Arne Birkenstock

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Arne Birkenstock (* 7. Dezember 1967 in Siegen) ist ein deutscher Autor und Regisseur.

Leben[Bearbeiten]

Arne Birkenstock studierte Volkswirtschaft, Politik, Geschichte und Romanistik in Köln, Buenos Aires und Córdoba und realisierte während seines Studiums erste TV-Dokumentationen für die Sendereihen Unter deutschen Dächern (ARD) und Menschen hautnah. Gemeinsam mit André Schäfer produzierte er die preisgekrönte Dokumentation Man sieht ja mit den Ohren – Über den Fussballwahnsinn samstags im Radio. Sein erster Kino-Dokumentarfilm 12 Tangos – Adios Buenos Aires[1] hatte 2005 Premiere. Neben verschiedenen Dokumentationen für das Fernsehen wie die WDR-Reihe 7000 Kilometer Heimweh – Ein Jahr in China[2] oder Sandkastenkrieger über deutsche Unteroffiziere, die an einer Bundeswehrfachschule zu Erziehern ausgebildet werden für die Dokumentarfilmreihe Grand Format auf ARTE (gemeinsam mit Katherina Knees), führte Birkenstock auch bei den Dokumentarfilmen Chandani und ihr Elefant, für den er 2011 den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm erhielt, und bei dem Musik-Dokumentarfilm Sound of Heimat – Deutschland singt (gemeinsam mit Jan Tengeler) Regie. Arne Birkenstocks Kino-Dokumentarfilm Beltracchi - Die Kunst der Fälschung über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi startete am 6. März 2014 im Verleih von Senator bundesweit in den Kinos und wurde 2014 mit dem Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm" ausgezeichnet. Der Film hatte seine internationale Premiere auf dem World Film Festival in Montréal. Die von ihm produzierte Verfilmung des dokumentarischen Theaterprojekts „Die Moskauer Prozesse“ des schweizerischen Regisseurs Milo Rau hatte seinen Kinostart am 20. März 2014 im Verleih von Real Fiction und wurde auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen 2014 mit einer "Besonderen Auszeichnung" gewürdigt.

Aktuell arbeitet Arne Birkenstock als Produzent an dem Film "Das Kongo Tribunal" des schweizerischen Regisseurs Milo Rau, an dem Film „Die Nacht der Nächte“ der Filmemacherinnen Yasemin und Nesrin Şamdereli, sowie an weiteren Projekten mit den Regisseuren Uli Gaulke und Daniela Schmidt-Langels.

Arne Birkenstock bei den Dreharbeiten zu 12 Tangos, 2004 in Buenos Aires

Arne Birkenstocks Bücher zu Tango[3] und Lateinamerikanischer Musik[4] gehören zu den Standardwerken in Deutscher Sprache. Das Buch zum Tango ist im Verlag Arbeiderspers auf Niederländisch erschienen. Als wissenschaftlicher Autor verfasste Birkenstock außerdem verschiedene Studien u.a. für die Staatskanzlei NRW, den Kölner Kulturrat, das Grimme-Institut und das Bundesfamilienministerium. Er organisierte mehrere kulturpolitische Symposien in seiner Heimatstadt Köln. Arne Birkenstock war und ist als Referent, Gutachter und als Jurymitglied für verschiedene Filmhochschulen, Förderinstitutionen und Festivals tätig. Im Januar 2014 wurde Arne Birkenstock von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters für drei Jahre in das Gremium „Produktion programmfüllende Spiel- und Dokumentarfilme (A)“ der kulturellen Filmförderung des Bundes berufen.

Arne Birkenstock ist Mitglied in der Deutschen Filmakademie, der Europäischen Filmakademie, und in der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, wo er von 2011-2014 Mitglied im Vorstand war. Er engagiert sich im Beirat des Kunstsalon Köln [5] und im Kuratorium von AFS Interkulturelle Begegnungen, mit dem er 1984/85 als Austauschschüler ein Jahr in den USA verbrachte.[6]

