Arnold Marquis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Arnold Marquis (* 6. April 1921 in Dortmund; † 24. November 1990 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Er war einer der meistbeschäftigten deutschen Synchronsprecher.

Leben[Bearbeiten]

Marquis absolvierte die von Theaterleiterin Louise Dumont an das Düsseldorfer Schauspielhaus angeschlossene Schauspielschule. Das Schauspielhaus Bochum engagierte ihn als Zweitbesetzung. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Nach 1945 ging er nach Berlin. Dort trat er in Inszenierungen Boleslaw Barlogs am Schlosspark-Theater in Berlin-Steglitz auf.

Ein Jahr später übernahm er seine erste Synchronrolle bei der Berliner Phoenix-Synchron, der fast 1.000 weitere folgen sollten. Marquis wurde auf Grund seines unverwechselbaren Timbres u. a. die deutsche Stimme von John Wayne, Robert Mitchum, Kirk Douglas, Richard Widmark, James Coburn, Charles Bronson, George C. Scott, Anthony Quinn, Yves Montand, Lino Ventura, Trevor Howard, Bourvil, Bud Spencer, Geoffrey Keen, Jack Klugman, Lee Marvin, Lionel Stander, dem Max aus der Fernsehserie Hart aber herzlich, sowie von James Arness als Marshal Matt Dillon in der Fernsehserie Rauchende Colts.

Marquis’ Identifikation mit seinen Synchronprojekten war außergewöhnlich groß. Toningenieure, die mit ihm zusammengearbeitet haben, nannten ihn und seinen Kollegen Gert Günther Hoffmann ehrfurchtsvoll „König der Synchronsprecher“. Er selbst nannte John Wayne einmal „den größten der Cowboys, meinen Freund“. Nach dessen Tod 1979 produzierte er zu Waynes Ehren die Schallplatte Ich war die Stimme von John Wayne.

Theaterengagements führten ihn nach München, Frankfurt am Main, Hamburg und schließlich wieder zurück nach Berlin. Neben dem Schlosspark-Theater trat er am Renaissance-Theater, in der Komödie am Kurfürstendamm und in der Tribüne auf. In den 1940er Jahren war er in den DEFA-Produktionen Und wieder 48 und Quartett zu fünft zu sehen. In der Asterix-Zeichentrickserie z. B. Asterix – Sieg über Cäsar lieh Arnold Marquis seine tiefe Stimme dem Druiden Miraculix. In der Star-Wars-Saga sprach der Rebellenadmiral Ackbar mit seiner Stimme.

Marquis’ letzter Auftritt als Schauspieler war im Film Otto – Der Außerfriesische, in welchem er den Baron von Platt spielt. Am 24. November 1990 starb er an Lungenkrebs und wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem beerdigt.

Privates[Bearbeiten]

Arnold Marquis war dreimal verheiratet. Er hat eine Tochter.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1948: Und wieder 48
  • 1949: Quartett zu fünft
  • 1953: … und segelt vor jetzt vorm Wind (TV)
  • 1953: Brüderchen und Schwesterchen
  • 1954: Der Teufel fährt in der 3. Klasse (TV)
  • 1954: John Walker schreibt an seine Mutter (TV)
  • 1954: Neues aus dem sechsten Stock (TV)
  • 1955: Die letzte Nacht der Titanic (TV)
  • 1955: Die bösen Männer (TV)
  • 1955: Eine Handvoll Shilling (TV)
  • 1956: So süß ist kein Tod (TV)
  • 1957: Mitternacht (TV)
  • 1962: Theorie und Praxis (TV)
  • 1973: Tatort: Cherchez la femme oder die Geister vom Mummelsee (Fernsehreihe)
  • 1973: McQ schlägt zu
  • 1975: Die schönen Wilden
  • 1975: Jeder stirbt für sich allein
  • 1987: Tatort: Tod im Elefantenhaus (TV)
  • 1989: Otto – Der Außerfriesische

Synchronarbeiten (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Martin Zehren: Die Stimme der Raubeine (Porträt über Arnold Marquis zum 90. Geburtstag), in: Westfalenspiegel, Ausgabe 2/2011, S. 58

Weblinks[Bearbeiten]