Ascheberg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Coesfeld | |
| Höhe: | 63 m ü. NN | |
| Fläche: | 106,28 km² | |
| Einwohner: |
14.956 (31. Dez. 2010)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 141 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 59387 | |
| Vorwahlen: | 02593, 02599 (Herbern) | |
| Kfz-Kennzeichen: | COE | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 58 004 | |
| LOCODE: | DE AEG | |
| NUTS: | DEA35 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile: Ascheberg, Herbern und Davensberg | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Dieningstraße 7 59387 Ascheberg |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Bert Risthaus (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Ascheberg im Kreis Coesfeld | ||
Ascheberg ist eine Gemeinde im Süden des Münsterlandes in Nordrhein-Westfalen im Kreis Coesfeld.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Aschebergs Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, im Südwesten beginnend) Nordkirchen und Senden (beide im Kreis Coesfeld), die kreisfreie Stadt Münster, Drensteinfurt (Kreis Warendorf), die kreisfreie Stadt Hamm und Werne (Kreis Unna).
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
- Ascheberg
- Herbern
- Davensberg
[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort Ascheberg ging aus einer Bauernsiedlung sächsischen Ursprungs hervor, die Mitte des 9. Jahrhunderts im Umfeld einer ludgerianischen Kirche entstand. Der Name Ascheberg kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Eschenburg, die einst in der Nähe Aschebergs gestanden haben soll. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahre 890. Das Erscheinungsbild des Dorfes dominiert der 81 Meter hohe, neugotische Turm der St. Lambertus-Kirche. Es handelt sich hierbei um eine gotische Hallenkirche, deren Chorraum 1740 durch Johann Conrad Schlaun gestaltet wurde.
Zur damaligen Gemeinde gehörten die beiden Ortskerne Ascheberg und Davensberg sowie mehrere Bauerschaften. Im Jahr 1818 hatte das gesamte Gemeindegebiet 2425 Einwohner. Bei einer kontinuierlichen Entwicklung der Einwohnerzahl erhöhte sich deren Anzahl bis 1930 auf 3665. Kurz vor der Gebietsreform 1975 lebten 6801 Einwohner in Ascheberg, von diesen 1431 in Davensberg und 1458 in den Bauerschaften.[2]
Am 1. Januar 1975 wurde Herbern nach Ascheberg eingemeindet.[3]
[Bearbeiten] Reich durch das Westfälische Kulturerbe
Im Umkreis von 13 Kilometern liegen insgesamt 18 Schlösser, Burgen, Gräften und Herrensitze, unter anderem das Schloss Westerwinkel in Herbern und das Schloss Nordkirchen, das auch „westfälisches Versailles“ genannt wird. Außerdem gibt es rund um die Gemeinde Ascheberg ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
[Bearbeiten] Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975
In der Liste[4][5][6][7][8] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.
| Jahr | CDU | UWG | SPD | FDP |
|---|---|---|---|---|
| 1975 | 73,1 | 26,9 | ||
| 1979 | 70,5 | 29,5 | ||
| 1984 | 66,9 | 29,5 | 3,6 | |
| 1989 | 55,7 | 33,5 | 10,8 | |
| 1994 | 46,2 | 22,3 | 25,3 | 6,2 |
| 1999 | 54,8 | 18,4 | 21,3 | 5,5 |
| 2004 | 56,5 | 19,2 | 17,2 | 7,1 |
| 2009 | 49,0 | 25,8 | 15,7 | 9,5 |
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 16. Juni 1978 durch das Regierungspräsidium Münster genehmigt.
