Arnstadt

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der thüringischen Kreisstadt Arnstadt. Weitere Bedeutungen siehe unter Arnstadt (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Arnstadt
Arnstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Arnstadt hervorgehoben
50.83416666666710.946388888889288Koordinaten: 50° 50′ N, 10° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 55,29 km²
Einwohner: 23.539 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 426 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 03628
Kfz-Kennzeichen: IK, ARN, IL
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 004
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
99310 Arnstadt
Webpräsenz: www.arnstadt.de
Bürgermeister: Alexander Dill (parteilos)
Lage der Stadt Arnstadt im Ilm-Kreis
Alkersleben Altenfeld Angelroda Arnstadt Böhlen Bösleben-Wüllersleben Dornheim Elgersburg Elleben Elxleben Frankenhain Frauenwald Friedersdorf Gehlberg Gehren Geraberg Geschwenda Gillersdorf Gossel Gräfenroda Großbreitenbach Herschdorf Amt Wachsenburg Ilmenau Ilmtal Kirchheim Langewiesen Liebenstein Martinroda Gehren Neusiß Neustadt am Rennsteig Osthausen-Wülfershausen Pennewitz Plaue Rockhausen Schmiedefeld am Rennsteig Stadtilm Stützerbach Amt Wachsenburg Wildenspring Wipfratal Witzleben Wolfsberg Thüringen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Suhl Landkreis Hildburghausen Landkreis Sonneberg Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis GothaKarte
Über dieses Bild

Arnstadt, auch als Bachstadt Arnstadt bezeichnet, ist eine Kreisstadt in der Mitte von Thüringen und liegt an der Gera, rund 20 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Erfurt. Die Stadt fungiert als Mittelzentrum und ist der Verwaltungssitz des Ilm-Kreises.

Mit der urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 704 ist Arnstadt die Stadt in Thüringen, die den ältesten Beleg für ihre Existenz vorweisen kann, und eine der ältesten Städte Deutschlands außerhalb der römischen Siedlungsgebiete. Bis zum 18. Jahrhundert war Arnstadt eine Residenzstadt der Grafen von Schwarzburg. Aus Arnstadt stammen die ersten urkundlichen Erwähnungen der Thüringer Bratwurst (1404) und des deutschen Weizenbiers außerhalb Bayerns (1617). Arnstadt ist eine von fünf Thüringer Bachstädten: An der neuen Kirche hatte Johann Sebastian Bach seine erste Anstellung als Organist (1703–1707). Bereits im 17. Jahrhundert waren zahlreiche Vorfahren Bachs, auch „Bache“ genannt, hier Hof-, Rats- oder Kirchenmusiker.

Arnstadt besitzt einen gut erhaltenen historischen Stadtkern mit teilweise erhaltener Stadtmauer. Aufgrund der Lage am Nordrand des Thüringer Waldes wird Arnstadt auch das „Tor zum Thüringer Wald“ genannt. Arnstadt ist ein bedeutender Industriestandort und besitzt mit dem verkehrstechnisch günstig gelegenen Industriegebiet am Erfurter Kreuz das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet Thüringens.

Geografie[Bearbeiten]

Riedtor (links) und Jacobsturm sind Wahrzeichen von Arnstadt

Arnstadt liegt am Südrand des Thüringer Beckens auf etwa 300 Meter Höhe und wird von der Gera durchflossen. Das hügelige Vorland des Thüringer Waldes mit den Reinsbergen und der Alteburg reicht bis an die südliche Grenze Arnstadts. Es liegt mitten in einem Gebiet, in dem Keuper großflächig ausstreicht. Es ist die Typlokalität der Arnstadt-Formation des Mittleren Keupers in der Erdgeschichte.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 487 mm. Die Niederschlagsmenge liegt im unteren Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der Januar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,7-mal mehr Niederschläge als im Januar.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Der Stadtkern liegt auf der Westseite der Gera. Er war früher von einer Stadtmauer umgeben. Mit Einsetzen der Industrialisierung entstanden Wohnviertel im Westen, Industrieanlagen im Norden und Villenviertel im Süden der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Stadt weiter nach Norden entlang des Geratals aus, neue Wohngebiete entstanden in den 70er- und 80er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, im Osten das Ostviertel und im Südosten Arnstadts das Wohngebiet Rabenhold.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordwesten, Amt Wachsenburg, Kirchheim, Alkersleben, Dornheim, Wipfratal, Plaue und Gossel.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Rathaus von Arnstadt

Nach § 3 der Hauptsatzung gehören mit Geltung der Ortschaftsverfassung im Sinne des § 45 Thüringer Kommunalordnung.[2] die vier Ortschaften Angelhausen-Oberndorf, bestehend aus Angelhausen und Oberndorf, Dosdorf/Espenfeld, Rudisleben sowie Siegelbach zur Stadt Arnstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Von der Ersterwähnung bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Am 1. Mai 704 wurden in einer in Würzburg ausgestellten Schenkungsurkunde des Thüringer Herzogs Hedan II. an den angelsächsischen Bischof Willibrord von Utrecht die Orte Arnstadt (als Arnestati), Mühlberg und Großmonra erstmals genannt.[3] Diese sind somit die ältesten urkundlich bezeugten Orte Thüringens und des mittleren und östlichen Deutschlands. Arnstadt wurde deshalb bis 1990 als älteste Stadt der DDR präsentiert. Archäologische Funde belegen, dass der Ort schon in der Jungsteinzeit ein bevorzugter Siedlungsplatz war.

726 ging Arnstadt an die Abtei Echternach und später durch Tausch an die Abtei Hersfeld über. Nach August Beck wurde der Ort von Heinrich I. im Jahre 925 als Bollwerk gegen die einfallenden Ungarn erweitert.[4] Am 17. Dezember 954 hielt König Otto I. in Arnstadt einen Reichstag ab, auf dem er Frieden mit seinem aufständischen Sohn Liudolf von Schwaben schloss und einen anderen Sohn, Wilhelm, zum Erzbischof von Mainz ernannte. Dieser beschloss zugleich die Gründung der Liebfrauenkirche in Arnstadt.

Im 12. Jahrhundert fiel ein Teil Arnstadts unter die Herrschaft der Grafen von Kevernburg. 1198 versammelten sich die Reichsfürsten in Arnstadt und wählten am 8. März Philipp von Schwaben zum deutschen König. 1220 wurde Arnstadt erstmals als civitas, also als Stadt bezeichnet. Das Stadtrecht wurde dem Ort erst am 21. April 1266 vom Abt der Abtei Hersfeld verliehen.[5] Danach entwickelte sich Arnstadt zum Umschlagplatz für Holz, Getreide, Wein und Färberwaid.

