Arthur Bonus

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Arthur Bonus (* 21. Januar 1864 in Westpreußen; † 6. April 1941 in Bischofstein bei Lengenfeld unterm Stein) war ein evangelischer Pfarrer, Autor und Vertreter eines germanisierten Christentums.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Besuch eines Berliner Gymnasiums studierte Bonus evangelische Theologie an der Universität Berlin. 1893 wurde er für die Evangelische Landeskirche der älteren Provinzen Preußens Pfarrer in einer Fabrikarbeitergemeinde in der Nähe von Luckenwalde, 1895 übernahm er die Pfarre in Groß Muckrow in der Niederlausitz. Am 10. Oktober desselben Jahres heiratete er die Malerin Beate Jeep. Das Ehepaar Bonus verband eine enge Freundschaft mit Karl Kollwitz und Käthe Kollwitz.[1] 1904 ließ Bonus sich in den Ruhestand versetzen, weil er im Jahr zuvor bei einem Brand seines Hauses schwer verletzt worden war. Seitdem lebte er als freier Schriftsteller in Dresden (1904–1906), danach in der Nähe von Florenz (1906–1914) und bei München (1914–1921).

Bonus war der wichtigste theologische Autor des Diederichs-Verlages.[2] Um der bürgerlichen Entkirchlichung zu begegnen, forderte er die „Germanisierung des Christentums“ und die Rückbesinnung auf das „urtümlich germanische Element unserer Religion“. Seine religiöse Konzeption orientierte sich an Paul de Lagarde und Friedrich Nietzsche.

Von 1917 bis 1921 war Bonus Redakteur der Zeitschrift Der Kunstwart. 1921 war er an der Gründung des Bundes für deutsche Kirche beteiligt. Von 1921 bis 1923 war er Lehrer an der Odenwaldschule. 1923 kam er als Lehrer nach Bischofstein im Eichsfeld. Am 6. April 1941 starb er ebenda und wurde auf dem Bergfriedhof beerdigt.

Monographien[Bearbeiten]

  • Zwischen den Zeilen. Erzählungen. Heilbronn 1895
  • Von Stöcker zu Naumann. Ein Wort zur Germanisierung des Christentums. Heilbronn 1896
  • Deutscher Glaube. Träumereien aus der Einsamkeit. Heilbronn 1897, 2. Aufl.: 1901
  • Der Gottsucher. Hymnen u. Gedichte. Heilbronn 1898
  • Religion als Schöpfung. Erwägungen über die religiöse Krisis. Jena 1902
  • Vom Kulturwert der deutschen Schule. Jena 1904
  • Der lange Tag. Meditationen. Heilbronn 1905
  • Isländerbuch. Sammlung altgermanischer Bauern- u. Königsgeschichten. München 1907, 2. Aufl. 1921, 6. Aufl.: 1935
  • Die Kirche (Die Gesellschaft Bd. 26). Frankfurt a. M. 1909
  • Wider die Irrlehre des Oberkirchenrats. Jena 1911
  • Vom neuen Mythos. Eine Prognose. Jena 1911
  • Religiöse Spannungen. Prolegomena zu einem neuen Mythos. Jena 1912
  • Religion als Wille. Grundlegendes zur neuen Frömmigkeit. Jena 1915
  • Für welchen Weltgedanken kämpfen wir? (Flugschrift des Dürerbundes Bd. 144). München 1915
  • Geschichte des Skalden Egil Skallagrimssohn (Der Schatzgräber Bd. 29). München 1922
  • Die Geschichte von den Verbündeten. Ein altisländischer Schwank (Kunstwart Bücherei Bd 16). München 1924
  • Nordgermanische Balladen der Frühzeit. Hamburg 1937

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert von Hintzenstern: Arthur Bonus (1864-1941). Wille und Werk, in: Volk im Werden 10 (1942), S. 1-12.
  • Rainer Lächele: Germanisierung des Christentums – Heroisierung Christi. Arthur Bonus – Max BrewerJulius Bode. In: Stefanie von Schnurbein, Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Völkische Religion und Krisen der Moderne, Würzburg 2001, S. 165-183.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Persönlichkeiten von Schloss Bischofstein
  2. Gunnar Anger: Bonus, Arthur, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, nur online (kostenpflichtig)

Weblinks[Bearbeiten]