Blasonierung: „In Gold ein aus einem gezinnten, mit drei goldenen Kugeln belegten roten Schildfuß wachsender blauer Baum.“
Der Rat beschloss einstimmig am 31. Mai 1977, das 1962 genehmigte historische Wappen von Ascheberg geändert weiterzuführen, indem die Farbe des Baumes (Esche) – heraldisch unbedenklich – von Grün in Blau umgewandelt wurde, um so die Farben der früheren Gemeinde Herbern (Blau/Gelb) zu berücksichtigen. Der Baum und die Mauer nehmen als „redendes Symbol“ auf den Ortsnamen Ascheberg Bezug, der urkundlich erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt wurde („Ascasberg“) und von Sprachforschern abgeleitet wird von althochdeutsch askin = Eschen. Die drei Kugeln sind auf das Geschlecht der Herren von Davensberg zurückzuführen, da nur diese das unverwechselbare Symbol der drei Kugeln auf rotem Grund führten.
[Bearbeiten] Flagge
Die Flagge ist Gold (Gelb) – Rot – Gold (Gelb) im Verhältnis 1 : 3 : 1 längs gestreift, in der Mitte der oberen Hälfte der roten Bahn der Wappenschild der Gemeinde.
[Bearbeiten] Gemeindepartnerschaften
Ascheberg unterhält eine Partnerschaft mit dem brandenburgischen Rheinsberg und mit dem italienischen Buggiano. Weiterhin besteht eine Patenschaft zur Dorfgemeinschaft Olszyna (deutsch Langenöls) in Schlesien.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
Im Ortsteil Davensberg befindet sich ein Rundturm, der zur ehemaligen Ritterburg Davensberg gehört und das Museum des Heimatvereins Davensberg beherbergt.
[Bearbeiten] Bauwerke
Schloss Westerwinkel im Ortsteil Herbern wurde zwischen 1663 und 1668 an der Stelle einer früheren Wehrburg errichtet. Es ist eines der ersten Barockwasserschlösser Westfalens und verfügt über einen im englischen Stil angelegten Park. Das Haus Itlingen stammt in seinem Kern aus dem Jahre 1692. Johann Conrad Schlaun schuf 1755 daraus eine Barockanlage in Hufeisenform.
[Bearbeiten] Kirchen
- In Ascheberg befindet sich die auf eine Pfarre von 1022 zurückgehende und 1524 errichtete kath. Pfarrkirche St. Lambertus. Der Chor der spätgotischen Hallenkirche wurde 1737 nach einem Entwurf von Johann Conrad Schlaun errichtet. Sehenswertes im Inneren ist der aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende Taufstein.
- In Herbern befindet sich die dreischiffige nachgotische Kath. Pfarrkirche St. Benedikt, die 1666 an Stelle des bereits seit 1188 bestehenden Baus errichtet wurde.
- In Davensberg steht die Kath. Pfarrkirche St. Anna (gebaut 1497–1510), ein spätgotischer einschiffiger Backsteinbau.
- In Ascheberg wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde 1950 eine mit Mitteln aus den USA finanzierte Holzkapelle eingeweiht, die so genannte Gnadenkirche. Die Kirche, die von dem Architekten Otto Bartning geplant wurde, steht mittlerweile unter Denkmalschutz.[9]
- In Herbern wurde im Jahr 1952 die Auferstehungskirche gebaut[10], die von der Evangelischen Kirchengemeinde in Herbern genutzt wird. Die Gemeinde ist als dritter Bezirk der Evangelischen Kirchengemeinde Werne angegliedert.[11]
[Bearbeiten] Sport
Der Sportverein im Ort Ascheberg ist der TuS Ascheberg. Der Verein bietet die Sportarten Tischtennis, Badminton, Fußball, Volleyball sowie Turnen an. Die Fußballer bilden die größte Abteilung. Sie haben zur Saison 2007/08 von den Altherren bis zu den Minikickern 18 Mannschaften im Ligabetrieb gemeldet. Die Handballer sind in der HSG Ascheberg/Drensteinfurt organisiert. Die HSG Ascheberg/Drensteinfurt ist der Zusammenschluss der Handballvereine DJK Drensteinfurt und TuS Ascheberg.