Nach dem Aussterben der Kevernburger 1302 gelangte bis 1306 deren Besitz in Arnstadt an die Grafen von Schwarzburg. Versuche von Erfurter Seite, sich 1342 und 1345 der reichen Stadt zu bemächtigen, scheiterten an der starken Befestigung. Der Wohlstand gründete sich auf das Mühlengewerbe, das Tuchmacherhandwerk, auf Gerbereien und den Handel mit Wein und Waid, Holz, Getreide, Wolle und Gemüse.

Am 30. Januar 1349 wurde mit Graf Günther XXI. von Schwarzburg der Arnstädter Landesherr in Frankfurt am Main zum Gegenkönig Karls IV. gewählt und gekrönt. Er entsagte diesem Titel bereits am 26. Mai gegen 20.000 Mark Silber. 1496 wurde der schwarzburgische Besitz in die Oberherrschaft Arnstadt und die Unterherrschaft Sondershausen geteilt. Während des Deutschen Bauernkrieges wurden am 17. Juni und 2. August 1525 neun beziehungsweise fünf Teilnehmer am Aufstand als Rädelsführer auf dem Arnstädter Marktplatz enthauptet. Die Stadt musste wegen Unterstützung der Aufständischen eine „empfindliche Buße“ (3.000 Gulden) zahlen. 1531 wurde in Arnstadt die Reformation eingeführt. Dabei wurde zunächst das Benediktiner-Jungfrauenkloster, 1538 auch das Barfüßerkloster säkularisiert. Die Kirche des Barfüßerklosters wurde ab 1581 als Oberkirche Hauptkirche der Stadt. 1553 begannen die Bauarbeiten an der gräflichen Residenz Schloss Neideck. Das Wasserschloss wurde 1560 fertig gestellt.

Arnstadt um 1650

1581 fielen über 380 Häuser, darunter das Rathaus, einem Großbrand zum Opfer, die Pest forderte 1582 über 1.700 und 1625 über 1.200 Opfer. Auch der Dreißigjährige Krieg verschonte Arnstadt nicht: Auf 80.000 Gulden belief sich der Gesamtschaden, den durchziehende Einheiten aller Kriegsparteien verursachten. 1670 wurden wiederum 170 Häuser im Südosten der Stadt durch ein weiteres Großfeuer vernichtet.

Arnstadt war 1555–1696 von Hexenverfolgung betroffen. In 17 Hexenprozessen wurden vier Frauen verbrannt, drei Frauen enthauptet und ein Mann hingerichtet. Susanna Horn, die „Erbhexe“, wurde 1691 im vorletzten Hexenprozess in Arnstadt unter dem Vorwurf des Besitzes eines Drachens verbrannt.[6]

1703 prüfte der 18-jährige Johann Sebastian Bach die neu gebaute Orgel der Neuen Kirche, wurde zugleich als Organist eingestellt und wirkte vier Jahre in der Stadt. 1705 unternahm Bach zu Fuß eine Reise nach Lübeck zu Dieterich Buxtehude, einem der führenden Organisten seiner Zeit. Dabei überschritt er seinen genehmigten Urlaub um Wochen. Deswegen und wegen anderer „Unregelmäßigkeiten“ und Unzufriedenheiten, „er verwirre die Gemeinde mit harmoniefremden Tönen“, kam es zu Zerwürfnissen mit dem Rat der Stadt.[7] Im Sommer 1707 übersiedelte er nach Mühlhausen. Sein Nachfolger wurde sein Vetter Johann Ernst Bach (1683–1739). Im Oktober des gleichen Jahres heiratete Johann Sebastian Bach im drei Kilometer östlich von Arnstadt gelegenen Dornheim seine Cousine Maria Barbara Bach, eine Tochter von Johann Michael Bach.

Im Jahr 1709 gaben die Grafen von Schwarzburg die bereits 1697 durch Kaiser Leopold I. bewilligte Erhebung in den Reichsfürstenstand bekannt, die der Herzog von Sachsen-Weimar als Thüringer Landgraf allerdings nicht anerkannte. Vorübergehend wurde Arnstadt von seinen Truppen besetzt, doch konnte sich die Stadt mit der Zahlung von 3.500 Talern die Anerkennung erkaufen. Fürstin Auguste Dorothea, die prachtliebende und verschwenderische Frau Anton Günthers, ließ das Schloss Augustenburg errichten und schuf eine Attraktion, die bis heute in Arnstadt zu bewundern ist: In jahrzehntelanger Arbeit des Hofstaats und der Bürgerschaft entstand Mon plaisir (Mein Vergnügen), eine Puppenstadt in 82 Räumen mit rund 400 Wachsfiguren samt der zugehörigen Ausstattung, die ein detailgetreues Abbild des Lebens einer kleinen Residenzstadt darstellt. Die Ausstellung befindet sich im Neuen Palais, das 1728–1732 als Witwensitz der Fürstin Elisabeth Albertine von Schwarzburg-Sondershausen erbaut wurde. Die Arnstädter hatten damals freilich nichts von ihrer Mitwirkung als Arbeit und Kosten, die die Stadt weiter verarmen ließen.

1867 wurde Arnstadt an das Netz der Eisenbahn angeschlossen.

Arnstadt um 1900
1976: Die Fernverkehrsstraße 4 passiert das Riedtor in Arnstadt

Vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

12. November 1989: Rund 10.000 Arnstädter demonstrierten gemeinsam mit ihrem Bürgermeister Bernd Markert (3. v.l.) für friedvolle Veränderungen, verbesserten Umweltschutz und die Zulassung demokratischer Vereinigungen sowie freie Wahlen.

Prägende Persönlichkeit des ersten Vierteljahrhunderts war Harald Bielfeld (NLP, DDP), (Ober-)bürgermeister von 1894 bis 1928. Neben seinem Amt als Bürgermeister war er Landtagspräsident im Landtag des Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen und später Minister im neugeschaffenen Thüringen.

Nach dem Thronverzicht des Schwarzburger Fürsten Günther Victor im November 1918 gehörte Arnstadt zum Freistaat Schwarzburg-Sondershausen (Oberherrschaft), der 1920 im Land Thüringen aufging.

