Arrow-Debreu-Gleichgewichtsmodell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Arrow-Debreu-Modell)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht allgemeinverständlich formuliert. Die Mängel sind unter Diskussion:Arrow-Debreu-Gleichgewichtsmodell beschrieben. Wenn du diesen Baustein entfernst, begründe dies bitte auf der Artikeldiskussionsseite und ergänze den automatisch erstellten Projektseitenabschnitt Wikipedia:Unverständliche Artikel#Arrow-Debreu-Gleichgewichtsmodell um {{Erledigt|1=~~~~}}.
Crystal Clear app package settings.png

Dieser Artikel wurde aufgrund inhaltlicher und/oder formaler Mängel auf der Qualitätssicherungsseite des Portals Wirtschaft eingetragen.
Du kannst helfen, indem Du die dort genannten Mängel beseitigst oder Dich an der Diskussion beteiligst.

Das Arrow-Debreu Gleichgewichtsmodell (korrekt eigentlich Arrow-Debreu-McKenzie-Modell) ist ein Allgemeines Gleichgewichtsmodell. Es ist nach Gérard Debreu und Kenneth Arrow benannt, die es 1954 veröffentlichten. Nur gelegentlich wird der Finanzmathematiker Lionel W. McKenzie erwähnt, der 1959 einige Verbesserungen hinzufügte. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des von Léon Walras entwickelten walrasianischen Gleichgewichtsmodells. Ein solches bildet die Volkswirtschaft als Ganzes ab und untersucht einen gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichtszustand.

Die Einführung von zustandsabhängigen Ansprüchen ist für die Finanzierungstheorie von großer Bedeutung. Sie erweitert die Gleichgewichtsanalyse für vollkommene Märkte auf den Fall unsicherer Erwartungen und zeigt, dass es auch auf Güter- und Kapitalmärkten, auf denen Wettbewerb herrscht, zu einem Zustand in der Güter- und Risikoallokation kommt, in dem es nicht möglich ist, ein Individuum besser zu stellen, ohne zugleich ein anderes Individuum schlechter zu stellen (Pareto-Optimum).

Allgemeines[Bearbeiten]

Inhalt[Bearbeiten]

Allgemeine Gleichgewichtsmodelle stellen eine hypothetische Ökonomie dar, in der alle Konsumenten vollständige, reflexive und transitive Präferenzen über ihre Konsummöglichkeitenmengen haben, also rational sind. Das Modell ist die größt mögliche mikrofundierte Beschreibung einer Ökonomie und beschreibt, wie Konsumenten und Produzenten, gegeben eine gewisse Anfangsausstatung, gleichzeitig Konsum und Produktion wählen. Ziel dieses Modells ist es, allgemeine Allokationen und das Gleichgewicht einer Ökonomie zu untersuchen, ohne auf das Konzept von Partialmärkten zurückzugreifen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Versuch in der Neoklassischen Theorie, ein umfassendes Modell zur Bestimmung der relativen Preise in einer Ökonomie zu entwickeln, stammt von Léon Walras, dem Begründer der Lausanner Schule. Er wollte aus der Klassischen Nationalökonomie von Adam Smith und David Ricardo eine „exakte Wissenschaft“ machen. Daher versuchte er, die Wirtschaft mathematisch zu beschreiben. Abraham Wald und später Maurice Allais, Kenneth Arrow und Gérard Debreu beschrieben die Existenz und die Stabilität eines Allgemeinen Gleichgewichts für eine Marktwirtschaft mit Privateigentum. Arrow, Allais und Debreu erhielten für ihre Arbeiten zur Allgemeinen Gleichgewichtstheorie (AGT) den Wirtschaftsnobelpreis.

Beschreibung der Ökonomie[Bearbeiten]

Bestandteile[Bearbeiten]

Betrachtet sei eine Ökonomie aus n Märkten. In dieser gebe es I Konsumenten und J Unternehmen, wobei für diese beiden Gruppen entsprechend die Indexmengen \mathcal{I}=\{1,\ldots,I\} (die Menge aller Konsumenten) bzw. \mathcal{J}=\{1,\ldots,J\} (die Menge aller Produzenten) definiert werden. Betrachtet werden nun nacheinander Konsumenten und Produzenten, danach die anfängliche Ausstattung der Ökonomie:

