Arsinoë II.

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Münzportrait Ptolemaios' II. und Arsinoës II.

Arsinoë II. Philadelphe (altgriechisch Ἀρσινόη B' ἡ Φιλαδέλφη (Φιλάδελφος); * um 316 v. Chr., † 270 v. Chr.) war eine Tochter von Ptolemaios I. und Berenike I., Königin von Thrakien und später Regentin in Ägypten, gemeinsam mit ihrem Bruder und dritten Ehemann Ptolemaios II.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

  • Vater: Ptolemaios I. Soter
  • Mutter: dessen zweite Frau Berenike. Berenike verdrängte die Königin Eurydike, erhielt 290 ihren Titel und war die Lieblingsfrau des Ptolemaios.
  • Geschwister:
    • Vollgeschwister: Ptolemaios II. Philadelphos, Philothera, Theoxene
    • Halbgeschwister: Ptolemaios Keraunos, Meleagros, Lysandra; Lagos, Leontiskos, Eirene
    • Stiefgeschwister: Magas, Eirene
  • Ehemänner:
    • 1. Lysimachos von Thrakien
    • 2. Ptolemaios Keraunos
    • 3. Ptolemaios II. Philadelphos

[Bearbeiten] Ehen mit Lysimachos und Ptolemaios Keraunos

Büste der Arsinoe II., dargestellt als Isis-Selene (Paris, Louvre)

Arsinoë II. war in erster Ehe seit 299 v. Chr. mit König Lysimachos von Thrakien verheiratet, mit dem sie drei Söhne hatte. 283 v. Chr. erreichte sie die Hinrichtung ihres Stiefsohnes Agathokles, musste dann aber nach Lysimachos' Tod in einer Schlacht 281 v. Chr. fliehen. Sie heiratete ihren Halbbruder Ptolemaios Keraunos, der dann auch Lysimachos Nachfolger wurde, blieb Königin von Thrakien und wurde - durch den Verrat des Keraunos an seinem Retter und Gönner Seleukos - Königin von Makedonien. Dies war eine folgenschwere Fehlentscheidung, da Keraunos umgehend zwei ihrer drei Söhne tötete, lediglich der älteste, Ptolemaios, konnte fliehen. Auch Arsinoë floh, jetzt nach Alexandria in Ägypten zu ihrer Familie.

[Bearbeiten] Ehe mit Ptolemaios II.

Hier war sie wohl für die Anklage und Verbannung von Arsinoë I. im Jahr 278 v. Chr. verantwortlich, der ersten Frau ihres Bruders Ptolemaios II. Arsinoë II. heiratete ihren Bruder in Geschwisterehe, zum Entsetzen der exogamischen Griechen gaben sich die Beiden zudem den Beinamen Philadelphoi (altgr. Φιλαδέλφoι = (die) „Bruderliebenden“). Arsinoë II. bekam alle Titel ihres Bruders und war vermutlich auch sehr einflussreich, zumal ihr Städte gewidmet, ein eigener Kult eingerichtet (wie in Ägypten üblich, Bruder und Schwester ließen sich als Geschwistergötter (altgr. Θεοὶ Ἀδελφoί - Theoi Adelphoi) bezeichnen und Münzen mit ihrem Bild geprägt wurden. Nach ihr wurde unter anderem die frühere Hauptstadt des Fayyum in Ägypten benannt.

[Bearbeiten] Politische Bedeutung

Arsinoë II. trug viel zur Politik bei, Ptolemaios’ Sieg im Ersten Syrischen Krieg (274–271 v. Chr.) zwischen Ägypten und den Seleukiden eingeschlossen. Nach ihrem Tod ließ Ptolemaios sie auf offiziellen Dokumenten weiter erwähnen, Münzen mit ihrem Bild prägen und ihre Verehrung fortbestehen.

Zwischen den Jahren 289 und 281 v. Chr. stiftete Arsinoë II. auf Samothrake den nach ihr benannten Tempel Arsinoeion. Mit 17 m Durchmesser war er der größte stützlose Rundbau der griechischen Antike. Ein weiterer ihr gewidmeter Tempel wurde von ihrem Brudergemahl im Hafengebiet von Alexandria errichtet. In ihm wurde eine Statue von ihr aufgestellt, die aus einem großen Edelstein vom roten Meer gestaltet wurde.[1]

[Bearbeiten] Literatur

  • Gabriella Longega: Arsinoë II. Bretschneider, Rom 1968
  • Hermann Bengtson: Herrschergestalten des Hellenismus. Beck, München 1975. ISBN 3-406-00733-3. S. 111-138
  • Bringmann, von Steuben, Ameling, Schmidt-Dounas: Schenkungen hellenistischer Herrscher an griechische Städte und Heiligtümer (Akademie Verlag, 1995)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Plinius Naturalis historia 37.108-109; Plinius hielt diesen Edelstein für einen Topas
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