Arvid Damm

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Prototyp einer Schlüsselmaschine von Arvid Damm

Arvid Gerhard Damm (* 27. Mai 1869 in Angered, Älvsborg; † 1927) war ein schwedischer Kryptologe, Ingenieur und Erfinder. Er ist einer der frühen Erfinder des Rotorprinzips zur Verschlüsselung.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Seine Erfindung einer Rotor-Schlüsselmaschine meldete Damm als Patent mit der Nummer 52.279 am 10. Oktober 1919 beim Schwedischen Patentamt an. Er ist damit einer von mehreren Erfindern, die in der Zeit zwischen 1915 und 1919 unabhängig voneinander in fünf verschiedenen Ländern die Verwendung von Rotoren zur Kryptographie vorschlugen.

Im Jahr 1915 hatten in Batavia (damals Hauptstadt von Niederländisch-Indien) die beiden niederländischen Marineoffiziere Theo A. van Hengel und R.P.C. Spengler[1] eine Rotor-Schlüsselmaschine erfunden. Ihnen wurde jedoch nicht gestattet, ihre Erfindung zum Patent anzumelden.[2] Im Jahr 1917 folgte Edward Hugh Hebern in den Vereinigten Staaten, der seine Idee jedoch erst 1921 zum Patent anmeldete. Arthur Scherbius in Deutschland hatte im Jahr 1918 eine Rotormaschine, die er ENIGMA nannte, zum Patent angemeldet. Drei Tage vor Damm meldete Hugo Koch in den Niederlanden seine Erfindung einer Rotormaschine zum Patent an.

Damm starb im Jahre 1927.

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Bereits im Jahr 1915 wurde die Firma Aktiebolaget (AB) Cryptograph (deutsch etwa: Kryptographen-Aktiengesellschaft) gegründet, um Damms Erfindungen weiter zu entwickeln, zu fertigen und zu vertreiben. Nachdem Boris Hagelin im Jahr 1922 in die Firma AB Cryptograph eingetreten war, und 1925 die Leitung übernommen hatte, übernahm Hagelin die Firma nach dem Tod Damms, reorganisierte sie und änderte ihren Namen in AB Cryptoteknik. Aus Damms Erfindungen entstanden im Laufe der Zeit einige erfolgreiche Verschlüsselungsmaschinen. Eine der verbreitetsten war die M-209, die von den Amerikanern im Zweiten Weltkrieg verwendet wurde. Hagelin flüchtete zu dieser Zeit von Schweden in die Schweiz, wo die Firma unter dem Namen Crypto AG in Zug wieder aufgebaut wurde, unter dem sie noch heute dort existiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse, Methoden und Maximen der Kryptographie. Springer, Berlin 2000 (3. Aufl.). ISBN 3-540-67931-6
  • Kris Gaj, Arkadiusz Orłowski: Facts and myths of Enigma: breaking stereotypes. Eurocrypt, 2003, pp.106-122. PDF; 0,1 MB
  • Boris Hagelin: The Story of the Hagelin Cryptos. Cryptologia, 18(3), Juli 1994. pp 204–242.
  • David Kahn, The Codebreakers. 1967 (2. Aufl. 1996). Kapitel 13.
  • Rudolf Kippenhahn: Verschlüsselte Botschaften, Geheimschrift, Enigma und Chipkarte. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999. ISBN 3-499-60807-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl de Leeuw und Jan Bergstra (Hrsg.): The History of Information Security – A Comprehensive Handbook. Elsevier B.V., Amsterdam, Niederlande, 2007, S. 389. ISBN 978-0-444-51608-4
  2. Karl de Leeuw: The Dutch Invention of the Rotor Machine, 1915–1923. Cryptologia. Rose-Hulman Institute of Technology. Taylor & Francis, Philadelphia PA 27.2003,1 (January), S. 73–94. ISSN 0161-1194.