Arschloch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Schimpfwort. Weitere Bedeutungen siehe Arschloch (Begriffsklärung).

Arschloch steht umgangssprachlich für den Anus. Das Wort wird hauptsächlich als Schimpfwort für Personen gebraucht.

Etymologie

Der Wortbestandteil Arsch findet sich in allen germanischen Sprachen (alts., altn., schwed., ahd, mhd. und frnhd. ars; altenglisch ærs, neuenglisch arse, vor allem im Amerikanischen Englisch auch ass; Niederländisch aars; niederdeutsch ors, auch nors, mors) und erlaubt die Rekonstruktion der gemeingermanischen Wurzel *ars-az. Wahrscheinlich ist eine Verwandtschaft mit gr. ορρος orros „Schwanz“, das ebenfalls als Kraftausdruck für das Gesäß gebraucht und daher in gehobener Sprache vermieden wurde. Zu einer möglichen gemeinsamen indogermanischen Wurzel *ors werden auch air. err „Schwanz“ und hethitisch arrash „Gesäß“ gerechnet.

Der Begriff Loch ist althochdeutschen Ursprungs und bedeutet Öffnung. Die Kombination dürfte frühmittelalterlich sein, da sie inhaltsgleich sowohl im Englischen als auch im Deutschen vorkommt. Im Althochdeutschen ist für den Anus dagegen primär der Ausdruck Darm, Derm zu finden, der später auf das Intestinum übertragen wurde.

Verwendung in der Literatur

In Charles Bukowskis Werk Der Mann mit der Ledertasche (1971) beginnt ein Absatz mit: „What’s wrong with assholes, baby?“ („Was hast du denn gegen Arschlöcher, Baby?“)[1] und auch sonst setzt er das Wort nicht eben sparsam ein. Roland Topor schrieb 1975 Mémoires d’un vieux con, deutsch: Memoiren eines alten Arschlochs – eine fiktive Autobiografie. Das Kleine Arschloch von Walter Moers ist eine bekannte Comicfigur. Ein bekanntes Beispiel für die Nutzung in der Musik ist das Lied Schrei nach Liebe von den Ärzten, in dem es einem fiktiven Neonazi quasi ins Gesicht geschrieen wird. Der Comedian Michael Mittermeier benennt ein bekanntes Lied seines Repertoires mit dem Titel Arschloch-Kind. 2010 veröffentlichte Mauricio Borinski ein Buch mit dem Titel „Arschloch!“[2] Fritz Eckenga lobt das Ruhrgebiet folgendermaßen: „Die Arschlochdichte ist hier nicht so hoch.“[3] Der Philosophieprofessor Aaron James von der University of California schrieb das Buch Assholes. A Theory, in dem er eine Untersuchung über die Charakterzüge typischer Arschlöcher anstellt.[4]

Zitat

Fußnoten und Quellen

  1. Charles Bukowski: Der Mann mit der Ledertasche auf mightymueller.de
  2. Mauricio Borinski: Arschloch Buchbesprechung bei einslive.de
  3. Kabarett: „Das kommt alles aus einem Kopf“
  4. Warum echte Arschlöcher meistens männlich sind, Die Welt, 24. April 2013
  5. Artikel auf Zeit.de vom 13. Januar 2005 über 25 Jahre „Grüne“ in Deutschland (Zugriff am 10. Januar 2007)

Weblinks

 Wiktionary: Arschloch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Arschloch – Zitate