Arpad, der Zigeuner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Deutscher Titel Arpad, der Zigeuner
Originaltitel Arpad, le tzigane
Produktionsland Frankreich, Ungarn, Deutschland
Originalsprache Französisch
Jahr(e) 19731974
Länge 25 Minuten
Episoden 26
Genre Abenteuer
Musik Paul Piot
Erstausstrahlung 27. März 1973, (D)
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
27. März 1973, ZDF
Besetzung

Arpad, der Zigeuner (Originaltitel: Arpad, le tzigane) war eine deutsch-ungarisch-französische Fernsehserie, die von 1973 bis 1974 in 26 Folgen im Vorabendprogramm des ZDF lief.

Durch die romantisch-spannenden Abenteuer des Helden Arpad (eine Art ungarischer „Robin Hood“) und seiner großen Liebe Rilana wurde die Serie schnell populär. Der französische Schauspieler Robert Etcheverry wurde durch die Serie zum Star und die britische Schauspielerin Edwige Pierre verbuchte hier ihren größten Erfolg. Auch die Titelmelodie von Paul Piot wurde recht bekannt.

Durch den Erfolg der Serie wurde auch der osteuropäische Vorname Rilana zu einem beliebten Vornamen für neugeborene Mädchen in Deutschland.

Im April 2005 erschienen die ersten sechs Folgen dieser Reihe auf DVD; im November 2009 folgte schließlich die Veröffentlichung aller 26 Folgen als DVD-Box.

Handlung[Bearbeiten]

Die TV-Serie handelt in Ungarn und beginnt im Jahr 1699, während der Kuruzenaufstände gegen die Österreicher. Ein exakter Zeitraum wird im Folgenden nicht mehr genannt, das Gros der Handlung muss aber von seiner Logik her in die Zeit des Aufstands von Franz II. Rákóczi (1703 bis 1711) fallen.

Die Österreicher haben Ungarn von der Herrschaft der Osmanen befreit, entpuppen sich aber nun ihrerseits als brutale Unterdrücker. Ungarns Bevölkerung rebelliert. In der TV-Reihe übernimmt die Führung zunächst ein grobschlächtiger Schmied, ab Folge 9 der Staffel 1 dann der Fürst Ferenc II. Bekeczy. Gegenspieler der Aufständischen ist ein stets nur "General" genannter österreichischer Feldherr, der vor keiner noch so gemeinen Hinterlist zurückschreckt.

Das Volk der Roma, und mit ihm Arpad, gerät zwischen die Fronten und wird von beiden Kriegsparteien mit Geringschätzung behandelt. Eine Ausnahme bildet der besonnene Fürst Bekeczy, der mir Arpad Freundschaft schließt. Er überzeugt Arpad, auf der Seite Ungarns gegen Österreich zu kämpfen - was dieser fortan mit List und Humor unternimmt, ohne dabei Blut zu vergießen. Arpad zur Seite steht die schöne Rilana, eine Roma und Arpads große Liebe. Trotz seines Einsatzes verachten ihn viele ethnische Ungarn weiterhin als vermeintlichen Fremden und "Zigeuner". Auch seine eigenen Leute sehen Arpads Einsatz kritisch, weil er ungewollt immer wieder Racheakte der Österreicher an den Roma provoziert.

Alle Mühen und Kämpfe bleiben letztlich vergeblich, als die Hauptfiguren in einen Hinterhalt des österreichischen Generals geraten: Fürst Bekeczy endet in Gefangenschaft, Arpad und Rilana werden tödlich verwundet.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Die Figur des fiktiven Fürsten Ferenc II. Bekeczy ist lose angelehnt an die historische Gestalt des Fürsten Rákóczi, mit der sie sogar den Vornamen Ferenc ("Franz") teilt.
  • Die Filmfigur des intriganten belgischen Hauptmanns Landemal erinnert an den historisch verbürgten Offizier François de Longueval (1647-1719) aus Belgien, der im Jahr 1701 die Aufstandspläne des Fürsten Rákóczi an den habsburgischen Kaiser verriet.
  • Die dargestellten Uniformen der Österreicher sind zeittypisch mit Ausnahme der Montur des Generals; diese zitiert irrigerweise den Uniformstil des späten 18. Jahrhunderts.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Münster: Arpad der Zigeuner. Die Abenteuer eines Draufgängers. Genehmigte, ungekürzte Taschenbuchausgabe. Heyne, München 1976, 175 S., ISBN 3-453-54095-6

Weblinks[Bearbeiten]