Arslan Schah I. (Kerman)

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Muhyi l-Islam wa-l-Muslimin Arslan-Schah (I.) ibn Kirman-Schah ibn Qawurd (reg. 1101–1142) war ein selbständiger Seldschuken-Herrscher von Kerman (Kerman-Seldschuken).

Er bestieg den Thron nach der Ermordung seines Cousins Iran-Schah (reg. 1096–1101), der von seinem Atabeg, der Geistlichkeit und den Emiren aufgrund angeblicher Sympathien für die Ismailiten-Sekte gestürzt worden war.

Arslan-Schahs Regierungszeit war lang und friedlich. Transithändler (z. B. aus Indien) etablierten Niederlassungen in Bardasir und Dschiroft und angesichts finanzieller Unterstützung durch den Herrscher kamen viele Religionsgelehrte nach Kerman.

Arslan-Schah heiratete eine von Sultan Muhammad Tapars (reg. 1105–18) Töchtern und bemühte sich später (unter Vermittlung von Sultan Masud, reg. 1134–52) um die Hand der Witwe von Kalif al-Mustarschid (reg. 1118–35).

Er und seine Frau Zaitun-Chatun galten als große Bauherren. Unter anderem ließ der Herrscher eine Bibliothek mit 5.000 Büchern verschiedener Wissensgebiete errichten.

Außenpolitisch stellte Arslan-Schah sich 1114/15 gegen die Aktionen von Sultan Muhammads türkischem Befehlshaber in Fars, Tschawli († 1116/7), der gegen die kurdischen Schabankara vorging und dabei die Interessensphäre Arslan-Schahs verletzte. Gegen Ende seiner Regierung mischte er sich auch in einen Nachfolgestreit der Kakuyiden von Yazd ein. Ferner sandte er Statthalter nach Oman.

Seine Regierung endete in einem Blutbad: 1142 wurde er in einem Nachfolgestreit zwischen seinen Söhnen Kirman-Schah und Muhammad (reg. 1142–56) von letzterem gefangengenommen und getötet. Zudem wurden ca. zwanzig seiner Söhne und Enkel getötet oder geblendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Nagendra Kr. Singh: International encyclopaedia of Islamic dynasties. New Delhi, 2005
  • C. E. Bosworth, E. van Donzel u.a.: The Encyclopaedia of Islam. Volume V, Leiden 1980