Asasel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Roman von Youssef Ziedan siehe Azazel (Roman).
Asasel-Darstellung aus dem 19. Jahrhundert

Asasel (hebräisch, auch Azazel, Azaël, Asael) ist ursprünglich der Name eines Wüstendämons, dem beim jüdischen Sühnefest, mittels des sprichwörtlichen Sündenbocks, die Sünden des Volkes Israel aufgeladen wurden.

Ritual des Sündenbocks[Bearbeiten]

Am zehnten Tag des Monats Tischri begingen die Israeliten den Versöhnungstag, ein Sühnefest, in dessen Verlauf zwei Böcke herbeigeführt wurden. Es wurde ausgelost, einer für den Herrn, der geschlachtet wurde, zum Zeichen der Sühne, der andere für Asasel. Dem Bock Asasels wurden vom Hohepriester die gesamten Sünden des versammelten Volkes auferlegt, anschließend wurde er in die Wüste, zu Asasel, geschickt (Lev 16,5–10 EU.26EU). Dies ist allerdings auch die einzige Bezugnahme der (kanonischen) Bibel auf Asasel. Wer oder was er ist, wird an dieser Stelle nicht erklärt. Generell wird die Zeremonie dahingehend gedeutet, dass die Sünde symbolisch aus der Mitte Israels verbannt wird, und zu ihrem Ursprung (zum Teufel) zurück gejagt wird.

In der Vulgata wird Asasel mit caper emissarius übersetzt, dies deutet darauf hin, dass das Wort ursprünglich kein Eigenname war, sondern eine Bezeichnung der Funktion, die der Bock hat (עז אזל = 'es 'osel Bock der wegträgt statt עזאזל = 'asasel). Dagegen scheint zu sprechen, dass 'es (עז) meist ein weibliches Tier bezeichnet, allerdings wird im selben Abschnitt (in Lev 16,5 EU) ebenfalls dieses Wort benutzt, um die beiden (ausdrücklich männlichen!) Böcke als Ziegenböcke zu bezeichnen.

Asasel in den Apokryphen[Bearbeiten]

In späteren Traditionen wird Asasel mit den gefallenen Engeln in Verbindung gebracht. Laut des apokryphen 1. Buches Henoch lehrte er die Menschen die Metallbearbeitung, den Gebrauch von Waffen, Edelsteinen und Färbemitteln, sowie die Kunst des Schminkens,[1] wodurch er zur Verderbnis der Menschen beitrug und − darin ähnlich Prometheus − die Geheimnisse des Himmels den Menschen verriet.[2] Zur Strafe wurde er von dem Engel Raphael gebunden, gesteinigt und in die Finsternis geworfen:

„Mache in der Dudael-Wüste eine Grube, und wirf ihn hinein. Lege scharfe, spitze Steine unter ihn und bedecke ihn mit Finsternis. Laß ihn dort für immer wohnen und bedecke sein Antlitz, damit er kein Licht schaue. Am Tag des Endgerichts soll er in den Feuerpfuhl geworfen werden! […] Die ganze Erde war doch durch die von Asasel gelehrten Werke verdorben worden.“[3]

In späteren dämonologischen Werken gilt Asasel als ein bocksgestaltiger Dämon zweiten Ranges und erster Bannerträger der Höllenarmeen, wird aber auch mit Samael gleichgesetzt. In der islamischen Tradition ist Azazil der Name des Iblis vor seinem Fall.

Populärkultur[Bearbeiten]

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  • In dem Film Dämon – Trau keiner Seele mit Denzel Washington ist Asasel ein Dämon, der von Mensch zu Mensch wandert und Morde begeht.
  • In der Fernsehserie Supernatural ist Azazel ebenfalls ein Dämon, der in den ersten beiden Staffel als Antagonist der Hauptcharaktere wirkt.
  • Im Videospiel Tekken 6 ist Azazel der Endgegner, der durch die Mishimas erweckt wurde und bekämpft werden muss.
  • In den Filmen Gefallene Engel 2 und Gefallene Engel 3 dient der Erzengel als Protagonist und wird von Hal Ozsan gespielt.
  • Azazel ist eine Figur aus der Marvel-Comic-Serie Uncanny X-Men. Er ist dort ein sehr alter Mutant, der biologische Vater von Nightcrawler und behauptet, der Archetyp des Teufels zu sein. Er erschien erstmals in Nr. 428. Im Film X-Men: First Class tritt der zur Teleportation fähige Mutant ebenfalls auf.
  • In Michail Bulgakows Roman Der Meister und Margarita ist einer von Volands Gehilfen Asasello, welches wie die meisten Figuren um Voland einen der Dämonen darstellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Janowski: Artikel Azazel. In: K. van der Toorn, B. Becking, Pieter W. van der Horst (Hrsg.): Dictionary of Deities and Demons in the Bible. 2. Aufl. Leiden, Boston, Köln, 1999. S. 128–131.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1. Henoch 8,1
  2. 1. Henoch 9,6
  3. 1. Henoch 10,4–6.8