Arthur Machen

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Arthur Machen (* 3. März 1863 in Caerleon, Wales; † 30. März 1947) war ein walisischer Autor phantastischer Geschichten.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Geboren wurde er als Arthur Llewellyn Jones, später nannte er sich Arthur Jones Machen. Er wuchs als Sohn eines Pfarrers im walisischen Caerleon-on-Usk (Monmouth, Newport) auf. Er besuchte eine Public School, deren Erziehungsmethoden er verabscheute und u.a. im Roman The Secret Glory (1922) literarisch verarbeitete.

Machen studierte in London Medizin, brach nach wenigen Semestern ab und durchlebte eine entbehrungsreiche Zeit, in der er sich u.a. als Übersetzer von Rabelais und Margarete von Navarra versuchte. Die schwierigen Jahre in London und seine Jugend in Wales verarbeitete er später in dem Roman The Garden of Avallaunius (1904). 1894 kam der literarische Durchbruch mit The Great God Pan, einer unheimlichen Erzählung, die das Nebeneinander der realen Welt und einer phantastischen Parallelwelt, gespeist aus keltisch/römischen Mythen, zum Thema hat.

Machen schloss sich dem Hermetic Order of the Golden Dawn (Aleister Crowley, William Butler Yeats) an und reiste einige Jahre mit einer Truppe von Wanderschauspielern durch die Lande. Neben seiner literarischen Tätigkeit verfasste A.M. beißende Literatur- und Theaterkritiken für diverse Zeitungen. Ein verfrühter hämischer Nachruf auf Lord Alfred Douglas, den Geliebten von Oscar Wilde, ruinierte ihn wirtschaftlich.

Neben Romanen schrieb Machen vor allem Kurzgeschichten, die meist das Übersinnliche zum Thema haben. Einige dieser Geschichten drehen sich um den Schriftsteller Dyson, der in unheimliche und kriminalistischen Scharfsinn erfordernde Abenteuer verwickelt wird. Seine Erzählung The Terror: A Fantasy (1917) lieferte möglicherweise die Idee zu Daphne du Mauriers Erzählung The Birds (1952), die 1963 von Alfred Hitchcock verfilmt wurde. Rezeptionsgeschichtlich bedeutsam ist seine Erzählung The Bowmen (1915) über das Eingreifen mittelalterlicher Bogenschützen auf Seiten der Briten in der Schlacht bei Mons (23. August 1914). Die Legende der Engel von Mons wurde bald danach von vielen Zeitgenossen als „reales“ übersinnliches Geschehen verstanden.

Charakteristisch für Machen - besonders in den Romanen - ist eine elegische Sprache mit umfangreichen und schwärmerischen Naturschilderungen. Thema ist häufig die keltisch/römische Vergangenheit von Wales und das Fortleben uralter Mythen. Seine Helden sind oft unverstandene, einsame Menschen. Wie Borges in seinem Vorwort zur "Leuchtenden Pyramide" andeutete, fühlte sich Machen selbst als Außenseiter, der explizit auf sein "Keltentum" gepocht habe, um sich so, gleichsam analog zu seinen Ahnen, zum Scheitern verurteilt fühlen zu können.

Der amerikanische Schriftsteller H.P. Lovecraft war ein Bewunderer Machens und wurde von diesem literarisch beeinflusst.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

als Autor[Bearbeiten]

Autobiographie
  • The autobiography of Arthur Machen. Garnstone Press, London 1974, ISBN 0-85511-431-2 (mit einer Einführung von Morchard Bishop).
Briefe
  • Donald M. Strong Hassler, Sue Strong Hassler (Hrsg.): Arthur Machen & Montgomery Evans. Letters of a Literary Friendship 1923–1947. University Press, London 1994, ISBN 0-87338-489-X.
Einzelwerke
Werkausgabe in Englisch
  • The Caerleon edition of the works of Arthur Machen. Caermaen Books, Oxford 1923 ff
  1. The great god Pan. The inmost light. The red hand.
  2. The three impostors.
  3. The hill of dreams.
  4. The secret glory.
  5. The hieroglyphics.
  6. A fragment of life. The white people.
  7. The terror. The bowmen. The great return.
  8. Far off things.
  9. Things near and far.
Werkausgabe in Deutsch
  • Werke. In sechs Bänden. Piper, München 1993/94 (übersetzt von Joachim Kalka)
  1. Furcht und Schrecken. Roman. 1993, ISBN 3-492-11401-6.
  2. Botschafter des Bösen. Roman. 1993, ISBN 3-492-11402-4.
  3. Die weissen Gestalten. Erzählungen. 1993, ISBN 3-492-11403-2.
  4. Der große Pan. Erzählungen. 1994, ISBN 3-492-11404-0.
  5. Der Berg der Träume. Ein Künstlerroman. 1994, ISBN 3-492-11405-9.
  6. Der verborgene Sieg. Roman. 1994, ISBN 3-492-11406-7.

als Übersetzer[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sara Bjärstorp: The margins of writing. A study of Arthur Machen and thew literary field of the 189s. Dissertation, Lund University 2005.
  • John Gawsworth: The life of Arthur Machen. Tartarus Press Lewes 2005, ISBN 1-872621-81-3.
  • Adrian Goldstone: Bibliography of Arthur Machen. Haskell Haouse, New York 1973, ISBN 0-8383-1614-X (Nachdr. d. Ausg. London 1923).
  • Lena Klassen: Arthur Machens phantastischer Raum. Raum und Stimmung als Grundlagen phantastischen Erzählens (Reihe Fantasia; Bd. 36). Erster Dt. Fantasy-Club, Passau 2000, ISBN 3-932621-35-2.
  • Russell F. Letson: The approaches to mystery. The fantasies of Arthur Machen and Algernon Blackwood. Dissertation, Southern Illinois University 1974.
  • Louis Pauwels, Jaques Bergier: Les matins des magiciens. Gallimard, Paris 1975.
    • Aufbruch ins dritte Jahrtausend. Von der Zukunft der phantastischen Vernunft. Goldmann Verlag, München 1986, ISBN 3-442-14015-3, S. 281 ff (Nachdr. d. Ausg. München 1962).
  • Aidan Reynolds, Charlton William: Arthur Machen. A short account of his life and work. Caermaen Books, Oxford 1988, ISBN 0-9484-8206-0 (Nachdr. d. Ausg. London 1963).
  • Julie Speedie: Arthur Machen and the „The Sphinx“. Tartarus Press, Lewes 1992, ISBN 1-872621-08-2.
  • Wesley D. Sweetser: Arthur Machen (Twayne's English Authors Series; Bd. 8). Twayne Publ., New York 1964.
  • Mark Valentine (Hrsg.): Arthur Machen. Apostle of Wonder. Caermaen Books, Oxford 1985, ISBN 0-948482-00-1.
  • Martin T. Willis: Scientific portraits in magical frames. The construction of prenatural narrative in the work of E. T. A. Hoffmann and Arthur Machen. In: Extrapolation. A journal of science fiction and fantasy, Bd. 35 (1994), Heft 3. S. 186−200, ISSN 0741-2231

Weblinks[Bearbeiten]