as-Salih Ismail (Ayyubiden)

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Al-Malik as-Salih Imad ad-Din Isma’il (* um 1200; † 1250) war Sultan von Damaskus. Er war ein Sohn des der Ayyubiden-Sultans al-Adil I. und Bruder von al-Kamil.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem sein Bruder al-Aschraf 1237 gestorben war, übernahm as-Salih Ismail von ihm die Herrschaft über Damaskus. Dies brachte ihn in Konflikt mit seinem älteren Bruder, al-Kamil, dem Sultan von Ägypten, der die Oberherrschaft über alle Besitzungen der Ayyubiden beanspruchte. So wurde as-Salih Ismail nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt in Damaskus dort von al-Kamil belagert und schließlich abgesetzt. Er söhnte sich bis 1238 mit al-Kamil aus und wurde Gouverneur von Bosra und Baalbek.

Als al-Kamil 1238 starb, wurde Damaskus von dessen Sohn, Ismails Neffe, al-Adil II. in Besitz genommen, nachdem sein Bruder, Ismails Neffe, as-Salih Ayyub, der bislang im nördlichen Mesopotamien geherrscht hatte, ankündigte dem Vater als Sultan von Ägypten folgen zu wollen. Al-Adil II. ließ nun seinen Vetter al-Dschauad als Statthalter in Damaskus zurück und eilte selbst nach Kairo, wo er Sultan von Ägypten wurde. Unterdessen marschierte as-Salih Ayyub vor Damaskus auf und ergriff bis Dezember 1238 die Kontrolle über Damaskus. As-Salih Ismail verbündete sich nun zunächst mit as-Salih Ayyub.

Als as-Salih Ayyub im August 1239 einen Feldzug gegen al-Adil II. unternahm, zunächst Territorien in die Gegend von Nablus eroberte und weiter nach Ägypten zu marschieren plante, verweigerte as-Salih Isamil ihm unter einem Vorwand die Heerfolge. Er verbündete sich stattdessen mit den Ayyubiden-Emiren von Kerak, Hama und Homs und nutze die Abwesenheit as-Salih Ayyubs um im September 1239 Damaskus zu erobern und sich selbst wieder zum Sultan von Damaskus zu machen.

As-Salih Ayyub wurde daraufhin von einem Großteil seiner Truppen im Stich gelassen und geriet in die Gefangenschaft örtlicher Beduinen, die ihn an an-Nasir Dawud, den Emir von Kerak auslieferten. An-Nasir Dawud verbündete sich nun mit as-Salih Ayyub und half ihm dabei, mit einem kleinen Heer nach Ägypten zu gelangen, wo as-Salih Ayyub als neuer Sultan von Ägypten begrüßt wurde, da al-Adil II. gerade bei einer Palastrevolte gestürzt worden war. An-Nasir Dawud zerstritt sich kurz darauf wieder mit as-Salih Ayyub und verbündete sich wieder mit as-Salih Ismail, während sich as-Salih Ayyub dafür rüstete Damaskus und Kerak wieder seinem Ayyubiden-Reich einzuverleiben.

In dieser kritischen Zeit lief der Waffenstillstandsvertrag mit den Kreuzfahrerstaaten ab und im September 1239 hatte prompt ein neues Kreuzzugsheer unter Theobald IV. von Champagne Palästina erreicht (Kreuzzug der Barone). As-Salih Ismail und an-Nasir Dawud entschieden sich, den Kreuzfahrern ein Bündnis gegen as-Salih Ayyub anzubieten, damit diese ihn an einem Angriff auf ihre Territorien hindern. Im Sommer 1240 schlossen sie ein Abkommen mit den Kreuzfahrern, nach dem diesen die Gebiete westlich des Jordans, die Saladin einst 1187/88 erobert hatte gehören sollten. Jene Ländereien, die zu diesem Zeitpunkt as-Salih Ismail gehörten, insbesondere Galiläa mit den Festungen Hunin, Tiberias, Beaufort und Safed wurden den Christen ausgehändigt, die anderen waren noch gemeinsam as-Salih Ayyub abzunehmen. Das Abkommen stieß in der arabischen Welt auf breite Ablehnung und Teile von as-Salih Ismails Truppe weigerten sich, zusammen mit den Christen zu kämpfen. Dieser Umstand veranlasste die Kreuzfahrer jedoch Ende 1240 ein Neutralitätsabkommen mit as-Salih Ayyub zu schließen, der ihnen die von as-Salih Ismail versprochenen weiteren Ländereien in Palästina abtrat und sich nun wieder dem Kampf gegen seinen Onkel widmete.

1244 warb as-Salih Ayyub in Nordsyrien herrenlose choresmische Freischärler an, die nun plündernd durch Palästina zogen, sich bei Gaza mit dem Hauptheer as-Salih Ayyubs vereinigten und im Oktober 1244 in der Schlacht von La Forbie das erneut vereinigte Aufgebot as-Salih Isamils und der Kreuzfahrerstaaten vernichtend schlugen. Als Folge der Schlacht gelang es as-Salih Ayyub das Ayyubidenreich nach und nach wieder größtenteils zu vereinigen, Damaskus wurde im Oktober 1245 nach fast acht-monatiger Belagerung erobert. As-Salih Ismail zog sich nach Baalbek zurück und starb 1250.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Eberhard Mayer: Geschichte der Kreuzzüge. 8. verbesserte und erweiterte Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1995, ISBN 3-17-013802-2 (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher 86).
  • Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. Sonderausgabe in 1 Band ohne Quellen- und Literaturangabe. H. C. Beck München 1978, ISBN 3-406-02527-7 (Beck'sche Sonderausgaben).
Vorgänger Amt Nachfolger

al-Aschraf
as-Salih Ayyub
Sultan von Damaskus
1237
1239–1245

al-Kamil
as-Salih Ayyub