Arschkarte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Handballschiedsrichter verstaut die Rote Karte in der Gesäßtasche, nachdem er einen Spieler disqualifiziert hat.
Gelbe und Rote Karte. Die obere Hälfte des Bilds ist entsättigt, dennoch ist eine Unterscheidung der Farben möglich.

Der Begriff Arschkarte findet Anwendung in den saloppen Redewendungen „die Arschkarte ziehen“, „die Arschkarte zeigen“ oder „die Arschkarte haben“ im Sinne von „Pech haben“, „ein Missgeschick erleben“ (ähnlich der Redewendung „den Schwarzen Peter ziehen“). Damit wird ausgedrückt, dass eine Situation für eine Person besonders ungünstig verläuft oder unangenehme Folgen hat. Der Phraseologismus ist seit Mitte der 1990er Jahre in Gebrauch.

Zur Herkunft der Redewendung gibt es nur Vermutungen. So ließe sie sich von der ab 1970 eingeführten Roten Karte beim Fußball ableiten. Um Verwechslungen zu vermeiden, bewahren Fußballschiedsrichter häufig die Gelbe Karte in der Brusttasche, die Rote Karte dagegen in der Gesäßtasche auf. Der Spieler, dem der Schiedsrichter die Rote Karte zeigt, hätte dann „die Arschkarte bekommen“.[1]

Damit zusammenhängend gibt es mitunter die unzutreffende[2] Behauptung, die Karten seien deswegen in unterschiedliche Taschen gesteckt worden, weil der Fernsehzuschauer zur Zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens die Farbunterschiede nicht erkennen konnte.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arschkarte: die Arschkarte gezogen haben, die Arschkarte haben. In: Dieter Herberg, Michael Kinne, Doris Steffens: Neuer Wortschatz: Neologismen der 90er Jahre im Deutschen (= Schriften des Instituts für deutsche Sprache. Bd. 11). De Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017750-1, S. 16 (online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vergleiche Ausführungen des Literaturwissenschaftlers Rolf-Bernhard Essig in der Sendung Essigs Essenzen im Deutschlandradio, 16. Mai 2008, Link zuletzt abgerufen 12. Mai 2012
  2. Die Arschkarte gibt uns Rätsel auf, Glosse von Robert Sedlaczek, Wiener Zeitung, 15. Januar 2008, abgerufen am 1. Oktober 2012.
  3. So etwa in einem Lexikoneintrag beim Fernsehsender Pro7, abgerufen am 18. Mai 2009.