Von 1868 bis 1933 tagte in Arnstadt der akademische Arnstädter Verband und errichtete 1926 ein Denkmal für seine im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder auf der Alteburg.

1910–1912 wurde die Eisenbahn im Stadtgebiet „hochgelegt“, d.h. auf Dämmen, Mauern und Brücken durch die Stadt geführt. Dank dieser umfangreichen Maßnahmen gibt es an den beiden Hauptstrecken in der Kernstadt keinen einzigen Bahnübergang. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde der Südbahnhof gebaut, dessen Vorgänger bis dahin Arnstadt-Längwitz hieß.

1912 wurde Arnstadt zur kreisfreien Stadt. Das bis dahin existierende Landratsamt wurde mit Gehren fusioniert und dorthin verlegt.

1922 wurde der Landkreis Arnstadt gebildet. Arnstadt blieb kreisfrei und wurde Sitz der Kreisverwaltung. Noch heute findet man an einigen Ausfallstraßen die alten Grenzsteine zwischen Stadt- und Landkreis Arnstadt. Die Orte Angelhausen-Oberndorf, Dornheim und Rudisleben wurden eingemeindet – Dornheim und Rudisleben wurden nach wenigen Jahren auf eigenen Wunsch wieder eigenständig.

Am 1. April 1923 erhält der Bahnhof Arnstadt den offiziellen Zusatz Hauptbahnhof und ist damit einer von nur 4 Hauptbahnhöfen in Thüringen.

Auf dem Neuen Friedhof wird mit einem Ehrenhain der sechs Todesopfer aus der Arbeiterklasse gedacht, die von den Nationalsozialisten getötet wurden. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge an der Krappgartenstraße niedergebrannt, woran seit 1988 ein Gedenkstein am früheren Standort erinnert. 30 männliche Juden wurden in das KZ Buchenwald verschleppt. Auf dem Neuen Friedhof am Parkweg erinnert ein Gedenkstein an die ermordeten Juden.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 2.950 Frauen und Männer vorwiegend aus der Sowjetunion und Polen sowie Kriegsgefangene aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: im Polte-Werk 1 und 2, in der Firma Siemens & Halske, in der Eisengießerei Winter, bei der Firma Schmidt & Co. Daimon, im Reparaturwerk Erfurt, in der Aktiengesellschaft für Kartonagenindustrie, in der Firma Braunsteinwerke Kunze & Co., in der Fahrzeugfabrik Renger & Co. und in der Bahnmeisterei. Auf dem Neuen Friedhof erinnern 102 Grabsteine an die bei Zwangsarbeit Umgekommenen.[8] Zudem unterhielten die Nationalsozialisten im nahe gelegenen Jonastal ein geheimes Bauvorhaben.

Bei einem Bombenangriff am 6. Februar 1945 wurden unter anderem der Turm der Ruine Neidecksburg und das Rathaus schwer beschädigt. Im April 1945 wurden baukulturell wertvolle Häuser am Marktplatz durch Artillerie-Beschuss zum Teil zerstört oder beschädigt. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Liebfrauenkirche, die Oberkirche, die Gottesackerkirche und der Prinzenhof.[9]

1951 ließ die SED das Denkmal für die Dichterin Marlitt auf dem Friedhof entfernen („Predigerin des Untertanengeistes“).

1951 verlor Arnstadt seinen Status als kreisfreie Stadt und wurde in den Landkreis Arnstadt aufgenommen. 1952 wurde der Landkreis durch die Bezirksgrenze Erfurt/Suhl durchschnitten und in die Kreise Arnstadt und Ilmenau aufgeteilt.

1300 Jahre Arnstadt: deutsche Briefmarke von 2004

Arnstadt war früh an der Friedlichen Revolution 1989/90 beteiligt. Bereits am 30. September folgten 200 Bürger dem maschinengeschriebenen Aufruf von Günther Sattler zu einer Demonstration auf dem Holzmarkt. Eine Woche später, am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR, beteiligten sich schon wesentlich mehr Arnstädter an der Protestaktion. Diesmal lösten aber mit Knüppeln bewaffnete Volkspolizei-Einheiten die versammelte Menge auf. An Demonstrationen im November 1989 nahmen etwa 10.000 Menschen teil.

1994 wurde mit der Gebietsreform Thüringens der Landkreis Arnstadt in seiner ursprünglichen Größe wiederhergestellt. Er trägt seither den Namen Ilm-Kreis. Arnstadt ist damit seit nunmehr 91 Jahren Sitz der Kreisverwaltung. Arnstadt übernahm im Zuge dieser Gebietsreform die Verwaltung der neu gebildeten Wachsenburggemeinde und der Gemeinde Wipfratal als erfüllende Gemeinde.

1999 wurde die Gemeinde Rudisleben erneut eingemeindet.

Im Jahr 2004 feierte die Stadt ihre 1.300-jährige Ersterwähnung. Aus diesem Anlass wurde unter anderem ein Neigetechnik-ICE der DB-Baureihe 411 im Hauptbahnhof auf den Namen Arnstadt getauft und eine deutsche Briefmarke herausgegeben. Im gleichen Jahr gewann die Stadt beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf die Goldmedaille.

2006 wurde während des Stadtfestes und des Tages des Offenen Denkmals den Arnstädtern erstmals seit 1942 die restaurierte Skulptur des Bismarck-Brunnens von 1909 gezeigt. Diese befindet sich auch 2012 noch in einer Lagerhalle, weil die Stadt – trotz früherer Zusage – die Genehmigung zur Aufstellung auf dem Marktplatz nicht erteilte.

Im Jahre 2008 wurde in der Arnstädter Rosenstraße ein Denkmal mit folgender Inschrift errichtet: „Den Opfern kommunistischer Gewalt 1945–1989“.

Im Ortsteil Rudisleben begannen am 14. August 2009 die Bauarbeiten für eine neue Jugendstrafanstalt, die in Form eines Dorfes errichtet wird. Sie soll die JVA Ichtershausen ersetzen, 340 Plätze bieten und 73 Millionen Euro kosten.

