Arteriviridae

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Arteriviridae
Systematik
Reich: Viren
Ordnung: Nidovirales
Familie: Arteriviridae
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA
Symmetrie: helikal
Hülle: ikosaedrisch
Wissenschaftlicher Name
Arteriviridae (engl.)
Links

Die Arteriviridae sind eine Familie behüllter Viren innerhalb der Ordnung Nidovirales. Der Name Arteriviridae ist von der Krankheit „Equine Arteritis“ abgeleitet, welche durch ein Virus aus dieser Familie ausgelöst wird.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Familie der Arteriviridae umfasst nur die Gattung Arterivirus. Diese Gattung enthält vier Arten, welche in der Veterinärmedizin von Bedeutung sind.

Virusstruktur[Bearbeiten]

Die Virionen haben einen Durchmesser von ca. 45 bis 60 nm. Das ikosaedrische oder sphärische Nukleokapsid ist von einer Membranhülle umgeben[1], welche unter anderem folgende Virusproteine enthält:

  • E (envelope, engl.: Umschlag)
  • GP2
  • GP3
  • GP4
  • GP5
  • M (Matrixprotein)

GP steht hier für Glykoprotein.

Genom[Bearbeiten]

Arteriviren haben ein Genom von 12,7 bis 15,7 kb Länge, das als Einzelstrang-RNA mit positiver Polarität vorliegt. Positive Polarität bedeutet, dass die Virus-RNA in der Wirtszelle direkt als mRNA wirken kann. Die Virus-RNA wird von einem helikalen Kapsid umhüllt.

Replikation[Bearbeiten]

Die Replikation findet im Cytoplasma in enger Assoziation mit dem endoplasmatischen Retikulum (ER) der Wirtszelle statt. Der Zusammenbau der Virionen und das Budding erfolgt an intrazellulären Membranen, sehr wahrscheinlich am ER. Die fertigen Virionen werden durch Exocytose freigesetzt.

Wirte[Bearbeiten]

Die Arteriviren infizieren, je nach Virus-Spezies: Pferde, Schweine, Mäuse und Affen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Eine Gemeinsamkeit der Virus-Spezies innerhalb der Arteriviridae sind ihre Zielzellen, also die Zellen in denen sich das Virus vermehrt. Arteriviren infizieren vor allem die Makrophagen in der Lunge. Zu dem können die Viren im Körper der betreffenden Tierart persistieren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Selbitz, Uwe Truyen, Peter Valentin-Weigand (Hrsg.): Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre. 9. vollständig überarbeitete Auflage, Enke Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8304-1080-5
  • Fritz H. Kayser u. a.: Medizinische Mikrobiologie, Verstehen – Lernen – Nachschlagen. 10. komplett überarbeitete Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart/NewYork 2001, ISBN 978-3-13-444810-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Modrow, S.; Falke, D.; Truyen, U. (2003): Molekulare Virologie. 2. Aufl. Springer Akademischer Verlag; Heidelberg, Berlin.