die Armutsgrenze für Alleinstehende derzeit bei einem Jahreseinkommen von 11.490 USD, für eine vierköpfige Familie bei 23.550 USD (Stand: 2013).[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Armutsgrenze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. destatis.de: Armut und Lebensbedingungen, Ergebnisse aus Leben in Europa für Deutschland 2005, S. 17f.
  2. destatis.de: Erstmals EU-weit vergleichbare Daten zu Armut, Pressemitteilung Nr. 505 vom 5. Dezember 2006.
  3. destatis.de: Leben in Europa 2006, Pressemitteilung Nr. 028 vom 21. Januar 2008.
  4. Statistisches Bundesamt: [1] Abgerufen am 23. Oktober 2014.
  5. SKOS-Richtlinien
  6. Annual Update of the HHS Poverty Guidelines in Federal Register vom 24. Januar 2013.