Im Bereich des Pferdesports ist der Reit- und Fahrverein St. Hubertus Ascheberg aktiv, der über zwei Reithallen und mehrere Außenplätze verfügt. In Herbern existiert der Reitverein von Nagel Herbern. Im Ortsteil Herbern gibt es weiter den SV Herbern 1919. Die erste Fußballmannschaft und die A-Jugend spielen in der Landesliga. Die Fußballer des SV Davaria Davensberg spielen ebenfalls in der Landesliga.
[Bearbeiten] Jugend
Jugendarbeit wird in der Gemeinde Ascheberg groß geschrieben. Viele Vereine und Institutionen kümmern sich um die Jugend. Speziell jedoch die OJA. Die Offene Jugendarbeit Ascheberg e.V. existiert im Jahre 2011 seit genau fünfzehn Jahren. In dieser Zeit hat sich die OJA zu einer wichtigen Institution in der Gemeinde Ascheberg entwickelt hat. Beginnend mit der Eröffnung des ersten Jugendtreffs „OJA-Café“ im Januar 1996 deckt sie inzwischen viele bedeutsame Arbeitsbereiche wie z.B. auch die Organisation des Sommerferienprogramms oder die Durchführung von Jugendgruppenleiterschulungen (Juleica) ab. Insgesamt drei Jugendtreffs in der Gemeinde werden durch die OJA betreut.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Die wohl bekannteste Veranstaltung in Ascheberg ist die Jakobi-Kirmes. Sie ist die größte Dorfkirmes im Münsterland. Jedes Jahr kommen hier etwa 130 Schausteller zusammen. Organisiert wird die Kirmes von den beiden Marktmeistern Rolf Kehrenberg und Matthias Jäkel. Sie findet jährlich am letzten Juli-Wochenende von Samstag bis Montag statt.
- Weiterhin gibt es zahlreiche Schützenfeste. Hierbei sind vor allem das Osterbauerschützenfest und das größte Schützenfest, das Bürgerschützenfest zu nennen.
- Eine weitere sehr beliebte Veranstaltung stellt der Lambertus-Markt dar. Dieser findet immer am zweiten Wochenende im September statt. Samstags: großer Flohmarkt im Stadtkern / Oldtimer Schau / Tanz unter dem Fallschirm und Schlemmermeile. Sonntags: großer Hobby- und Kunstmarkt / zwei Bühnen / verkaufsoffener Sonntag / Schlemmermeile.
- Das Kartoffelfest in Herbern findet jährlich um das zweite Wochenende im Oktober statt. Alle ortsansässigen Gewerbetreibenden stellen einen Stand zum Thema Kartoffeln in der für den Straßenverkehr gesperrten Ortsmitte bereit. Es werden diverse Kartoffelprodukte wie Reibeplätzchen, Kartoffelchips, Suppen und besondere Formen und Zubereitungen von Kartoffeln angeboten, darunter auch kleine Kartoffelbällchen, die in einer großen Pfanne direkt vor den Augen der Besucher angebraten werden. Zusätzlich organisieren Einzelhändler unter anderem Modenschauen, Geschicklichkeitsspiele, Informationsstände oder Sonderangebote. Das Kartoffelfest gilt als beliebte Morgen- bzw. Mittagsgestaltung in Verbindung mit dem in der Nachbarstadt Werne stattfindenden Volksfest „Sim-Jü“.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Ascheberg besitzt eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 1 (E 37). Weiterhin ist die Gemeinde über zwei Bahnhöfe in Ascheberg und Davensberg an die Eisenbahnstrecke zwischen Münster und Dortmund angebunden. Einmal pro Stunde und Richtung hält die Regionalbahn 50, Der Lüner.
[Bearbeiten] Bildung
- Grundschulen:
- Lambertusschule (Schulverbund mit Standorten in Ascheberg und Davensberg) − besteht seit dem Schuljahr 2010/11 (dann fusionierten die Lambertusschule (Grundschule) Ascheberg und die Katholische Grundschule Ascheberg-Davensberg)[12]
- Marienschule Ascheberg-Herbern
- Förderschule Burg-Schule nach AOSF (Förderschwerpunkt Lernen) Ascheberg-Davensberg
- Theodor-Fontane-Schule, Gemeinschaftshauptschule, Ascheberg-Herbern
- Realschule Ascheberg
- Profilschule Ascheberg
- Weiterführende Schulen mit der Sekundarstufe II befinden sich in den Nachbarkommunen Werne, Lüdinghausen, Nordkirchen, Senden und Münster.
