Arthur Beier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Mannschaft des FC Phönix 1907. Oben in der Mitte Arthur Beier.

Arthur Beier oder auch Artur Beier († Februar 1917) war ein deutscher Fußballspieler des Karlsruher FC Phönix. Er führte die Mannschaft als Kapitän zum deutschen Meistertitel 1909.

Leben[Bearbeiten]

Beier war eine der frühen Spielerpersönlichkeiten des Karlsruher Fußballs, auch wenn er, von einem Einsatz bei einem der so genannten „Ur-Länderspiele“ (1899 in Karlsruhe gegen England) abgesehen, nie Nationalspieler war. Aus beruflichen Gründen zog Beier 1898 zunächst nach Stuttgart, nach der Jahrhundertwende verbrachte der spätere Pädagogik-Professor einige Zeit in Calais und Kiel. In Kiel trug er großen Anteil an der dortigen Fußballentwicklung (siehe Holstein Kiel). Nach seiner Rückkehr 1904 prägte er die Mannschaft des FC Phönix, den er schon 1897 auf der Gründungsversammlung des Verband Süddeutscher Fußballvereine vertreten hatte, als Mittelläufer und Kapitän entscheidend mit und gewann mit ihm 1909 den deutschen Meistertitel. Beim 4:2-Endspielsieg in Breslau gegen den BFC Viktoria 1889 glich er die 1:0-Führung der Berliner nach einer halben Stunde aus. Beier war nicht nur in sportlicher Hinsicht maßgeblich am Aufstieg des FC Phönix beteiligt. Er finanzierte im Jahr 1906 gemeinsam mit Ferdinand Lang ein 18.000 m² großes Gelände in Neureut, so dass der Verein, der sich bis dahin den sogenannten Engländerplatz mit anderen Mannschaften hatte teilen müssen, erstmals über ein eigenes Vereinsgelände verfügte.[1]

Über den rothaarigen, bärtigen „Leitwolf“ der Mannschaft, der im Kopfballspiel seine größte Stärke hatte, schrieb sein Mitspieler, der spätere langjährige Phönix-Vorsitzende Karl Wegele in der Festschrift „60 Jahre Karlsruher SC“: „Im Spiel ein großartiger Feldherr und vorzüglicher Soldat in einem, als Mensch von vorbildlichem Charakter, war er zur Führung berufen.“[2]

Arthur Beier bestritt im Juli 1912 gegen den Lokalrivalen Karlsruher FV sein letztes Spiel.

Er starb im Februar 1917 bei der Stadt Verdun als Soldat im Ersten Weltkrieg.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Otto Bräunche, Sport in Karlsruhe – von den Anfängen bis heute. Info-Verlag, Karlsruhe 2006, ISBN 3-88190-440-9, S. 192
  2. Karlsruher SC (Hrsg.): Festschrift zum 60jährigen Jubiläum des Karlsruher Sportclub 1894 – 1954, Karlsruhe 1954