  • Die Konsummöglichkeitenmenge eines Konsumenten i\in\mathcal{I} ist X_{i}\subset\mathbb{R}^{n}_{+} mit X_{i}\neq\emptyset, also die Menge aller für i möglichen Konsumbündel \mathbf{x}^{i}=(x_{1}^{i},\ldots,x_{n}^{i}). Seine Präferenzen seien durch die Präferenzordnung \succsim_{i} charakterisiert. (Eine solche beinhaltet geordnete Paare (\hat{\mathbf{x}}^{i},\tilde{\mathbf{x}}^{i}) mit \hat{\mathbf{x}}^{i},\tilde{\mathbf{x}}^{i}\in X_{i}, für die gilt, dass \hat{\mathbf{x}}^{i} von i schwach gegenüber \tilde{\mathbf{x}}^{i} präferiert wird.) Der Konsumsektor kann auf Grundlage dessen durch die Folge \left\{ (X_{i},\succsim_{i})\right\} _{i\in\mathcal{I}} beschrieben werden.
  • Die Produktionsmöglichkeitenmenge eines Unternehmens j\in\mathcal{J} ist Y_{j}\subseteq\mathbb{R}^{n}. Sie beinhaltet alle möglichen Produktionspläne \mathbf{y}^{j}=(y_{1}^{j},\ldots,y_{n}^{j}). Das Vorzeichen einer jeden Komponente y_{k}^{j} von \mathbf{y}^{j} wird dabei wie folgt interpretiert:
  • y_{k}^{j}<0 : Produzent j nutzt das Produkt k als Input (z. B. Arbeitsleistung, Rohstoffe)
  • y_{k}^{j}>0 : Produzent j produziert das Produkt k als Output (z. B. Konsumgut)
Der Produktionssektor lässt sich demzufolge durch eine Folge \left\{ Y_{j}\right\} _{j\in\mathcal{J}} charakterisieren.
  • Die Anfangsausstattung der Ökonomie beschreibt, welche bzw. wie viele Ressourcen der Ökonomie zu Beginn der Betrachtung zur Verfügung stehen. Sie ist durch den Ausstattungsvektor (Ressourcenvektor) \mathbf{e}=(e_{1},\ldots,e_{n})\in\mathbb{R}^{n}_{+} gegeben. Zudem vereinbare man \mathbf{e}^{i}=(e_{1}^{i},\ldots,e_{n}^{i})\in\mathbb{R}^{n}_{+} als Ausstattung einer Person i\in\mathcal{I} (bezüglich aller Produkte).

Gesamtökonomie[Bearbeiten]

Die gesamte Ökonomie lässt sich im Arrow-Debreu-Modell infolgedessen als ein Tupel

\mathbf{\mathcal{E}}=\left[\left\{ (X_{i},\succsim_{i})\right\} _{i\in\mathcal{I}},\left\{ Y_{j}\right\} _{j\in\mathcal{J}},\mathbf{e}\right]

beschreiben.

Eine häufig anzutreffende Spezifizierung dieser Ökonomie ist eine Ökonomie mit Privateigentum

\mathbf{\mathcal{E}}^{p}=\left[\left\{ (X_{i},\succsim_{i})\right\} _{i\in\mathcal{I}},\left\{ Y_{j}\right\} _{j\in\mathcal{J}},\left\{ \left(\mathbf{e}^{i},\mathbf{\theta}^{i}\right)\right\} _{i\in\mathcal{I}}\right]

Hierbei handelt es sich um ein Wettbewerbssystem, in dem alle Unternehmen (und ihre Gewinne) privates Eigentum darstellen, das heißt die Gewinne sind Bestandteil des aggregierten Konsumbudgets. Da es sich um eine Wettbewerbsökonomie handelt, werden Güter überdies dezentral auf Wettbewerbsmärkten gehandelt, wobei die Marktakteure als Preisnehmer agieren: Konsumenten maximieren ihren Nutzen, Produzenten ihre Gewinne. Aus der Privateigentumsannahme ergibt sich formal, dass sich das Budget der Konsumenten aus zwei Komponenten zusammensetzt: Zum einen aus einem Anteil \mathbf{e}^{i}\in\mathbb{R}^{n} an der Anfangsausstattung, zum anderen aus einem Anteil an den Gewinnen der Produzenten. Dieser Anteil betrage gerade \mathbf{\theta}^{i}\in\mathbb{R}^{J} mit \theta^{i}=(\theta^{i1},\ldots,\theta^{iJ}) (\theta^{i4} wäre also beispielsweise der Anteil, den Person i an den Gewinnen von Produzent 4 für sich in Anspruch nehmen kann). Entsprechend den Voraussetzungen ist \mathbf{e}=\sum_{i\in\mathcal{I}}\mathbf{e}^{i} und \sum_{i\in\mathcal{I}}\mathbf{\theta}^{i}=\mathbf{1}.

