Arschloch

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Dieser Artikel behandelt das Schimpfwort. Weitere Bedeutungen siehe Arschloch (Begriffsklärung).

Arschloch steht umgangssprachlich für den Anus. Das Wort wird hauptsächlich als Schimpfwort für Personen gebraucht.

Etymologie

Der Wortbestandteil Arsch findet sich in allen germanischen Sprachen (alts., altn., schwed., ahd, mhd. und frnhd. ars; altenglisch ærs, neuenglisch arse, vor allem im amerikanischen Englisch auch ass; Niederländisch aars; niederdeutsch ors, auch nors, mors) und erlaubt die Rekonstruktion der gemeingermanischen Wurzel *ars-az. Wahrscheinlich ist eine Verwandtschaft mit (griechisch ὄρρος) orros „Schwanz“, das ebenfalls als Kraftausdruck für das Gesäß gebraucht und daher in gehobener Sprache vermieden wurde. Zu einer möglichen gemeinsamen indogermanischen Wurzel *ors werden auch air. err „Schwanz“ und hethitisch arrash „Gesäß“ gerechnet.

Der Begriff Loch ist althochdeutschen Ursprungs und bedeutet Öffnung. Die Kombination dürfte frühmittelalterlich sein, da sie inhaltsgleich sowohl im Englischen als auch im Deutschen vorkommt. Im Althochdeutschen ist für den Anus dagegen primär der Ausdruck Darm, Derm zu finden, der später auf das Intestinum übertragen wurde.

Verwendung in der Literatur

Fiktion:

Nicht-Fiktion:

  • Der Philosophieprofessor Aaron James von der University of California schrieb das Buch Assholes. A Theory, in dem er eine Untersuchung über die Charakterzüge typischer Arschlöcher anstellt.[2]
  • In Bezug auf das Betriebsklima in Unternehmen beschreibt der Organisationspsychologe Robert Sutton, Professor an der Stanford Graduate School of Business, ebenfalls Erkennungsmerkmale von „Arschlöchern“ in seinem Buch Der Arschloch-Faktor: Vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten in Unternehmen (Heyne 2008,[3] als The No Asshole Rule: Building a Civilized Workplace and Surviving One That Isn't 2007 erschienen), anhand derer auch entsprechende Bewerber erkannt werden können, um ihre Einstellung zu vermeiden. Sie schaden seiner Meinung nach der Produktivität des Unternehmens. Er betont, dass die extreme Wortwahl erforderlich sei.[4]

Bühne

  • Ein bekanntes Beispiel für die Nutzung in der Musik ist das Lied Schrei nach Liebe von den Ärzten, in dem es einem fiktiven Neonazi quasi ins Gesicht geschrieen wird.
  • Der Comedian Michael Mittermeier benennt ein bekanntes Lied seines Repertoires mit dem Titel Arschloch-Kind.
  • Der Kabarettist und Autor Fritz Eckenga lobt das Ruhrgebiet folgendermaßen: „Die Arschlochdichte ist hier nicht so hoch.“[5]

Zitat

  • „Wir lassen uns die Ostpolitik nicht von den acht Arschlöchern in Karlsruhe kaputtmachen.“[7]
  • „Wir befinden uns in einer politischen Kampagne, in der der Kandidat Uber heißt und der Gegner ein Arschloch namens Taxi.“[8]

Fußnoten und Quellen

  1. Charles Bukowski: Der Mann mit der Ledertasche auf mightymueller.de
  2. Warum echte Arschlöcher meistens männlich sind, Die Welt, 24. April 2013
  3.  Robert I. Sutton: Der Arschloch-Faktor : vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten im Unternehmen. Heyne, München 2008 (übersetzt von Robert Pfeiffer), ISBN 3453600606.
  4. Vgl. The No Asshole Rule in der englischen Wikipedia.
  5. Kabarett: „Das kommt alles aus einem Kopf“
  6. Artikel auf Zeit.de vom 13. Januar 2005 über 25 Jahre „Grüne“ in Deutschland (Zugriff am 10. Januar 2007)
  7. Äußerung eines Repräsentanten einer Regierungspartei zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Grundlagenvertrag, vgl. Ulrich Battis, Christoph Gusy: Einführung in das Staatsrecht. S. 21 und Spiegel. Abgerufen am  19. Oktober 2014.
  8. Travis Kalanick

Weblinks

 Wiktionary: Arschloch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Arschloch – Zitate