Am 31. Dezember 2012 wurde die Wachsenburggemeinde verwaltungstechnisch ausgegliedert und gehört seitdem zum Amt Wachsenburg. Arnstadt ist seither nur erfüllende Gemeinde für Wipfratal. Damit betreut die Stadtverwaltung nunmehr 26.326 Bürgerinnen und Bürger.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Der Arnstädter Ortsteil Siegelbach

Als erster Ortsteil wurde Angelhausen-Oberndorf 1922 eingemeindet. Am 14. April 1994 wurde Siegelbach mit dem am 24. Januar 1974 eingegliederten Espenfeld und dem am 1. August 1975 eingegliederten Dosdorf eingemeindet, am 1. Juli 1999 folgte Rudisleben.[10][11]

Einwohnerzahlen der Ortsteile (Dezember 2013):

  • Kernstadt: 21.385
  • Rudisleben: 930
  • Angelhausen-Oberndorf: 1.070
  • Siegelbach: 295
  • Dosdorf: 255
  • Espenfeld: 142

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl von Arnstadt
1814 bis 1970 1981 bis 2000 2001 bis 2010 2011 bis 2020 Grafik
  • 1814: 4.169
  • 1890: 12.818
  • 1905: 16.270
  • 1910: 17.841
  • 1925: 21.693
  • 1933: 22.024
  • 1939: 22.617
  • 1946: 27.846[12]
  • 1950: 28.195[13]
  • 1961: 26.400
  • 1970: 28.990[14]
  • 1981: 30.024
  • 1984: 29.851
  • 1985: 29.944
  • 1994: 27.571[15]
  • 1995: 26.944
  • 1996: 26.385
  • 1997: 26.023
  • 1998: 25.865
  • 1999: 27.278
  • 2000: 27.220
  • 2001: 26.848
  • 2002: 26.565
  • 2003: 26.121
  • 2004: 25.926
  • 2005: 25.722
  • 2006: 25.500
  • 2007: 25.256
  • 2008: 25.092
  • 2009: 25.090
  • 2010: 25.000
  • 2011: 24.922
  • 2012: 23.571[16]
Die Einwohnerentwicklung von Arnstadt

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[17][18]
Wahlbeteiligung: 47,8 % (2004: 42,6 %)
 %
40
30
20
10
0
30,7 %
24,7 %
16,1 %
15,0 %
8,1 %
5,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+10,9 %p
-5,9 %p
+3,1 %p
-10,3 %p
+2,7 %p
-0,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 2004: PDS

Arnstadt ist erfüllende Gemeinde für die Gemeinde Wipfratal. Die Stadtverwaltung betreut damit 26.868 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2013).

Als Bürgermeister setzte sich bei der Stichwahl am 6. Mai 2012 der parteilose Alexander Dill durch.[19]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Arnstädter Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 folgendermaßen zusammen[20]:

  • Pro Arnstadt: 27,9 %, 7.152 Stimmen / 8 Sitze (-1)
  • LINKE: 24,2 %, 6.200 Stimmen / 7 Sitze (±0)
  • CDU: 16,5 %, 4.233 Stimmen / 5 Sitze (±0)
  • SPD: 15,5 %, 3.962 Stimmen / 5 Sitze (±0))
  • BürgerProjekt: 14,6 %, 3.739 Stimmen / 4 Sitze (neu)
  • FDP: 1,4 %, 358 Stimmen / 1 Sitz (-1)


Flagge der Stadt Arnstadt

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein schwarzer, nach rechts blickender rot bewehrter Adler mit gespreizten Flügeln, aufgesperrtem Schnabel und vorgeschlagener Zunge.“

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt zeigt waagerecht gestreift die Stadtfarben schwarz-gelb (von oben nach unten) und mittig das Stadtwappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Arnstadt unterhält mit Dubí in Tschechien, Gurk in Österreich, der hessischen Stadt Kassel sowie Le Bouscat in Frankreich Städtepartnerschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schlossmuseum Arnstadt
Liebfrauenkirche Arnstadt
Gebäude der Kreisverwaltung mit Neideckturm im Hintergrund
Bach-Denkmal auf dem Markt

Kulturbetrieb der Stadt Arnstadt[Bearbeiten]

Der Kulturbetrieb der Stadt Arnstadt ist eine städtische Tochtergesellschaft. Als selbstständig agierende Einrichtung der Stadt hat sie die Struktur eines kommunalen Eigenbetriebes. In ihm sind alle von der Stadt verantworteten kulturellen Einrichtungen, die Stadt- und Kreisbibliothek, die Bachausstellung, das Schlossmuseum, der Tierpark Fasanerie und das Theater im Schlossgarten eingebunden und werden von ihm subventioniert beziehungsweise betrieben.

Bach-Festival-Arnstadt[Bearbeiten]

Der Kulturbetrieb der Stadt Arnstadt wirkt jährlich als Veranstalter verschiedenster Konzerte, Festivals und anderer Veranstaltungen. Neben dem Kleinkunstfest Künste in Haus und Hof zählt vor allem das alljährliche Bach-Festival-Arnstadt, zum Gedenken an das musikalische Ausnahmetalent Johann Sebastian Bach, zu den bedeutendsten kulturellen Ereignissen in Arnstadt. Hervorgegangen aus den „Arnstädter Bachtagen“ (1990 [21] – 2004) wurde das Festival im Jahr 2005 in Arnstadt zu Ehren Johann Sebastian Bachs erstmals mit unterschiedlichen Veranstaltungen über einen Zeitraum von zehn Tagen – rund um den Geburtstag des Musikers am 21. März – durchgeführt. Die vielfältige Tradition und Programmatik dieser Arnstädter Bachpflege reicht jedoch über diese 20 Jahre hinaus. Zentrale Veranstaltungsorte sind authentische, historische Gebäude wie das Bachhaus in der Kohlgasse, die Bachkirche oder die Traukirche Bachs in Dornheim.

Bach:Sommer[Bearbeiten]

Rund um das zweite Wochenende im August ist Arnstadt neben Wandersleben jährlich seit 2011 [22] Veranstaltungsort des Bach:Sommers unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten und Musikwissenschaftlers Joshua Rifkin. Der Bach:Sommer steht in Konsequenz von Rifkins Forschungsergebnissen für eine historische und solistische Aufführungspraxis [23][24]. Unter Rifkins Leitung erarbeiten international besetzte ensembles in residence das jeweilige Programm:

  • 2011 The Bach Ensemble
  • 2012 Vox Luminis, early music soloist ensemble
  • 2013 The Bach Ensemble und Vox Luminis
  • 2014 The Bach Ensemble und Vox Luminis

Öffentliche Proben, Gesprächsrunden und ein Sommerfest mit den beteiligten Künstlern auf dem Pfarrhof binden Publikum und Arnstädter eng in das Festivalgeschehen ein.[25]

Initialzündung des Bach:Sommers war 2009 ein Grundton D Konzert der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Deutschlandfunks zur Unterstützung der Sanierung der frühgotischen Oberkirche [26]. Die Oberkirche war spätestens mit Erhalt einer neuen Orgel 1611 die Hauskirche der regierenden Schwarzburger und Hauptkirche der Stadt. In diesen Jahren nahm die Arnstädter Kirchen-, Hof- und Ratsmusik jenen Aufschwung [27], der drei Generationen später in das Schaffen eines Johann Sebastian Bach mündete. Der Bach:Sommer mit Oberkirche und Pfarrhof im Mittelpunkt hat es sich explizit zur Aufgabe gemacht, nicht nur dessen Werk, sondern auch das frühbarocke Werk von Bachs Vorfahren und Wegbereitern zu lebendig zu halten und zu beleben.

