Arraiolos

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Arraiolos
Wappen Karte
Wappen von Arraiolos
Arraiolos (Portugal)
Arraiolos
Basisdaten
Region: Alentejo
Unterregion: Alentejo Central
Distrikt: Évora
Concelho: Arraiolos
Koordinaten: 38° 43′ N, 7° 59′ W38.716666666667-7.9833333333333Koordinaten: 38° 43′ N, 7° 59′ W
Einwohner: 3387 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 146,1 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner pro km²
Kreis Arraiolos
Flagge Karte
Flagge von Arraiolos Position des Kreises Arraiolos
Einwohner: 7352 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 683,79 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 5
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Arraiolos
Praça Lima e Brito
7040-027 Arraiolos
Präsident der Câmara Municipal: Jerónimo José Correia dos Loios (CDU)
Webpräsenz: www.cm-arraiolos.pt



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Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Verwaltungsort ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Webseite ist leer Arraiolos ist eine Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 3387 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011).[1] Der Ort ist besonders für seine Wollteppiche bekannt.

Die Arraiolos-Gruppe, ein Zusammenschluss nicht-exekutiver europäischer Staatsoberhäupter, ist nach der Stadt benannt, da sie hier 2003 ihr erstes Treffen abhielt.

Die Burg Castelo de Arraiolos

Geschichte[Bearbeiten]

Funde deuten auf eine Anwesenheit des Menschen mindestens seit der Jungsteinzeit. Vermutlich wurde der Ort als Calantia um 360 v. Chr. von Keltiberern gegründet, andere Quellen nennen Sabiner, Tusculer und Albaner als Gründer. Unter den Römern war es als Calantica ein Ort der Provinz Lusitanien. Der spätere Ortsname leitet sich indes von dem antiken griechischen Statthalter Rayeo oder auch Rayo ab, der hier 200 v. Chr. regierte. Über Terras de Rayo und Terra Rayola (dt.: „Land des Rayo“), damals als Rayopolis und Rayolis (dt.: „Stadt des Rayo“), weiter über Rayolo und dann Arrayolo, ist der heutige Ortsname entstanden.[4]

Nach dem Einfall vor allem germanischer Stämme (Goten, Vandalen, Alamannen, Sueben u.a.), die die Römer als Herrscher der Iberischen Halbinsel ablösten, eroberten 414 die Alanen Arraiolos. Nach 711 nahmen die Mauren auch diesen Ort ein, in ihrem achtjährigen Feldzug, mit dem sie auf der Iberischen Halbinsel ihren Herrschaftsbereich des al-Andalus errichteten. Über die explizite Geschichte des Ortes Arraiolos seit dem Ende der römischen Herrschaft ist dabei jedoch nicht viel bekannt. Im Verlauf der Reconquista wurde der Ort dann wieder häufiger erwähnt. König D.Afonso II. gab das Gebiet mit dem Ort Arraiolos im Jahr 1217 dem Bischof von Évora, D.Soeiro II.

Erste Stadtrechte erhielt Arraiolos 1290, nach anderen Quellen 1310. König D.Dinis ließ ab 1305 hier eine Burg errichten. Nach seinen Verdiensten in der Portugiesischen Revolution 1383 erhielt Nuno Álvares Pereira ab 1387 das Gebiet, und er lebte einige Zeit in Arraiolos.

Aus Lissabon vertriebene Mauren ließen sich hier im 15. Jahrhundert nieder und begründeten die Tradition der farbenfrohen Wollteppiche, für die der Ort bis heute bekannt ist.[5] König D.Manuel I. erneuerte 1511 die Stadtrechte Arraiolos im Zuge seiner Verwaltungsreformen.

Azulejos in der Igreja da Misericórdia

Der Kreis von Arraiolos wurde 1835 dem Distrikt Évora angegliedert. 1855 erlebte der Kreis seine Auflösung und seine Eingliederung in den Kreis Vimieiro. Von 1895 bis 1898 gehörte Arraiolos dem Kreis von Mora an, um seither wieder eigenständig zu sein.[6][7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nach ihrer Vertreibung aus dem Lissabonner Mouraria-Viertel blieben die hier wohlgelittenen Mauren im Ort und führten ihr Handwerk der Woll-Teppiche fort. Für die Qualitätsteppiche ist der Ort bis heute bekannt[8].

Der Ort liegt direkt an der 1908 eröffneten Bahnstrecke von Évora nach Mora, dem Ramal de Mora. Sie wurde 1988 stillgelegt und ist heute in eine Ecovia (Radwanderweg) umgewandelt.

Die Megalithanlage (port.: Anta) Anta de Arraiolos ist über 5000 Jahre alt.[9] Weitere archäologische Ausgrabungsstätten sind die römischen Ausgrabungen aus dem 2. bis 3. Jahrhundert an der Kirche Santana,[10] und die mittelalterliche Burg Castelo de Arraiolos aus dem 14. Jahrhundert. Diese geht auf ein etwa 2500 v. Chr. errichtetes Bronzezeit-Dorf und auf eine etwa 1000 v. Chr errichtete Befestigung der Castrokultur zurück.[11]

Zu den Baudenkmälern des Ortes zählen des Weiteren verschiedene historische private und öffentliche Gebäude, darunter das Kino-, das Postgebäude, das ehemalige Krankenhaus und der Bahnhof. Auch einige Sakralbauten sind denkmalgeschützt, etwa die manieristisch-barocke Igreja da Misericórdia de Arraiolos aus dem 16. Jahrhundert.[12]

Denkmalgeschützte Brunnenanlage in Arraiolos

Zudem steht der historische Ortskern als Ganzes unter Denkmalschutz.[13]

Das ehemalige Kloster Convento Nossa Senhora da Assunção aus dem 16.Jh. wurde inzwischen in eine Pousada umgewandelt.

Denkmal für die Teppiche von Arraiolos

Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Arraiolos ist Sitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Mora, Sousel, Estremoz, Évora, Montemor-o-Novo sowie Coruche.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor sieben auf fünf verringerte.[14]

Die folgenden Gemeinden (freguesias) liegen im Kreis Arraiolos:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Arraiolos (1801–2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
3.887 4.053 8.738 11.260 12.786 9.000 8.040 8.000 7.363

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Seit der Stilllegung der Eisenbahnlinie Ramal de Mora 1988 hat der Ort keinen Anschluss an das Bahnnetz des Landes. Er ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden.

Arraiolos hat über die Nationalstraße N4 Anschluss an die 20 km südwestlich gelegene Anschlussstelle Nr.4 (Montemor-o-Novo-Este) der Autobahn A6 (hier auch Europastraße 90).

Joaquim Heliodoro da Cunha Rivara

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  4. João Fonseca: Dicionário do Nome das Terras. 2.Auflage, Casa das Letras, Cruz Quebrada 2007, S.39 (ISBN 978-9724617305)
  5. Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Portugal. 2.Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2009, Seite 317
  6. Englische Geschichtsseite auf der Website des Kreises, abgerufen am 13. Juli 2013
  7. www.verportugal.net, abgerufen am 13. Juli 2013
  8. http://www.teppiche.tv/Rugs/Carpet/id/37578
  9. www.monumentos.pt, abgerufen am 13. Juli 2013
  10. dito
  11. dito
  12. dito
  13. dito, abgerufen am 13. Juli 2013
  14. Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014