Ars inveniendi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als die ars inveniendi (vom lat. ars „Kunst“ und invenire „erfinden“) wird – in Analogie zu anderen in der römischen Antike gelehrten Künsten – die Kunst der Entdeckungen und der Argumentation bezeichnet.

Sie ist als Ergänzung zur ars quaerendi (vom lat. quaerere „fragen“) zu verstehen – der Kunst des fragenden Suchens, die der Beginn jedes Forschens ist.

Die Wortschöpfung ars inveniendi geht vermutlich auf den Philosophen und Juristen Cicero (106–43 v. Chr.) zurück, der sie als Kunst des Findens von rhetorischen Argumenten sieht. In Gegensatz zu ihr stellt Cicero, der ein begnadeter Rhetor war, die ars iudicandi (vom lat. iudicare „richten“), die sich mit der Evaluierung und argumentativen Gliederung einer Rede befasst - in Anlehnung an Gedanken des Aristoteles.

Von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) stammt hingegen die Definition der ars inveniendi als eines wissenschaftlichen Verfahrens zur Auffindung neuer Wahrheiten innerhalb eines Fachgebietes.

Christian Wolff (1679–1754) definiert die ars inveniendi als das Aufspüren bisher unbekannter Wahrheiten und sieht sie mit einer Logik der Sprache verknüpft. Er betont aber – im Gegensatz zur heutigen Heuristik – neben der Sicht auf Neuerungen auch das Sich-Stützen auf Überliefertes.