Der Bach:Sommer ist ein Festival am originalen historischen Ort. Spielstätten sind u.a. die Bachkirche, die Oberkirche, der Pfarrhof zu Arnstadt und St. Petri, Wandersleben, die Taufkirche des Barockdichters Christian Friedrich Hunold, der sich Menantes nannte, dessen Texte Bach in einigen Werken vertonte.

Theater im Schlossgarten[Bearbeiten]

Das Theater im Schlossgarten entstand im Jahre 1842 durch den Umbau der damaligen fürstlichen Reitbahn auf Order Günther Friedrich Carl II. In den folgenden Jahrzehnten durchlebte das Spielhaus zahlreiche Höhen und Tiefen und war von Schließungen bedroht. Das Haus wurde 1995 nach umfangreicher Renovierung und Restaurierung wiedereröffnet. Es wird teils mit eigenem Laienensemble bespielt, größtenteils jedoch von anderen Theatern.

Museen[Bearbeiten]

  • Im Neuen Palais, das 1729 bis 1735 als Witwensitz für die Fürstin Elisabeth Albertine von Schwarzburg-Sondershausen errichtet wurde, befindet sich das Schlossmuseum. Die wichtigste Ausstellung ist die einzigartige barocke Puppenstadt Mon plaisir der Fürstin Auguste Dorothea aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Weiterhin befindet sich hier seit 2009 die Bachausstellung über das Wirken Johann Sebastian Bachs und seiner zahlreichen musikalisch tätigen Verwandten in Arnstadt.
  • Das ehemalige Bahnbetriebswerk am Nordwestrand der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Eisenbahnmuseum (Bahnbetriebswerk Arnstadt) gewandelt, in dem sämtliche Traditionslokomotiven der Deutschen ReichsbahnReichsbahndirektion Erfurt zu besichtigen sind. Schwerpunkt sind dabei Dampflokomotiven verschiedener Baureihen.
  • Die Kleine Galerie, Lohmühlenweg 11, stellt Grafiken des Arnstädter Zeichners Paul Weber aus.
  • Die Kunsthalle, Angelhäuser Str. 1, befindet sich in einer ehemaligen Taschenlampenfabrik. Sie zeigt Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst.
  • Im ältesten Gärtnerhaus Thüringens im Schlossgarten wird das Stadtmodell Arnstadt um 1740 ausgestellt. Ebenfalls zu besichtigen sind die Ausstellungen zur Geschichte von Schloss Neideck und zur Geschichte der Grafen von Kevernburg-Schwarzburg.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Sehenswert ist die Schlossruine Neideck mit besteigbarem Schlossturm.
  • Einer der bedeutendsten Sakralbauten des Übergangs von der Romanik zur Gotik im mitteldeutschen Raum ist die evangelische Stadtpfarrkirche Liebfrauenkirche. Die dreischiffige Basilika wurde von 1180 bis 1330 erbaut, letzte größere Umbauten und Sanierungen erfolgten um 1880, 1912 und 1996.[28]
  • Die Bachkirche, vollständig Johann-Sebastian-Bach-Kirche, wurde nach dem großen Stadtbrand von 1581 als „Neue Kirche“ wiedererrichtet. Die bis dahin hier stehende St.-Bonifatius-Kirche brannte bis auf die Grundmauern ab. Den Namen Bachkirche erhielt sie 1935. Die von Johann Friedrich Wender 1703 fertiggestellte Orgel war bis 1707 der erste Arbeitsplatz des Musikers und Komponisten. Zum Bach Jahr 2000 wurde die barocke Orgel umfassend restauriert und rekonstruiert und steht seitdem wieder für Gottesdienst und Konzerte zur Verfügung.
  • Die evangelische Pfarrkirche Barfüßerkirche – nach der Lage auch als Oberkirche bezeichnet – wurde um 1250 erbaut und war ursprünglich die Kirche eines Franziskanerklosters. Sie ist als gotische Hallenkirche errichtet worden, etwa 60 m lang und 11 m breit, ein Turmanbau zur Stabilisierung der Kirche erfolgte 1461, bereits im 17. Jahrhundert folgten umfangreiche Veränderungen im Inneren, so schuf Burkhard(t) Röhl mitten im Dreißigjährigen Krieg 1625 die Kanzel, 1639 das Taufbecken und 1642 den Altar im Stil des Manierismus. Sehenswert auch eine Bildergalerie alttesttamentarischer Szenen auf den Emporen. Von 1641 bis 1692 war Heinrich Bach, ein Großonkel Johann Sebastian Bachs Organist an der Oberkirche. 1751 erhielt die Kirche eine neue Orgel von Johann Stephan Schmaltz, dem neu hinzugezogenen Bürger und Orgelbauer aus Wandersleben. Die Oberkirche war lange Zeit Hauptkirche von Arnstadt. Wegen starker Bauschäden Schließung der Kirche 1977, Dachsanierung und Baukörpersicherung 1991, seitdem eingeschränkte Nutzung, seit 2007 auch für Konzerte, Kino, Märkte und Kinderprogramme, 2008 Beginn einer umfangreichen Sanierung von Kirche und Kloster, die bis zum Lutherjahr 2017 abgeschlossen sein soll.[28][29]
  • Gegenüber der Oberkirche befindet sich das Stadthaus Arnstadt, die ehemalige Möller'sche Handschuhfabrik, ein Fachwerkhaus von 1582/1697, das heute unter dem Motto „Übernachten im Denkmal“ als Hotel genutzt wird und ein Industriegebäude von 1903, in dem unter anderem Konzerte, Lesungen und Ausstellungen stattfinden und das seit 2011 Spielstätte des Bach:Sommers unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten und Musikwissenschaftlers Joshua Rifkin ist. Burkhard(t) Röhl, Gräflich-Schwarzburgischer Baumeister, war Mitte des 17. Jahrhunderts Eigentümer des Hauses.[30] Er schuf die Kanzel, das Taufbecken und den Altar für die gegenüberliegende Oberkirche. Ab 1720 war Superintendent Johann Christoph Olearius, Theologe, Historiker und Numismatiker, Eigentümer des Hauses.[30] Olearius war Verfasser zahlreicher Schriften, darunter die Historia Arnstadtiensis und Prediger an der Neuen Kirche zu Johann Sebastian Bachs Zeiten in Arnstadt. Unter Olearius Amtszeit fiel der Bau
  • der barocken Himmelfahrtskirche, Teil eines Campo Santo, heute am Alten Friedhof, mit ihrem oktogonalen Umriss. Die ersten Gelder für diesen Bau wurden bereits 1649 gespendet, ab 1631 verstärkte der Rat der Stadt die Anstrengungen endlich die letzten Mittel zusammen zu bekommen. 1738 wurde der Grundstein gelegt, 1743 die Kirche eingeweiht.
  • Auf dem Berg Alteburg steht der 1902 errichtete Alteburgturm (früher Kaiser-Wilhelm-Turm).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmten zwei Großunternehmen mit jeweils mehreren Tausend Beschäftigten die entscheidende Rolle in der Wirtschaftsstruktur der Stadt: der VEB Chemieanlagenbau Erfurt-Rudisleben sowie der zum Kombinat RFT gehörende VEB Fernmeldewerk Arnstadt. Diese betrieben eigene Kulturhäuser in der Stadt, die das kulturelle Leben bestimmten. Nach der Wende ging die Zahl der Beschäftigten stark zurück, so dass ihre Bedeutung für die Stadt als Arbeitgeber geringer wurde und die Kulturhäuser nicht mehr wirtschaftlich vertretbar waren. Die heutige Bezeichnung der Betriebe ist Chema Prozess- und Systemtechnik GmbH bzw. Thales Transportation Systems GmbH. Ein Teil des ehemaligen Fernmeldewerkes, das sogenannte Mechanikzentrum, ist seit 2007 ein eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Entwicklungs- und Produktionszentrum GmbH (EPZ GmbH).

