asch-Schatat

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Seriendaten
Originaltitel الشتات (asch-Schatat)
Produktionsland Syrien
Originalsprache arabisch
Jahr 2003
Produktions-
unternehmen
Linn
Episoden 29

asch-Schatat (arabisch ‏الشتات‎, DMG aš-Šatāt „Diaspora“; auch Al-Shatat) ist eine 29-teilige syrische TV-Serie, die 2003 von der privaten syrischen Filmgesellschaft Linn produziert wurde und rund 5,1 Millionen Dollar kostete.[1][2] Die Serie weist inhaltlich einige Parallelen zu den fingierten Protokollen der Weisen von Zion auf und bedient sich antisemitischer Stereotype und Themen. So stellt asch-Schatat Juden dar, die sich gemeinsam einer Verschwörung zur Weltherrschaft widmen, und repetiert Ritualmordlegenden gegen Juden, beispielsweise der detailliert dargestellte Mord an christlichen Kindern und die Verwendung deren Blutes als Zutat für Matze. Sie zeigt des Weiteren die Exekution eines Juden, der wegen der Heirat mit einer Nicht-Jüdin von einem „Talmud-Gericht“ zum Tod verurteilt wurde.[3]

Das Drehbuch wurde geschrieben von Dr. Fathallah Omar, Dozent an der Universität Aleppo. Der syrische Historiker Dr. Suheil Zakar wurde beauftragt, die Serie auf „historische Korrektheit“ zu prüfen. Die Erschaffer der Serie teilten dem Publikum wiederholt mit, dass alles, was sie sehen würden, auf Wahrheit beruhe. Sie betonten ebenfalls, dass die Serie sich in keiner Weise auf den Protokollen der Weisen von Zion begründe. Der Vizedirektor für Produktionsangelegenheiten des libanesischen Senders Al-Manar, Nasser Akhdar, erklärte im Sender Al Dschasira: „Diese Serie präsentiert nichts als die Wahrheit. Sie basiert auf über 250 Quellen jüdischer und israelischer Autoren, und basiert keineswegs auf Bücher arabischer und muslimischer Autoren. Die Serie hat keine Verbindung zu den so genannten 'Protokollen der Weisen von Zion'. Es gibt eine große Reihe von Dokumenten, auf welche sich die Serie begründet, in einer äußerst objektiven Weise.“[2]

Zu Beginn jeder Episode wurde eine bibliographische Liste gezeigt, die die Quellen der Serie darstellen soll. Aufgelistet wurden dort unter anderem die Tora, der Talmud, die Memoiren von Theodor Herzl, die Jewish Encyclopedia, der Babylonische Talmud, The Zionist Idea von Arthur Hertzberg, Der Judenstaat von Herzl und The New Israelis von Yossi Melman.[2]

Inhalt[Bearbeiten]

In asch-Schatat streben die Juden seit vielen Jahrhunderten mittels einer geheimen globalen jüdischen Regierung nach der Kontrolle über die Welt. Seit dem 19. Jahrhundert wird diese Geheimregierung von der Familie Rothschild geführt.

Unter ihrer Führung waren die Juden für verschiedene entscheidende Ereignisse des 20. Jahrhunderts verantwortlich: den Russisch-Japanischen Krieg, die Ermordung Franz Ferdinands, den Ersten und Zweiten Weltkrieg, den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki, sowie den Sturz des osmanischen Sultans, des russischen Zaren und den Rücktritt des britischen Premiers Herbert Asquith.

Ausstrahlung[Bearbeiten]

Die Serie wurde zum Ramadan im Oktober und November 2003 vom syrischen Fernsehen ausgestrahlt,[3] im Abspann wird „besonderer Dank“ an verschiedene syrische Regierungsinstanzen (einschließlich Sicherheits- und Kulturministerium, der Polizeiführung Damaskus und dem Amt für Antiquitäten und Museen) entsendet.[1] asch-Schatat wurde auf dem libanesischen Fernsehsender al-Manar gezeigt, bevor es aus dem Programm genommen wurde. Schließlich "entschuldigte sich das Management von al-Manar für die Übertragung der Serie, ließ die Sendung fallen und erklärte, der Sender habe die Serie erworben ohne sie zuvor angesehen zu haben".[4] asch-Schatat wurde 2004 im Iran gezeigt, in Jordanien im Oktober 2005 auf al-Mamnou, einem jordanischen Satellitenkanal.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b U.S. Department of State Country Report on Human Rights Practices 2004 - Syria - February 2005
  2. a b c Al-Shatat: The Syrian-Produced Ramadan 2003 TV Special The Middle East Media Research Institute, 12. Dezember 2003
  3. a b Wolfgang Benz: Die Protokolle der Weisen von Zion - Die Legende der jüdischen Weltverschwörung. Verlag C.H. Beck, 2007, ISBN 978-3-406-53613-7, S. 103.
  4. The Israel Lobby's War on Al Manar TV. Counterpunch