Das walrasianische Gleichgewicht[Bearbeiten]

Ökonomie mit vollkommenem Wettbewerb[Bearbeiten]

Eine Wettbewerbsökonomie mit Privateigentum (und vollkommenem Wettbewerb) verfügt über einen zentralen Preisvektor \mathbf{p}=(p_{1},\ldots,p_{n}), der den Preis jedes Produktes angibt. Davon ausgehend kann jeder Konsument auch nur im Rahmen eines beschränkten Budgets konsumieren (Budgetrestriktion). In einem Gleichgewichtszustand muss die Budgetrestriktion unbedingt gewahrt sein.

Zudem muss im Gleichgewicht sowohl auf Produzenten- als auch auf Konsumentenseite Optimalitätsbedingungen erfüllt sein. Jeder Konsument i\in\mathcal{I} muss – unter Wahrung seiner Budgetbeschränkung und gegeben den Preisvektor der Ökonomie – gerade einen solchen Konsumplan wählen, für den gilt, dass er gegenüber jedem anderen möglichen Konsumplan schwach vorgezogen wird. Und jeder Produzent muss der Maxime der Gewinnmaximierung folgen, das heißt für jeden Produzenten muss gelten, dass der gewählte Produktionsplan – gegeben die Preise in der Ökonomie – gewinnmaximierend ist. (Es wird im Arrow-Debreu-Modell also nicht davon ausgegangen, dass die Optimierungsprobleme von Konsumenten und Unternehmen stets eindeutige Lösungen haben müssen.)

Schließlich muss die gleichgewichtige Allokation zulässig sein, und zwar in folgendem Sinne: Betrachtet man eine Wettbewerbsökonomie mit Privateigentum (und vollkommenem Wettbewerb), so ist ein konkreter „Zustand” von \mathbf{\mathcal{E}}^{p} (mit spezifischem Konsum- und Produktionsvektoren für jeden Konsumenten bzw. Produzenten) durch einen n(I+J)-Allokationsvektor \left[\left(\mathbf{x}^{i}\right)_{i\in\mathcal{I}},\left(\mathbf{y}^{j}\right)_{j\in\mathcal{J}}\right] gegeben. Eine solche Allokation bezeichnet man als zulässig, wenn für jede Ressource gilt, dass die insgesamt konsumierte Menge gerade der Anfangsausstattung zuzüglich der insgesamt produzierten Menge entspricht, mithin also wenn

\sum_{i\in\mathcal{I}}\mathbf{x}^{i}=\mathbf{e}+\sum_{j\in\mathcal{J}}\mathbf{y}^{j}.

Walrasianisches Gleichgewicht[Bearbeiten]

Für die Wettbewerbsökonomie mit Privateigentum \mathbf{\mathcal{E}}^{p} ist ein Wettbewerbsgleichgewicht also zusammengefasst definiert als ein Tupel

\left[\left(\mathbf{x}^{i*}\right)_{i\in\mathcal{I}},\left(\mathbf{y}^{j*}\right)_{j\in\mathcal{J}},\mathbf{p}\right]

mit folgenden Eigenschaften:

  1. Jede Person maximiert ihren Nutzen, gegeben die gleichgewichtigen Marktpreise und ihr Konsumbudget. Genauer: Sei \mathcal{X} die Menge aller Konsumvektoren \mathbf{x}^{i}, die der Budgetbedingung genügen:
    \mathcal{X}=\left\{ \mathbf{x}^{i}\left|\mathbf{p}\cdot\mathbf{x}^{i}\leq\mathbf{p}\cdot\mathbf{e}^{i}+\sum_{j=1}^{J}\theta^{ij}\cdot\mathbf{p}\cdot\mathbf{y}^{j*}\right.\right\}
Dann ist \mathbf{x}^{i*}\in\mathcal{X} und es gilt: \mathbf{x}^{i*}\succsim_{i}\mathbf{x}^{i} für alle \mathbf{x}^{i}\in\mathcal{X}.
  1. Jedes Unternehmen maximiert, gegeben die gleichgewichtigen Marktpreise, seinen Gewinn, das heißt für alle j\in\mathcal{J} gilt: \mathbf{p}\cdot\mathbf{y}^{j}\leq\mathbf{p}\cdot\mathbf{y}^{j*} für alle \mathbf{y}^{j}\in Y_{j}.
  2. Die Allokation \left[\left(\mathbf{x}^{i*}\right)_{i\in\mathcal{I}},\left(\mathbf{y}^{j*}\right)_{j\in\mathcal{J}}\right] ist in \mathbf{\mathcal{E}}^{p} zulässig.

Ein solches Gleichgewicht bezeichnet man als walrasianisches Gleichgewicht.