Stattdessen entstanden im Norden der Stadt einige Gewerbe- und Industriegebiete:

  • Erfurter Kreuz
  • Arnstadt-Rudisleben
  • Ichtershausen-Thörey-Autobahn (GITA)

Zusammen ergeben sie das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet Thüringens.

Das Erfurter Kreuz ist das größte Gebiet (400 Hektar) mit der 2008 größten Entwicklungsdynamik. Das Gebiet Arnstadt-Rudisleben grenzt an das Erfurter Kreuz und weist ebenfalls eine hohe Entwicklungsdynamik auf, ist jedoch schon höher ausgelastet. GITA liegt direkt an der Autobahn und gehört zu der Gemeinde Ichtershausen. Dieses Gebiet ist fast ausgelastet und eine Erweiterung ist in Planung. Das Erfurter Kreuz und das Gebiet Arnstadt-Rudisleben bieten 2008 Platz für Sofortinvestitionen.

Mit den neu angesiedelten Unternehmen sowie mit den Traditionsunternehmen sind zahlreiche Firmen in Arnstadt und nächster Umgebung ansässig.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts befand sich im Nordwesten Arnstadts das Stadtgut Kesselbrunn mit einer Fläche von 104 ha, das zur Unterstützung der Versorgung der Stadtbevölkerung eingerichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen ein Volkseigenes Gut, das dann nach den Grundsätzen der DDR-Landwirtschaft wirtschaftete.[31] Nach 1990 wurde hier eine Werkstatt für behinderte Menschen eingerichtet, die 1996 um einen Werkstattneubau ergänzt wurde. Hier haben knapp 200 Menschen, vorrangig in der Metallbearbeitung, einen Arbeitsplatz.[32]

Liste der größeren Unternehmen[Bearbeiten]

Papier- und Verpackungsindustrie
  • DS Smith Packaging Arnstadt GmbH
Holzindustrie
  • HOLZ-INDUSTRIE, Thomas Gerling, Sonderschalungssysteme, Industrieverpackungen, Kaminholz
Solar- und Elektronikbranche
Maschinenbau
  • Heller Maschinen GmbH
  • N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG (Lufthansa & Rolls Royce)
  • BorgWarner Transmission Systems Arnstadt GmbH (USA)
  • Gonvauto (Spanien)
  • IHI Charging Systems International (ICSI) GmbH
  • Garant Türen- und Zargen GmbH
  • Bosch Sicherheitssysteme Montage und Service GmbH
  • Avermann Laser- und Kant-Zentrum GmbH
  • Wintersteiger Sägen GmbH (Österreich)
  • Banso Sägen
  • Deutsche Gießerei- und Industrie-Holding AG (Eisenwerk Arnstadt GmbH)
  • Arnstädter Werkzeug- und Maschinenbau AG (AWM)
Logistikbranche
Chemiebranche
  • Carpenter GmbH (USA)
  • Schuite & Schuite Druckfarben GmbH (Niederlande)
Lebensmittelbranche
  • Getränke Fachmarkt Waldhoff GmbH
  • Wolf Süßwaren GmbH
  • frischBack GmbH Arnstadt
  • Sauels Schinken GmbH & Co. KG
  • Die Thüringer Fleisch- und Wurstspezialitäten Rainer Wagner GmbH
  • Arnstadt Kristall GmbH

Entwicklung des Arbeitsmarktes[Bearbeiten]

