Arsenio Martínez-Campos

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Arsenio Martínez-Campos
Martínez-Campos-Denkmal in Madrid (Mariano Benlliure, 1907)

Arsenio Martínez-Campos Antón (* 14. Dezember 1831 in Segovia, Spanien; † 23. September 1900 in Zarauz, Spanien) war ein spanischer General.

Leben[Bearbeiten]

Martínez-Campos wurde auf der Generalstabsschule in Madrid ausgebildet, die er als Leutnant verließ, nahm im Generalstab Leopoldo O’Donnells 1859 am Spanisch-Marokkanischen Krieg teil und wurde in demselben zum Bataillons-Kommandeur befördert.

1864 wurde er im Rang eines Oberst zur Armee nach Kuba gesandt, wo er bis 1870 blieb. Nach Spanien zurückgekehrt, kämpfte er an der Spitze einer Brigade gegen die Karlisten im Norden, wurde nach der Abdankung des Königs Amadeus 1873 wegen seiner feindseligen Haltung gegen die Erste Spanische Republik abgesetzt und verhaftet, aber 1874 wieder befreit und an die Spitze einer Division gestellt, mit der er Bilbao befreien half und als der erste am 1. Mai in die befreite Stadt einzog.

Er befehligte hierauf in den Kämpfen von Estella (Ende Juni 1874) das dritte Korps gegen die Karlisten. Durch seine Tapferkeit und seine Erfolge erwarb er sich bei der Armee eine so große Popularität, dass er Ende 1874 in Sagunt den Prinzen Alfons von Bourbon zum König ausrufen konnte.

Alfons XII. ernannte ihn zum Generalkapitän von Katalonien und zum Oberbefehlshaber der Nordarmee; durch den Sieg von Peña de Plata (im März 1876) über den carlistischen Thronprätendenten Don Carlos (VII.) machte er dem dritten (und letzten) Carlistenkrieg ein Ende und wurde zum Generalkapitän der Armee befördert.

1877 übernahm Martínez-Campos den Oberbefehl in Kuba, um den kubanischen Unabhängigkeitskampf gegen Spanien (1868–1898) zu unterdrücken. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern (und seinen Nachfolgern) erkannte er, dass der Krieg gegen die Guerilla-Armee der Mambises militärisch nicht zu gewinnen war, sondern nur eine politische Offensive Erfolg versprach. Durch eine militärische Offensive und gleichzeitige Zugeständnisse besonders an die kubanische Zuckerbourgoisie (Frieden von Zanjón 1878) gelang es ihm die Unabhängigkeitsbewegung zu spalten. Bei einem Treffen zwischen dem kubanischen General Antonio Maceo und Martínez-Campos erklärte Maceo zwar, dass er den Krieg gegen Spanien fortsetzen würde (Protesta de Baragua), musste aber ein Jahr später den Kampf aufgeben. Da der spanische Ministerpräsident Cánovas de Castillo besonders die finanziellen Zugeständnisse ablehnte, trat Martínez-Campos im März 1879 an die Spitze der spanischen Regierung, um die Genehmigung seiner kubanischen Politik seitens der Cortes zu erreichen.

Da dieselbe verweigert wurde, legte Martínez-Campos das Präsidium des Kabinetts nieder, verband sich hierauf mit den Konstitutionellen, der so genannten dynastischen Opposition unter Sagasta, stürzte seinen Gegner Antonio Cánovas del Castillo 1881 und übernahm dann in der neuen Regierung das Kriegsministerium, das er bis 1883 behielt. 1887 wurde er zum Generalkapitän von Madrid ernannt.

Er überlebte 1893 einen Anschlag in Barcelona. Arsenio Martínez-Campos starb am 23. September 1900 in Zarauz.