Eine alternative Formulierung für die Zulässigkeitsbedingung (3.) ist gebräuchlich: Offensichtlich kann man diese mittels der oben eingeführten individuellen Anfangsausstattung nämlich alternativ auch durch Überschussnachfragen ausdrücken. Man bezeichnet mit

\mathbf{z}\equiv\sum_{i\in\mathcal{I}}\left(\mathbf{x}^{i}-\mathbf{e}^{i}\right)

die aggregierte Überschussnachfrage der Ökonomie. Eine Allokation ist damit zulässig genau dann, wenn

\mathbf{z}=\sum_{j\in\mathcal{J}}\mathbf{y}^{j},

das heißt wenn für jedes Gut die aggregierte Überschussnachfrage aller Konsumenten dem aggregierten Überschussangebot aller Unternehmen entspricht. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, können die Konsum- bzw. Produktionspläne der Konsumenten und Unternehmen nicht alle gleichzeitig realisiert werden, da dann für manche Güter die aggregierte Nachfrage vom aggregierten Angebot abweicht. Beachte, dass die haushaltsspezifische Überschussnachfrage \mathbf{x}^{i}-\mathbf{e}^{i} positive oder negative Komponenten umfassen kann. Das Vorzeichen der k-ten Komponente dieses Vektors zeigt an, ob der betrachtete (i-te) Konsument das betreffende Produkt kauft oder verkauft: Gilt x^{i*}_{k}>e^{i*}_{k}, dann will i mehr von k konsumieren als er anfänglich besitzt – und muss die Differenz daher kaufen; gilt dagegen x^{i*}_{k}<e^{i*}_{k}, will er weniger konsumieren als er anfänglich besitzt – und wird die Differenz daher verkaufen.

Eigenschaften, Implikationen und Existenz des walrasianischen Gleichgewichts[Bearbeiten]

Der zentrale Punkt des Arrow-Debreu-Gleichgewichtsmodells ist die Untersuchung seines Gleichgewichts. Hiebei ist besonders die Existenz und Effizienz dieses Zustandes interessant.

Walras-Gesetz[Bearbeiten]

Im Gleichgewicht einer Ökonomie mit lokal nicht gesättigten Konsumenten gilt das Walras-Gesetz in Bezug auf die gesamte Ökonomie. (Man bezeichnet eine individuelle Präferenzordnung \succsim_i auf X_{i} als lokal nicht gesättigt, wenn für beliebiges \hat{\mathbf{x}}^{i}\in X_{i} und für jede \epsilon-Umgebung N_{\epsilon}(\hat{\mathbf{x}}^{i}) um \hat{\mathbf{x}}^{i} ein \tilde{\mathbf{x}}^{i}\in N_{\epsilon}(\hat{\mathbf{x}}^{i}) existiert, sodass \tilde{\mathbf{x}}^{i} von i strikt gegenüber \hat{\mathbf{x}}^{i} präferiert wird, also \tilde{\mathbf{x}}^{i}\succ_{i}\hat{\mathbf{x}}^{i}. Vgl. der Artikel Präferenzordnung.) Das heißt es gilt:

\mathbf{p}\cdot\left(\sum_{j\in\mathcal{J}}\mathbf{y}^{j}\right)-\left[\mathbf{p}\cdot\left(\sum_{i\in\mathcal{I}}\mathbf{x}^{i}\right)-\mathbf{p}\cdot\left(\sum_{i\in\mathcal{I}}\mathbf{e}^{i}\right)\right]=0

Dies bedeutet, dass der Wert der (über alle Konsumenten und Unternehmen) aggregierten Überschussnachfrage stets null sein muss.

Existenzbedingungen[Bearbeiten]

Es gibt eine Reihe von Existenzsätzen für die Existenz eines solchen Gleichgewichtes.[1] Im Folgenden wird ein auf Arrow und Debreu (1954[2]) basierender Existenzsatz vorgestellt.

Existenz eines Gleichgewichts:[3] Betrachte eine Ökonomie \mathbf{\mathcal{E}} im oben definierten Sinne, und seien die folgenden Anforderungen erfüllt:

(1) Für alle Konsumenten i\in\mathcal{I} gilt:
(a) X_{i} ist eine kompakte und konvexe Teilmenge des \mathbb{R}^{n}_{+};
(b) \mathbf{e}^{i} ist ein innerer Punkt von X_{i};
(c) \succeq_{i} ist stetig[4] und konvex.
(2) Für alle Unternehmen j\in\mathcal{J} gilt:
(a) Y_{j} ist kompakt und konvex;
(b) \mathbf{0}\in Y_{j}.

