Artur Jacobs

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Artur Jacobs (* 30. März 1880 in Elberfeld [heute zu Wuppertal]; † 23. Januar 1968 in Essen) war promovierter Mathematiker, Pädagoge und Philosoph.

Leben[Bearbeiten]

Artur Jacobs studierte in Marburg, Göttingen, München und war vom ethischen Sozialismus geprägt. 1914 heiratete er Debora-Dore Marcus, Tochter des Philosophen Ernst Marcus. Er war Lehrer in Essen, unterstützte nach 1918 die radikalen Teile der Jugendbewegung und musste daher den Schuldienst verlassen. Er wirkte als Kulturpolitiker beispielsweise bei der Gründung der Volkshochschule Essen 1919 mit und gründete 1924 einen Bund - Gemeinschaft für sozialistisches Leben genannten Experimentierkreis für neue Formen des Zusammenlebens „in Verantwortung für sich selbst und für die Welt“ und für „wissenschaftlichen Gesamtunterricht“. Artur Jacobs und sein Kreis im Rhein-Ruhr-Gebiet halfen unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Verfolgten[1][2]; eine Reihe von Bund-Mitgliedern wurde 2005 von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern ausgezeichnet.[3][4]

Schriften[Bearbeiten]

  • Die allgemeinen Naturgesetze des Kantischen Systems und die Skepsis. Ein Beitrag zur Kritik des Skeptizismus. In: Altpreussische Monatsschrift. Band 49, 1912.
  • Die Beweisversuche für die Analogien der Erfahrung von Ernst Marcus und die Kritik der reinen Vernunft. In: Altpreussische Monatsschrift. Bände 53 und 54, 1916/1917.
  • Ueber Wesen und Ziele einer Volkshochschule. Ein Entwurf zu einer neuen Volkserziehung. Der proletarischen Jugend gewidmet. Essen 1919.
  • Zur transzendentalen Deduktion der Analogien. In: Altpreussische Monatsschrift. Band 57, 1920.
  • Die Zukunft des Glaubens. Entscheidungsfragen unserer Zeit. Hg. und eingeleitet von Dore Jacobs. Frankfurt am Main 1971, ISBN 3-434-00168-9
  • Gelebte Utopie. Aus dem Leben einer Gemeinschaft. Dokumentation von Dore Jacobs (1975). – (Neu herausgebracht: Gelebte Utopie. Aus dem Leben einer Gemeinschaft. Nach einer Dokumentation von Dore Jacobs. Hg. v. Else Bramesfeld u. a.; Essen 1990. ISBN 3-88474-143-8)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Mark Roseman, Ein Mensch in Bewegung. Dore Jacobs, 1894–1978, in: „Essener Beiträge. Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen“, Nr. 114 (Essen 2002), S.73–109
  2. Vgl. Mark Roseman, Gerettete Geschichte: Der Bund, Gemeinschaft für sozialistisches Leben im Dritten Reich. In: „Mittelweg 36“, Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Jg. 16, Heft 1 (2007), S. 100-121
  3. Mark Roseman: In einem unbewachten Augenblick – Eine Frau überlebt im Untergrund. Berlin 2002.
  4. Daniel Fraenkel, Jakob Borut (Hrsg.): Lexikon der Gerechten unter den Völkern: Deutsche und Österreicher. Wallstein Verlag, Göttingen 2005; ISBN 3-89244-900-7; S. 248 f.