Artur Fischer

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Artur Fischer (* 31. Dezember 1919 in Tumlingen), ältester Sohn eines Schneiders, ist gelernter Bauschlosser, Unternehmer und Erfinder.

Leben[Bearbeiten]

Artur Fischer hatte bis Ende 2013 insgesamt 1136 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet und gilt als einer der erfolgreichsten Erfinder weltweit. In Deutschland wurden bisher 570 Patente erteilt. Er steht damit in einer Reihe mit Thomas Alva Edison. Allerdings ist die Zahl deutscher Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen mit Edisons US-Patenten aufgrund der unterschiedlichen Patentgesetze grundsätzlich nicht vergleichbar.

Zu den bekanntesten Erfindungen Fischers zählt der 1958 auf den Markt gebrachte S-Dübel aus Polyamid, das „fischertechnik“-Baukastensystem und ein Blitzlichtgerät für Fotoapparate mit synchroner Auslösung (1949). Eine weitere Erfindung war beispielsweise ein Dübel zum Fixieren von Knochenbrüchen. Eine seiner neuesten Ideen – ein kompostierbares und essbares Kinderspielzeug aus Kartoffelstärke – wurde als fischer TiP umgesetzt. Fischers Vorbild war schon früh der deutsche Ingenieur und Schriftsteller Max Eyth, dessen Ansichten über das Erfinden ihn stark beeindruckt und geprägt haben.

Das 1948 von ihm gegründete Unternehmen übergab er 1980 an seinen Sohn Klaus Fischer. 2012 erzielte die Unternehmensgruppe einen weltweiten Umsatz von ca. 618 Millionen Euro, den Hauptteil davon immer noch mit Befestigungstechnik (Dübel etc.). Allein im Werk Waldachtal-Tumlingen werden täglich mehr als zehn Millionen Dübel produziert.

Im Jahre 1990 wurde Artur Fischer mit dem Werner-von-Siemens-Ring ausgezeichnet. Im Jahr 2001 rief er die Stiftung „Artur Fischer Erfinderpreis“ zusammen mit der Baden-Württemberg Stiftung ins Leben. Sie ist mit 711.000 Euro Kapital ausgestattet und widmet sich nach eigenen Angaben der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung. Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung den "Artur Fischer Erfinderpreis Baden-Württemberg". Am 17. Juli 2013 fand nunmehr die siebte Preisverleihung statt, die mit einer Preissumme von insgesamt 37.000 Euro vergeben wurde.

Seit 1999 läuft ein Streit mit der Tochter Margot Fischer-Weber, die ihrem Vater vorwirft, sie unter Ausnutzung ihrer Gutgläubigkeit und Hörbehinderung zu einem Erb- und Pflichtteilsverzicht veranlasst zu haben. Artur Fischer verklagte seine Tochter und erwirkte vor Gericht die Unterlassung diverser Aussagen.[1]

Am 17. Juni 2014 wurde Artur Fischer mit dem Europäischen Erfinderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.[2][3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • Wer sucht, erfindet. Dokumentarfilm über das Familienunternehmen fischerwerke, Deutschland, 2001/2002, 90 Min., Buch und Regie: Sabine Willmann, Reihe „Junger Dokumentarfilm“,

in Koproduktion mit dem SWR, Produktion: floff pictures GmbH

  • Ein Leben als "Aufgabenlöser". Erfinder Artur Fischer wird 90. Dokumentation, Deutschland, 2009, 25 Min., Regie: David Globig, Produktion: Bayern 2, Erstsendung: 22. Dezember 2009, Inhaltsangabe von Bayern 2
  • Artur Fischer - Der Dübelkönig aus dem Schwarzwald. (Alternativtitel: Der Dübelkönig - Artur Fischer.) Dokumentarfilm, Deutschland, 2010, 45 Min., Buch und Regie: Hanspeter Michel, Produktion: SWR, Erstsendung: 8. April 2010, Inhaltsangabe von 3sat

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Carsten Dierig: „Der Dübel-König siegt über seine Tochter.“ In: Die Welt, 5. Juli 2007
  2. Mitteilung auf der Webseite des EPA
  3. Richard Friede: Artur Fischer. Ein Dübel für die Welt. Preis für das Lebenswerk, in: Handelsblatt, Nr. 118 vom 24. Juni 2014, S. 20.