Dann verfügt \mathbf{\mathcal{E}} über ein walrasianisches Gleichgewicht.

Bedeutung der Existenzbedingungen[Bearbeiten]

Diese Bedingungen sind keineswegs alle naheliegend oder nur rein technisch. Besonders (1)(b) ist problematisch, auch wenn sie abgeschwächt werden kann; dies gilt auch für die Forderung der Kompaktheit von X_{i}. Tendenziell erscheinen die Annahmen an die Produzenten natürlicher.

Zu bedenken gilt es, dass die obige Bedingungen nur eine hinreichende Bedingung für die Existenz eines allgemeinen Gleichgewichtes ist. Aus der Verletzung von einigen der Punkte kann also nicht auf die Nicht-Existenz geschlossen werden. Außerdem können einige der Existenzbedingungen erwähntermaßen abgeschwächt werden.

Hauptsätze der Wohlfahrtsökonomie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wohlfahrtstheoreme
1. Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomie

Wenn die individuellen Präferenzordnungen aller Konsumenten lokal nicht gesättigt sind und es ein Walras-Gleichgewicht gibt, dann ist dieses Gleichgewicht auch pareto-effizient.

2. Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomie

Wenn eine Allokation

\left[\left(\mathbf{x}^{i}\right)_{i\in\mathcal{I}},\left(\mathbf{y}^{j}\right)_{j\in\mathcal{J}}\right]

pareto-effizient ist und einige weitere Voraussetzungen erfüllt sind, dann gibt es einen Preisvektor \mathbf{p}\neq\mathbf{0} und ein Transferschema so, dass \left[\left(\mathbf{x}^{i}\right)_{i\in\mathcal{I}},\left(\mathbf{y}^{j}\right)_{j\in\mathcal{J}},\mathbf{p}\right] ein Walras-Gleichgewicht (mit Transfers) ist.

Eindeutigkeit und Stabilität des Gleichgewichts[Bearbeiten]

Die Fragen nach Eindeutigkeit und Stabilität des Gleichgewichts sind typischerweise nicht im Arrow-Debreu-Modell untersucht worden, sondern unter der einschränkenden Annahme, dass die jeweiligen Optimierungsprobleme von Konsumenten und Unternehmen eine eindeutige Lösung haben und sich die Volkswirtschaft daher durch eine Überschussnachfragefunktion beschreiben lässt.[5]

Andere Gleichgewichtsmodelle[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kenneth J. Arrow und Frank Hahn: General Competitive Analysis. North Holland, 1971, ISBN 0444854975.
  • William D. A. Bryant: General equilibrium. Theory and evidence. World Scientific, Hackensack 2010, ISBN 978-981-281-834-8 (E-Book: ISBN 978-981-281-835-5).
  • Gerard Debreu: Theory of Value. An Axiomatic Analysis of Economic Equilibrium. Yale University Press, New Haven und London 1959.
  • Gerard Debreu: Existence of Competitive Equilibrium. In: Kenneth J. Arrow and Michael D. Intrilligator (Hrsg.): Handbook of Mathematical Economics. Bd. 2. North Holland, Amsterdam 1982, ISBN 978-0-444-86127-6, S. 697–743 (auch online: doi:10.1016/S1573-4382(82)02010-4).
  • David M. Kreps: Microeconomic Foundations I. Choice and Competitive Markets. Princeton University Press, Princeton 2012, ISBN 978-0-691-15583-8.
  • Andreu Mas-Colell, Michael Whinston und Jerry Green: Microeconomic Theory. Oxford University Press, Oxford 1995, ISBN 0-195-07340-1.
  • James C. Moore: General equilibrium and welfare economics. An introduction. Springer, Berlin u.a. 2007, ISBN 978-3-540-31407-3 (auch online: doi:10.1007/978-3-540-32223-8).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dazu etwa Debreu 1982; ausführlich Bryant 2010, Kapitel 2.
  2. Kenneth J. Arrow und Gerard Debreu: Existence of an equilibrium for a competitive economy. In: Econometrica. 22, Nr. 3, 1954, S. 265–290 (JSTOR).
  3. Vgl., auch zum Beweis, Kreps 2012, S. 342 ff.
  4. Man bezeichnet eine binäre Relation B auf X als stetig, wenn die Mengen \{\mathbf{x}_{a}\in X|\mathbf{x}_{a}B\mathbf{x}_{b}\} (obere Konturmenge) und \{\mathbf{x}_{a}\in X|\mathbf{x}_{b}B\mathbf{x}_{a}\} (untere Konturmenge) für alle \mathbf{x}_{b}\in X abgeschlossen bezüglich X sind.
  5. Vgl. Arrow und Hahn 1971.