Als erste Gemeinde Nordrhein-Westfalens hat Ascheberg zum Schuljahr 2011/12 die neue Gemeinschaftsschule, auch Profilschule genannt, in einem Schulversuch eingeführt.[13] Diese Schule beherbergt sämtliche Jahrgänge der Sekundarstufe I „unter einem Dach“, wobei die Klassen 5 bis 8 im Gebäude der Realschule in Ascheberg und die Klassen 9 und 10 im Gebäude der Theodor-Fontane-Hauptschule in Herbern unterrichtet werden. Mit dem Gymnasium in Senden, das die Klassen 11 bis 13 der gymnasialen Oberstufe für die Ascheberger Schüler bereithalten wird, wird das Bildungsangebot komplettiert.
Der Begriff Profilschule wurde wohl bewusst in Anlehnung an die in Liechtenstein existierenden Profilschulen gewählt.
[Bearbeiten] Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung wird durch Krankenhäuser im angrenzenden Münster sowie durch das Krankenhaus in Lüdinghausen sichergestellt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] In Ascheberg geboren
- Franz Joseph Adolph Heinrich Schulze Pellengahr (1796–1829), Land- und Forstwirt sowie Politiker
- Caspar Hubert Gustav Schulze Pellengahr (1825–1896), Politiker
- Hermann Wette (1857–1919), Arzt und Schriftsteller
- Hubert Schulze-Pellengahr (1899–1985), Politiker
- Friedrich Press (1904–1990), Bildhauer, Maler und Kirchenraumgestalter
- Franz Falke (1909–1994), Politiker
- Wolfgang Sandhowe (* 14. Dezember 1953 in Ascheberg), Fußballspieler, heute Fußballtrainer
[Bearbeiten] mit Ascheberg verbunden
- Johannes Braun (* 28. Oktober 1919 in Dortmund; † 17. Juli 2004), Bischof und Apostolischer Administrator von Magdeburg, lebte nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Ascheberg und feierte am 15. August 1948 seine Primiz in St. Lambertus
- Fritz Ligges (* 29. Juli 1938 in Asseln; † 21. Mai 1996 in Herbern) war ein deutscher Vielseitigkeits- und Springreiter, der in Herbern wohnte und ein Gestüt aufbaute.
- Jutta Richter (* 30. September 1955 in Burgsteinfurt), Autorin von Kinder- und Jugendliteratur, lebt auf Schloss Westerwinkel
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde
- Ascheberg im Kulturatlas Westfalen
- Jugendarbeit in Ascheberg
- Ascheberger Tourist-Info
- Private Informationsseite über Ascheberg
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ Heinrich A. Mertens und Josef Limbach: Aus der Geschichte des Kreises Lüdinghausen 1803–1974. Verlag Lonnemann, Selm, 1974, ohne ISBN
- ↑ Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
- ↑ Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
- ↑ Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW
- ↑ Wahlergebnisse 1999
- ↑ Wahlergebnisse 2004
- ↑ Wahlergebnisse 2009
- ↑ http://www.das-kirchenportal.de/kk-muenster/mue.gemeinden/kg.ascheberg/index.html
- ↑ http://www.ev-kirche-herbern.de/Geschichte/geschichte.html
- ↑ http://www.ev-kirche-herbern.de/Kontakt/kontakt.html
- ↑ Bildung, Kultur, Kirchen (www.ascheberg.de)
- ↑ Internetseite der Profilschule Ascheberg
Ascheberg | Billerbeck | Coesfeld | Dülmen | Havixbeck | Lüdinghausen | Nordkirchen | Nottuln | Olfen | Rosendahl | Senden