Arne Birkenstock ist verheiratet, lebt in Köln und hat zwei Kinder. Er ist der älteste Sohn des Kölner Strafverteidigers Reinhard Birkenstock und Enkelsohn des Luftfahrtpioniers Hans Jacobs. Im Nebenberuf spielt Birkenstock in der kölschen Mundartband Schmackes Akkordeon.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Arne Birkenstock und Schnittmeister Felix Bach bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises an den Film Chandani und ihr Elefant 2011 in Berlin
  • Auszeichnung für Beltracchi – Die Kunst der Fälschung durch die Deutsche Filmakademie mit dem Deutschen Filmpreis als bester Dokumentarfilm
  • Auszeichnung für Chandani und ihr Elefant durch die Deutsche Filmakademie als bester Kinderfilm mit dem Deutschen Filmpreis
  • Auszeichnung für Chandani und ihr Elefant mit dem ersten Preis als bester Dokumentarfilm beim International Children‘s Film Festival in Chicago
  • Teilnahme von Chandani und ihr Elefant beim Kinderfilmfestival Goldener Spatz 2010, beim TIFF KIDS, dem Kinderfilmfestival des Toronto International Film Festival und zahlreichen weiteren Kinderfilmfestivals.
  • Silver Screen Award für die Doku-Serie 7000 Kilometer Heimweh beim US International Film- and Video Festival 2009, Chicago
  • Festival- und Wettbewerbsteilnahmen von 12 Tangos beim The Era New Horizons International Film Festival Warschau, Jecheon International Music & Film Festival Seoul, Monterrey International Film Festival, Cinemania Festival Sofia, Internationales Filmfestival Kalkutta, Osterfestival Tirol, 7. Festival des Lateinamerikanischen Films Salzburg, Osterfestival Basel, Tangofestival Genf, Yamagata International Documentary Festival.
  • Festivalteilnahme von 7000 Kilometer Heimweh beim internationalen Dokumentarfilmfestival GZ DOC 2008 in Guangzhou
  • Axel-Springer-Preis 2000 für Man sieht ja mit den Ohren – Über den Fussballwahnsinn Samstags im Radio (RB/ARD, 1999).

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Tango. Geschichte und Geschichten. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1999, ISBN 3-423-24182-9 (Sachbuch mit Audio-CD gemeinsam mit Helena Rüegg).
  • Drehbuchausbildung und Drehbuchförderung in Deutschland. Eine Wirkungsanalyse. Studie des KunstSalon e.V. im Auftrag der Staatskanzlei NRW (Januar bis August 2001).
  • Salsa, Samba, Santería. Lateinamerikanische Musik. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2002, ISBN 3-423-24341-4 (Sachbuch mit Audio-CD gemeinsam mit Eduardo Blumenstock).
  • Leitbild: Kunststadt – Ausgangslage und Handlungsoptionen für eine strategische Positionierung Kölns als Stadt der Künste. Studie im Auftrag des Kölner Kulturrat e.V., September 2003.
  • Zukunft Familie: Informationen zum 7. Familienbericht des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (gemeinsam mit Irmela Hannover & Jürgen Kura).
  • Familienbilder und Familienthemen im deutschen Fernsehen. Studie für das Grimme-Institut und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Köln 2005 (gemeinsam mit Irmela Hannover).

Filmographie[Bearbeiten]

  • 'Beltracchi – Die Kunst der Fälschung" (Buch, Regie, Produktion), Kino-Dokumentarfilm, 104 Minuten, 2014
  • Die Moskauer Prozesse (Produktion), Regie: Milo Rau, Kino-Dokumentarfilm, 91 Minuten, 2014
  • Sound of Heimat – Deutschland singt (Buch, Regie, Produktion), Kino-Dokumentarfilm, 94 Minuten, 2012
  • Chandani und ihr Elefant (Buch, Regie, Produktion), Kino-Dokumentarfilm, 94 Minuten, 2009
  • Kampf um Amazonien 3: Das Gerichtsschiff (Buch, Regie) 2010, TV-Dokumentation, 45 Minuten, 2010
  • 7000 Kilometer Heimweh (Buch & Regie gemeinsam mit Jürgen Kura), TV-Dokumentarfilmreihe 4 × 30 Minuten, 2008
  • Die Sandkastenkrieger in der Reihe Grand Format (Buch & Regie gemeinsam mit Katherina Knees), Dokumentarfilm 90 Minuten für Florianfilm, ZDF/ARTE, 2008
  • 12 Tangos (Produktion, Buch, Regie), Kino-Dokumentarfilm, 94 Minuten, 2005
  • Von Rechthabern und Streithähnen – Beobachtungen in Deutschlands kleinstem Amtsgericht in der Reihe Unter deutschen Dächern (2000, ARD/RB, 45 Minuten), Buch & Regie gemeinsam mit André Schäfer
  • Stimmungskanonen – Drei Alleinunterhalter unterwegs in der Reihe Menschen Hautnah (2000, WDR, 45 Minuten), Buch & Regie gemeinsam mit André Schäfer
  • Man sieht ja mit den Ohren – Über den Fußballwahnsinn Samstags im Radio in der Reihe Unter deutschen Dächern (1999, ARD/RB, 45 Minuten), Buch & Regie gemeinsam mit André Schäfer

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12 Tangos - Adios Buenos Aires.
  2. 7000 Kilometer Heimweh - Ein Jahr in China
  3. Tango - Geschichte und Geschichten, DTV München 1999, gemeinsam mit Helena Rüegg
  4. Salsa, Samba, Santería, DTV München 2002, gemeinsam mit Eduardo Blumenstock
  5. Beirat des KunstSalon
  6. Das Kuratorium von AFS