Durch die umfangreiche Industrieansiedlung sank die Arbeitslosenquote in Arnstadt und Umgebung von etwa 13 Prozent (Stand: Januar 2008) auf 9,4 Prozent (Stand Oktober 2010) und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt des Ilmkreises bzw. Thüringer Durchschnitt von 10,3 bzw. 10,4 Prozent.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Anschluss an die Autobahn erhielt Arnstadt bereits 1940 mit der Reichsautobahn 18 (heute A 4), Abfahrt Arnstadt (heute Neudietendorf/Arnstadt-West). 1998 kam die A 71 mit den Anschlussstellen Arnstadt-Nord und Arnstadt-Süd hinzu. Aufgrund der zentralen Lage südwestlich vom Erfurter Kreuz (A 4/A 71) wird der Großraum Arnstadt heute durch insgesamt sechs Autobahnanschlussstellen erschlossen (Im Uhrzeigersinn genannt sind das auf der A 4 die Abfahrten Wandersleben, Neudietendorf/Arnstadt-West, Erfurt-West und auf der A 71 die Abfahrten Arnstadt-Nord, Arnstadt-Süd und Gräfenroda). Ein dichtes Netz aus Landes- und Kreisstraßen, das sternförmig zur Kernstadt hin zusammenläuft, sorgt für eine schnelle Erreichbarkeit aus allen Himmelsrichtungen. Der Teil der Bundesstraße (ehemals Fernstraße bzw. Reichsstraße) 4, der Arnstadt bis 2003 in Nord-Süd-Richtung erschloss, wurde seit 2003 schrittweise zwischen Erfurt und Coburg zur Landesstraße 3004 herabgestuft. Deren überregionale Funktion übernimmt seitdem die A 71. Die noch relativ junge Landesstraße L 1044 von der Autobahnabfahrt Neudietendorf/Arnstadt-West der A 4 bis zur Autobahnabfahrt Arnstadt-Nord der A 71 verbindet das Gewerbegebiet Ichtershausen-Thörey und das Gewerbegebiet Arnstadt-Nord, -Nordost und -Rudisleben und ist damit eine Hauptader im Industriegebiet Erfurter Kreuz.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Arnstadt erhielt 1867 Bahnanschluss mit der Strecke Dietendorf–Arnstadt. Das heutige Neudietendorf erhielt bereits 1847 Bahnanschluss an die Thüringer Bahn. 1879 wurde die Bahnstrecke über Arnstadt hinaus bis nach Ilmenau, 1883 abzweigend in Plaue nach Schweinfurt, sowie in Arnstadt beginnend 1885 nach Ichtershausen und 1895 nach Saalfeld verlängert.

Das früher in Arnstadt bestehende Bahnbetriebswerk ist heute das Museum Bahnbetriebswerk Arnstadt. Der Haltepunkt Arnstadt Süd hieß bis 1912 Bahnhof Längwitz. Der Gesamtverkehr auf der Nebenbahn nach Ichtershausen wurde 1966 eingestellt; ein Reststück der Strecke wird heute als Rangierbezirk des Hauptbahnhofs Arnstadt betrieben. Die Strecke Neudietendorf–Arnstadt Hbf war von 1984 bis 1996 elektrifiziert.

Heute ist der Hauptbahnhof der Kreisstadt Knotenpunkt von drei Regional-Express-Linien (RE 2, 7, 14) und drei Regionalbahn-Linien (RB 23, EB 3, STB 4). Im Taktverkehr bestehen regelmäßige Direktverbindungen in die Ober- und Mittelzentren Erfurt, Saalfeld/Saale, Suhl, Meiningen, Schweinfurt, Würzburg und Ilmenau. Am Hauptbahnhof halten werktäglich 103 Personenzüge, in Arnstadt Süd 49.

Vom regelmäßigen Güterfernverkehr wird Arnstadt derzeit nicht tangiert. Lokale Güterverladung mit werktäglicher Bedienung durch DB Schenker Rail erfolgt im Hauptbahnhof und in den Gleisanschlüssen im einstigen Bahnhof Arnstadt Ost (ehemalige Arnstadt-Ichtershäuser Eisenbahn), im Eisenwerk sowie am Gleisanschluss zum Industriegebiet Arnstadt Nord/Erfurter Kreuz, unter anderem zur Bedienung des Flugzeugturbinenwartungswerks N3 und der Firma Gonvauto Thüringen.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Etwa acht Kilometer östlich von Arnstadt befindet sich der Verkehrslandeplatz Arnstadt-Alkersleben, der hauptsächlich für Sport-, Freizeit- und Rundflüge sowie von kleinen Chartermaschinen genutzt wird. Nächster internationaler Flughafen ist der Flughafen Erfurt-Weimar, zirka 20 Kilometer nördlich von Arnstadt. Der bedeutendste Flughafen in der Metropolregion Mitteldeutschland ist der Flughafen Leipzig/Halle. Die Entfernung beträgt von Arnstadt 147 Straßenkilometer.

Bildung[Bearbeiten]

In Arnstadt bestehen vier Grundschulen, zwei Regelschulen und ein Gymnasium. Für die 2008 gegründete private Kunsthochschule FH KUNST wurde am 1. März 2013 das Insolvenzverfahren eröffnet.[33] Weiterhin gibt es eine Berufsbildende Schule, eine Musikschule und eine Volkshochschule.

Sport[Bearbeiten]

Das wichtigste Sportereignis in Arnstadt war der von 1977 bis 2014 alljährlich Ende Januar/Anfang Februar ausgetragene Hochsprung mit Musik, das sich zum ersten internationalen Kräftemessem der weltbesten Hochspringer im jeweiligen Jahr entwickelt hatte. So erzielte hier die Schwedin Kajsa Bergqvist im Jahr 2006 einen Hallenweltrekord. Im Jahr 2008 gab es sowohl im Männer- als auch im Frauenwettbewerb Jahresweltbestleistungen. Die Veranstaltung fand in der Sporthalle am im Osten der Stadt gelegenen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion statt. Dieses ist auch die Heimstätte der wichtigsten Fußballmannschaft der Stadt, dem SV 09 Arnstadt, der im Jahr 2009 aus den Vereinen Motor Rudisleben und BC 07 Arnstadt entstand. Motor Rudisleben spielte zwischen 1978 und 1984 in der DDR-Liga, 2008 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Landesliga des Thüringer Fußballverbandes, in der sie seitdem spielt.

Insgesamt gibt es in Arnstadt über 60 Sportvereine, die die verschiedensten Sportarten anbieten. Größter Sportverein der Stadt ist die SG Motor Arnstadt, aus deren Leichtathletik-Abteilung unter anderen Katrin Schreiter als Mitglied der 4×400-m-Weltmeisterstaffel 1990 hervorging. Die Handballer von Motor Arnstadt spielen in der Thüringer Landesliga.

