Artur Górski

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Artur Górski (* 30. Januar 1970 in Warschau) ist ein polnischer Publizist, Politiker und seit 2005 Abgeordneter des Sejm in der V. und VI. Wahlperiode.

Lebenslauf[Bearbeiten]

1994 beendete er das Studium der Politologie und Gesellschaftswissenschaften an der Fakultät für Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften der Theologischen Katholischen Akademie in Warschau. 1998 promovierte er. Während des Promotionsstudiums trat er der Studentenverbindung "Respublica" bei.

Von 1995 bis 1997 war er Journalist der politischen Redaktion sowie der politischen Abteilung der Landesredaktion der Polska Agencja Prasowa (Polnische Presseagentur). Im Jahr 1998 arbeitete er als Chefredakteur der national-katholischen Zeitung Nasz Dziennik.

Seit 1999 arbeitete er in der Regierungsverwaltung. 1999 war er Chef des politischen Kabinetts der Ministers Ryszard Czarnecki. Von 1999 bis 2001 war er Berater des Ministerpräsidenten, danach Direktor des politischen Kabinetts des Ministerpräsidenten.

Von 1999 bis 2000 beriet er das Management der PAP. 2002 wurde er zum Stadtrat des Warschauer Stadtteils Mokotów. Im Jahr 2003 wurde er im Woiwodschafts-Arbeitsamt in Warschau angestellt, zuerst als Leiter der Abteilung für Organisation und Aufsicht, danach leitete er die Abteilung „Innere Kontrolle“.

Er war Dozent an der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau und wissenschaftlicher Assistent der "Bogdan Jański" Hochschule. Er ist Autor von Publikationen aus dem Bereich Geschichte, Ideengeschichte und Politikwissenschaften. In den Jahren von 1998 bis 2006 war er Chefredakteur der Dreimonatsschrift Pro Fide, Rege et Lege.

Von 1988 bis 2004 war er Vorsitzender des Klub Zachowawczo-Monarchistyczny (Konservativ-Monarchistischer Klub). Seit 2002 ist er Mitglied der Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit – PiS).

Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er über die Liste der PiS für den Wahlkreis Warschau in den Sejm gewählt. In der V. Wahlperiode war er Vorsitzender der Parlamentariergruppe für die „Wiedererlangung des Respekts für die Staatsmacht“, in der sich Vertreter der PiS und der katholisch-nationalistischen Liga Polskich Rodzin (Liga Polnischer Familien - LPR) zusammenfanden. Vom 10. Juli 2007 bis zum 4. Oktober 2007 und erneut ab dem 30. November 2007 war er Mitglied des Rates für den Öffentlichen Dienst des Ministerpräsidenten. Er war einer der Initiatoren des Projektes für einen Sejmbeschluss zur Ernennung Jesu Christi als König von Polen. Der Beschluss wurde abgelehnt.

Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er mit 3.070 Stimmen für die PiS erneut in den Sejm gewählt. Er ist Mitglied der Sejm-Kommissionen für Verwaltung und Innere Angelegenheiten sowie Erziehung, Wissenschaft und Jugend.

Während einer Sejmdebatte am 5. November 2008 nannte er den neugewählten Präsidenten der USA Barack Obama unter anderem als „Schwarzen Messias der neuen Linken“. Er zitierte die Worte seines Fraktionskollegen Stanisław Pięta, wonach Barack Obama eine „drohende Katastrophe“ und das „Ende der Zivilisation des weißen Mannes“ sei. [1].

In einem Interview vom 12. April 2010 unterstellte Górski der russischen Staatsführung entgegen allen Indizien die Schuld an der Flugzeugkatastrophe nahe Smolensk, bei der unter anderem Präsident Lech Kaczyński getötet wurde. Er behauptete unter anderem, das Flugzeug sei deswegen verunglückt, weil die russischen Behörden es unter dem Vorwand schlechter Witterung mehrmals daran zu hindern versucht hätten, in Smolensk zu landen, da sie es nicht wollten, dass Kaczyński an der Gedenkzeremonie in Katyn teilnehme und dabei womöglich die russische Regierung kritisiere.[2]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Artikel in der Gazeta Wyborcza vom 10. November 2008 (auf Polnisch)
  2. GZT.ru: Sejm-Mitglied beschuldigte den Kreml des Todes Kaczyńskis; 12. April 2010 (russisch)

Weblinks[Bearbeiten]