Arnsdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Arnsdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Arnsdorf
Arnsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Arnsdorf hervorgehoben
51.09333333333313.988888888889290Koordinaten: 51° 6′ N, 13° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Bautzen
Höhe: 290 m ü. NN
Fläche: 35,8 km²
Einwohner:

4.670 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01477
Vorwahl: 035200
Kfz-Kennzeichen: BZ
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 010
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 17
01477 Arnsdorf
Webpräsenz: www.gemeinde-arnsdorf.de
Bürgermeisterin: Martina Angermann (SPD/Bürgerforum e.V.)
Lage der Gemeinde Arnsdorf im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild

Arnsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Bautzen nahe der Stadt Radeberg und etwa 15 Kilometer von der sächsischen Landeshauptstadt Dresden entfernt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Städte Großröhrsdorf und Radeberg sowie die Gemeinde Großharthau im Landkreis Bautzen, Dürrröhrsdorf-Dittersbach und die Stadt Stolpen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die kreisfreie Stadt Dresden.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Blick auf die Gemeindeverwaltung

Die Gemeinde gliedert sich in die vier Gemeindeteile:

  • Arnsdorf; 7,80 km²; 2780 Einwohner
  • Fischbach; 10,57 km²; 1020 Ew.
  • Kleinwolmsdorf; 11,11 km²; 478 Ew.
  • Wallroda; 6,31 km²; 451 Ew. (Stand: 31. Dezember 2009)

Die ehemals eigenständigen Gemeinden Fischbach und Wallroda wurden im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1999 in die Gemeinde Arnsdorf eingegliedert.[2]

Kleinwolmsdorf war bereits am 1. April 1974 nach Arnsdorf eingemeindet worden.[3]

[Bearbeiten] Geschichte

Verwaltungsgebäude des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf

Im 12. Jahrhundert gründeten Siedler aus dem fränkischen-thüringischen Raum das Waldhufendorf Arnsdorf. Zwischen dem Tanneberg und den sumpfigen Niederungen der Schwarzen Röder wurde die Besiedlungsfläche zu beiden Seiten des Dorfbaches aufgeteilt. Den Mittelpunkt der Ansiedlung bildeten das Erbgericht, die Kirche und später noch die Schule. Mit dem Anlegen von Steuerlisten durch den meißnischen Markgraf Friedrich III., dem Strengen (1332 bis 1381), wird „Arnoldisdorf“ (Arnsdorf), genauso wie viele umliegende Orte, zum ersten Mal 1349/51 urkundlich erwähnt.

1551 hatte das Dorf 26 „besessene Mann“ und 7 „Eingebäuder“. Die Dörfler lebten vorwiegend von der Landwirtschaft und der Fischzucht, 1813 waren noch 46 Teiche vorhanden. Nach 1815 wurde Torf im Karswald abgebaut.

Mit Radeberg und Stolpen war Arnsdorf durch die „Alte Salz- bzw. Böhmische Glasstraße“ verbunden. Nur langsam stieg die Zahl der Einwohner. 1633 betrug sie etwa 300 Personen. Kriege, in deren Folge oft Hungersnot und Krankheiten auftraten, brachten immer wieder Rückschläge. So brannten 1631 die Kirche, das Erbgericht und eine Reihe Anwesen des Mitteldorfes ab. In den folgenden Jahren wütete die Pest. 1834 hatte Arnsdorf 512 Einwohner.

Am 21. Dezember 1845 wurde die Eisenbahnstrecke DresdenBischofswerda (später als Sächsisch-Schlesische Eisenbahn nach Görlitz verlängert) eingeweiht. Die Züge hielten am Haltepunkt Fischbach. Noch heute erinnert der Flurname „Alter Bahnhof“ daran. Am 15. Oktober 1875 wurde der Arnsdorfer Bahnhof eröffnet. Als Eisenbahnknotenpunkt der Linien Dresden–Görlitz und Kamenz–Pirna bekam der Ort eine günstige Verkehrslage. Betriebe der Holz-, Metall- und Glasbranche siedelten sich an. Die Wandlung vom reinen Bauerndorf zum Industrie- und Wohnort begann.

Die Bebauung des Geländes um den Bahnhof und die Einrichtung der Glashüttensiedlung ließ die Zahl der Einwohner bis 1910 auf 1.773 ansteigen.

[Bearbeiten] Anstalt

Den Höhepunkt der Entwicklung bildete die Eröffnung der „Königlich-Sächsischen Heil- und Pflegeanstalt Arnsdorf“ am 1. April 1912, die heute als „Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf“ eine der größten Sachsens ist und für einen überdurchschnittlichen Bekanntheitsgrad Arnsdorfs in Ostsachsen sorgt. In der Zeit des Nationalsozialismus waren Arnsdorfer Psychiater und Pflegepersonal an der sogenannten „Euthanasie“ beteiligt. Die Anstalt diente in der Aktion T4 als Zwischenanstalt für die Tötungsanstalt Sonnenstein bei Pirna, wobei über 2600 Patienten aus und über Arnsdorf nach dort verlegt und ermordet wurden.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die heutige Karswaldsiedlung, die Dr.-Kurt-Fischer-Siedlung, Randsiedlung und die Häuser um den Markt erbaut.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl:

Jahr Einwohner
1998 5220
1999 5148
2000 5052
2001 4971
Jahr Einwohner
2002 4948
2003 4953
2004 4940
2007 4844
Jahr Einwohner
2009 4707


Die im Jugendstil erbaute Anstaltskirche des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf

[Bearbeiten] Gedenkstätten

Auf dem Friedhof des Ortsteiles Fischbach befindet sich das Gemeinschaftsgrab mit Gedenkstein zur Erinnerung an zwei unbekannte polnische und drei deutsche KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch des Außenlagers Niesky des KZ Groß-Rosen von SS-Männern ermordet wurden.

[Bearbeiten] Bildung

Die Gemeinde Arnsdorf verfügt über eine Grundschule. Des Weiteren ist die „Regenbogenschule“, eine Klinikschule, im Ort ansässig.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Personen, die Arnsdorf gewirkt haben

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Sonstiges

Erwähnenswert ist das idyllisch gelegene Karswaldbad. Außerdem gibt es in Arnsdorf einen Karnevalsclub.

Interessant sind die Dorfkirche mit dem eingemauerten Sühnekreuz in der Friedhofsmauer, die rekonstruierte Krankenhauskirche (Jugendstil) und verschiedene bäuerliche Anwesen.

Unter Naturschutz stehen einige bemerkenswerte alte Bäume sowie der Krankenhauspark.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 31. August 2009.
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Arnsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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