Weitere wichtige Sportstätten sind der Sportplatz des ESV Lok Arnstadt, die Reitsportanlage Angelhausen sowie die Tennisplätze am Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zu den bekannten Arnstädter Persönlichkeiten zählen die Schriftstellerin Eugenie Marlitt sowie der Graphiker A. Paul Weber und auch Willibald Alexis, Ludwig Bechstein sowie der Komponist Johann Sebastian Bach, der von 1703 bis 1707 als Organist und Kantor der hiesigen Neuen Kirche tätig war. Mitglieder seiner Familie lebten schon seit Generationen in und um Arnstadt. Auf dem Alten Friedhof sind mehr als 20 Mitglieder der Familie Bach bestattet. Das Bachhaus in der Kohlgasse und die Bachausstellung im Schloßmuseum zeugen davon. Johann Sebastian Bach ist in Arnstadt durch einen Reigen von Veranstaltungen sehr lebendig: Die Thüringer Bachwochen [34] gastieren regelmäßig im März/April in Arnstadt, zudem findet seit 2005 findet jährlich im März das Bach-Festival Arnstadt [35] statt. Im Juni/Juli findet mit dem Thüringer Orgelsommer [36] ein weiteres überregionales Festival statt, diesem schließt sich im August der Bach:Sommer [37] unter der Künstlerischen Leitung von Joshua Rifkin in Arnstadt und Wandersleben an. Das Jahr beschließt der Bach-Advent.[38] Zwischen 1706 und 1720 lebte und wirkte der Geograph und Universalgelehrte Johann Gottfried Gregorii alias MELISSANTES in Arnstadt. Hier verfasste der Sach- und Lehrbuchautor die meisten seiner bekannten und über Jahrzehnte beliebten Schriften zur Geographie, Kartographie und Genealogie.

Begriffserklärung „Arnstadten“[Bearbeiten]

In den Regionen um Arnstadt herum, hat sich seit einigen Jahren der Begriff Arnstadten bzw. Vollarnstadten etabliert. Hierbei handelt es sich um eine regionale Wortschöpfung um zum Ausdruck zu bringen, dass jemanden besonders Pedantisch bzw. Aufdringlich oder Rechthaberisch anderen gegenüber ist. Der genaue Ursprung dieser Redewendung kann nicht genau geklärt werden. Man geht jedoch davon aus, dass es aus der Jugendsprache stammt und aufgrund einiger weniger Personen, die solch ein Verhalten vorweisen, entstanden ist. [39]

Literatur[Bearbeiten]

  • Janny Dittrich/Andrea Kirchschlager: Arnstadt 1949 bis 1989. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-090-8
  • Wieland Held: Die Bürgerschaft Arnstadts in Thüringen in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Ihre Vermögens- und Sozialstruktur sowie ihre Beziehungen zur Landesherrschaft und zur ländlichen Bevölkerung der Umgebung. in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1982 Teil1, S. 113-136 (Digitalisat)
  • Andrea Kirchschlager, Ulrich Lappe, Peter Unger (Hrsg.): Chronik von Arnstadt. Zeittafel/Lexikon. Kirchschlager, Arnstadt 2003.
  • Jan Schönfelder: Der Mut der Einzelnen. Die Revolution in Arnstadt 1989. Jena 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Arnstadt – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Arnstadt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Arnstadt
  3. Georg Heinrich Pertz u. a. (Hrsg.): Scriptores (in Folio) 23: Chronica aevi Suevici. Hannover 1874, S. 55–56 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  4. Dr. August Beck: Geschichte des gothaischen Landes, Band I, Gotha, 1868, S. 31.
  5. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Rechts- und Verfassungsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 57–59.
  6. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 254f
  7. Martin Geck: Johann Sebastian Bach. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-50637-8
  8. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser, Band 8 Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 137ff.
  9. Rudolf Zießler: Arnstadt In: Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Henschel-Verlag, Berlin 1978, Band 2, S. 467.
  10. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Herausgeber: Statistisches Bundesamt, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  12. 29. Oktober
  13. 31. August
  14. ab 1970: 31. Dezember
  15. Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
  16. Ab 2012 dient die Volkszählung 2011 als Grundlage der Fortschreibung.
  17. Gemeinderatswahl 2009 in Thüringen. Online auf wahlen.thueringen.de.
  18. Gemeinderatswahl 2004 in Thüringen. Online auf wahlen.thueringen.de.
  19. CDU lässt bei Stichwahlen Federn, insuedthueringen.de vom 6. Mai 2012
  20. [1]
  21. Unger, Peter: Von der Gründung der DDR bis zum Beitritt zur BRD 1949–1990 in: Kirchschlager, Andrea; Lappe, Ulrich; Peter Unger (Hrsg.): Chronik von Arnstadt. Zeittafel / Lexikon, Verlag Kirchschlager, Arnstadt, 2003, S.141.
  22. http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/03_KonzerteMusiktheater/willnauer.pdf
  23. Rifkin, Joshua (November 1982). „Bach's Chorus: A Preliminary Report“. The Musical Times 123: 747–54. doi:10.2307/961592
  24. Andrew Parrott: Bachs Chor – Zum neuen Verständnis, Stuttgart: Metzler – Bärenreiter, 2003
  25. http://www.bachsommer.de/
  26. Süddeutsche Zeitung, 22. August 2012, Einer hatte den Schlüssel zu Bachs Kirche von Kristina Maidt-Zinke
  27. Konrad Küster: Wer war Giovanni Gabrielis 'letzter Schüler'? Zu Christoph Klemsee und Gallus Guggumos in Schütz-Jahrbuch, Kassel: Bärenreiter-Verlag, 1991
  28. a b  Ingrid Scheuermann, Katja Hofmann, Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Bd. 1 (Sakralbauten), Monumente, Bonn 2012, ISBN 3-935208-10-3, S. 313.
  29. Website der Stadt Arnstadt
  30. a b Aus der Vergangenheit von Arnstadt und Umgebung – Heft 17; Thüringer Geschichtsverein Arnstadt e. V. 2007
  31. Jürgen Gruhle: Schwarzbuch der Bodenreform. E-Book, 2011 (Version vom 4. Juni 2010 im Internet Archive)
  32. Homepage der Werkstatt am Kesselbrunn
  33. Insolvente Kunsthochschule: Hilfe, wir sind pleite. Spiegel Online. 19. März 2013. Abgerufen am 19. März 2013.
  34. Thüringer Bachwochen Homepage
  35. Bachfestival Homepage
  36. Thüringer Orgelsommer Homepage
  37. Bach:Sommer Homepage
  38. Bach-Advent Homepage
  39.  Stadtmarketing Arnstadt GmbH (Hrsg.): Arnstadt - Ein Wander- und Erlebnisführer. 1 Auflage. Grünes Herz, Ilmenau 2009, ISBN 3-86636-125-4.