Arrapcha

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Arrapḫa (Irak)
Arrapḫa
Arrapḫa
Lage der Stadt Arrapḫa im Irak

35.47033844.395804Koordinaten: 35° 28′ 13″ N, 44° 23′ 45″ O

Arrapcha (Arrapḫa) ist ein spät-bronzezeitliches hurritisches Königreich im nördlichen Irak. Die gleichnamige Hauptstadt war Arrapḫa, griechisch Arrapaxitis, heute Kirkuk. Durch die Archive von Nuzi liegen gute Informationen über die Wirtschaft von Arrapḫa vor.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus Altbabylonischer Zeit sind Sklaven aus Arrapḫa bekannt. König Šamšu-iluna verbot den Kauf von Sklaven aus Arrapḫa, da sie von den Sutī geraubt worden waren. Wer einen Bewohner von Arrapḫa von den Sutī kaufte, sollte sein Geld verlieren[1].

Arrapḫa wurde um 1240 durch Tukulti-Ninurta I. erobert.

Vom 13. bis zum 7. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich die Stadt unter den Assyrern gut. Überliefert sind zum Beispiel Weberinnen aus Arrapḫa im Harem des assyrischen Königs in Ninive.[2]

Die Stadt lag auf der Route der assyrischen Kriegszüge gegen Urartu und andere nördliche Länder. So erfolgte auch der Kriegszug des Nabopolassar 609 bis 607 v Chr. gegen Urartu über Arrapḫa, Arbil, Nisibis, Mardin und den Tur Abdin. Nach dem Fall des assyrischen Reichs herrschten die Meder und nach ihnen an die Achämeniden über die Stadt.

Herrscher[Bearbeiten]

Keiner der Herrscher kann bisher absolut datiert werden, die Synchronismen sind meist eher zweifelhaft.[3]

  • Kipi-Teššup
  • Itḫi-Teššup (Itḫia = Kurzform), Sohn des Kipi-Teššup
  • Itḫi-Tilla
  • Mušteja
  • Šar-Teššup

ggf. auch

  • Tarmi-Teššup
  • Aršali

Literatur[Bearbeiten]

  • Gernot Wilhelm: Grundzüge der Geschichte und Kultur der Hurriter. Darmstadt 1982.
  • Martha A. Morrison: The Eastern archives of Nuzi. Excavations at Nuzi 9/2. Eisenbrauns, Winona Lake 1993 (Studies on the civilization and culture of Nuzi and the Hurrians Bd. 4).
  • Abdulillah Fadhil: Studien zur Topographie und Prosopographie der Provinzstädte des Königreichs Arrapha: fünfzig ausgewählte URU-Toponyme. P. von Zabern, Mainz am Rhein 1983 (Baghdader Forschungen Bd. 6).
  • N. B. Jankowska: Communal self-government and the King of the state of Arrapḫa. In: Journal of the Economic and Social History of the Orient Bd. 12/3, 1969, S. 233-282.
  • Walter Mayer: Nuzi-Studien I. Die Archive des Palastes und die Prosopographie der Berufe. Neukirchener Verlag, Neukirchen/Vlyn 1978 (Alter Orient und Altes Testament Bd. 205/1).

Belege[Bearbeiten]

  1. W. F. Leemans, Foreign trade in the Old Babylonian period as revealed by texts from southern Mesopotamia. Studia et documenta ad iura Orientis antiqui pertinentia 6. Leiden: E. J. Brill , 1960
  2. F. M. Fales, J. N. Postgate: Imerial administrative records, Part I. palace and temple Administration. Helsinki University Press, Helsinki 1992 (State Archives of Assyria Bd. 7), S. 32.
  3. Walter Mayer: Nuzi-Studien I. Die Archive des Palastes und die Prosopographie der Berufe. Neukirchen_Vlyn, Neukirchener Verlag 1978 (Alter Orient und Altes Testament 205/1), S.109.