Arschgeweih

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Tätowierungen oberhalb des Steißbeins
Trägerin eines Arschgeweihs

Mit den Vulgarismen Arschgeweih oder Schlampenstempel bezeichnet man umgangssprachlich eine längliche, meist symmetrische Tätowierung auf dem Rücken kurz oberhalb des Steißbeins, in der so genannten Michaelis-Raute. Sie wurde in den späten 1990er Jahren im Rahmen der Bauchfreimode kurzzeitig populär. Mit Begriffen wie Steißgeweih, Steißbeintattoo oder Steißbeintribal wird versucht, einen neutral empfundenen Fachbegriff zu etablieren.

Es handelt sich vorwiegend um geschwungene, verzweigte Phantasieornamente (sogenannte Tribals). Die Lineart ist meist spiegelsymmetrisch zur Wirbelsäule. Die waagerechte Ausdehnung ist etwa zwei- bis viermal so breit wie die senkrechte, die Form entspricht grob der eines Kreuzes, eines T, Y oder V. Die Namensgebung erklärt sich durch das an ein Geweih erinnernde Aussehen in Bezug auf die Trageposition oberhalb des Gesäßes. Diese Tätowierungsform wird fast ausschließlich von Frauen getragen.

Im Jahre 2009 wurde die erste Barbie mit einem Sortiment an Tattoo-Aufklebern, darunter auch einem für das Steißbein, vermarktet.[1] In dem Lied Bye Bye Arschgeweih thematisierte die Sängerin Ina Müller eine Laserentfernung der Tätowierung.[2]

Begriffsbildung[Bearbeiten]

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Begriff „Arschgeweih“[3] in der Sendung Genial daneben vom 7. Februar 2004, in der das Rateteam die Frage „Was ist ein Arschgeweih?“ nicht beantworten konnte. Der Komiker Michael Mittermeier trug in seiner Bühnenshow Paranoid (2004) zur weiteren Verbreitung bei.

Ein sichtbarer Thong oder String wird Whale Tail genannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Drab: Das Hirschsymbol. Psychologische Studie über die Entstehung und die Wirkung des Symbols. Eigenverlag. Druck: Industria Grafica Atesina, Trient 1974; Herbig, München / Berlin [1983], ISBN 3-87587-102-2.
  • Wilfried Ferchhoff: Jugend an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Lebensformen und Lebensstile. Opladen 1999, ISBN 3-81002-351-5.
  • Elke Gaugele: S-HE Mades. Mode, Gender und Konsum. Frankfurt am Main 2000.
  • Elke Gaugele und Kristina Reis: Jugend, Mode, Geschlecht, die Inszenierung des Körpers in der Konsumkultur. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-59337-255-X.
  • Oliver Kuhn, Alexandra Reinwarth, Axel Fröhlich: Arschgeweih – Das wahre Lexikon der Gegenwart. Ullstein, Berlin 2008, ISBN 978-3-548-37207-5.
  • Karin Mann: Jugendmode und Jugendkörper. Schneider, Hohengehren 2002, ISBN 3-89676-648-1.
  • Kurt Starke: Fit for SexPower? Eine sexualwissenschaftliche Untersuchung zu BRAVO GiRL!. Lang, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-63136-721-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arschgeweihe – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Arschgeweih – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chav Barbie gets tattoos mimic high profile celebs like Amy Winehouse
  2. «Bye Bye Arschgeweih»: Viele wollen Tattoo entfernen
  3. Tagesspiegel vom 3. Juni 2008, Körper als Schmuck