Arteriovenöse Fistel

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Klassifikation nach ICD-10
Q27.3 Arteriovenöse Fehlbildung der peripheren Gefäße
Q28.01 Angeborene arteriovenöse Fistel der präzerebralen Gefäße
Q28.21 Angeborene arteriovenöse Fistel der zerebralen Gefäße
I25.4 Koronare arteriovenöse Fistel, erworben
I67.11 Zerebrale arteriovenöse Fistel, erworben
I77.0 Arteriovenöse Fistel, erworben
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine arteriovenöse Fistel ist eine abnormale Verbindung zwischen einer Arterie und einer Vene. Normalerweise fließt das Blut von Arterien durch Arteriolen, Kapillargefäße, Venolen und erst dann über Venen zum Herz zurück. Wenn eine arteriovenöse Fistel besteht, fließt Blut direkt von einer Arterie in eine Vene.

Diese Fisteln können angeboren sein oder entwickeln sich erst nach der Geburt. Angeborene arteriovenöse Fisteln sind selten, während spätere Fisteln oftmals aus einer Verletzung heraus entstehen wenn nahe beieinander liegende Arterien und Venen beschädigt werden.

Behandlung[Bearbeiten]

Kleine arteriovenöse Fisteln können oftmals herausgeschnitten oder mit dem Laser behandelt werden. Vorher wird in vielen Fällen die Fistel unter Benutzung von Kontrastmitteln angiographisch unter dem Röntgenschirm untersucht. Bei komplizierten oder schwer zugänglichen Fisteln werden Stöpsel oder Spiralen eingesetzt, um den Blutdurchfluss aufzuhalten.

Fisteln zur Behandlung von Krankheiten[Bearbeiten]

Schema fistule arterio-veineuse - AV fistula.jpg

Im Rahmen der Dialysebehandlung können sich Venen, die wiederholt beansprucht werden, entzünden und blockiert werden. Um die Narbenbildung zu verhindern, stellen Ärzte oftmals künstlich eine arteriovenöse Fistel her. Dieser Shunt befindet sich meist im Unterarm Zwischen der A. radialis und der V. cephalica (Cimino-Fistel). So fließt das Blut schneller, und die Wahrscheinlichkeit eines Gerinnsels wird verringert. Außerdem wird durch den Kurzschluss von Arterie und Vene der Gefäßdruck erhöht (durch den fehlenden Gewebewiderstand/Umgehung der Widerstandsgefäße), sodass man einen höheren Blutfluss (in seltenen Fällen sogar bis zu 700 ml pro Minute) bei der Dialyse erreicht und somit die nötige Effektivität (mindestens 70 l Umsatz pro Behandlung) erzielt.

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